Zum Inhalt:Während einer Nordpolexpedition die der englische Forscher Robert Walton anführt, wird in weiter Ferne auf dem Polareis eine riesenhafte Gestalt entdeckt. Kurze Zeit später entdecken sie den fast erfrorenen Victor Frankenstein und nehmen diesen auf und pflegen ihn.
Während seines Aufenthaltes erzählt Frankenstein Walton seine Lebensgeschichte. Der wissenshungrige Frankenstein hat während seiner Studienzeit in Ingolstadt das Rätsel des Lebens entschlüsselt und eine künstliche menschenähnliche Kreatur geschaffen. Jedoch im Moment der Schöpfung wendet er sich diesem Wesen im Grauen ab, da diese für das menschliche Auge unglaublich hässlich ist und die Kreatur flieht. Frankenstein wird daraufhin von einem Nervenfieber gepackt und verbringt die nächsten Monate in einem Delirium und kriegt um sich herum nichts mit. Nur Dank der Pflege eines Jugendfreundes übersteht er diese schwierige Zeit. Als er endlich genesen ist, kehrt er ins heimatliche Genf zurück. Unterwegs begegnet er der Kreatur wieder. Als er zu Hause ankommt, erwartet ihn eine schreckliche Nachricht. Sein kleiner Bruder William wurde erdrosselt. In Frankenstein keimt ein schrecklicher Verdacht auf. Der sich bald darauf bestätigt.
Durch sein schlechtes Gewissen geplagt macht sich Frankenstein allein eine Bergtour. Auf dieser begegnet er wieder der Kreatur, die ihm sein bisheriges Leben, dass durch Leid geprägt ist, schildert. Es bittet seinen Schöpfer eine zweite, weibliche Kreatur zu schaffen, die genauso abstoßend ist wie es selbst, damit sein einsames Leben endlich vorbei ist. Falls Frankenstein ihm diesen Wunsch jedoch abschlägt, schwört es unbarmherzige Rache.
Meine Meinung: Ich hatte im Vorfeld schon viel über das Buch gehört bzw von Filmen, die sich diesen Inhalt zum Vorbild genommen hatten. Daher wollte ich unbedingt einmal das Original zu all dem lesen. Ich hatte mir im Vorfeld eine sehr gruselige Geschichte vorgestellt, sodass ich sehr lange gebraucht habe, bis ich mich dazu durchringen konnte, mir das Buch überhaupt vorzunehmen. Es war jedoch anders als gedacht und ich wurde positiv überrascht.
Das Buch wird überwiegend von aus der Perspektive des Ich-Erzählers Victor Frankensteins erzählt. Dies hatte zur Folge, dass man zum einen das Entstehen der Kreatur mitverfolgen konnte und gleichzeitig die Entwicklung des Victor Frankensteins. Es hat mich mehrmals überrascht, wie überaus sensibel diese Hauptfigur reagiert und wie engstirnig sie ist. Er weiß um die Gefahren, die von dem Geschöpf ausgehen, aber regt dennnoch in ihm den Zorn. Dies hat mich während der Lektüre doch sehr gewundert. Des weiteren fand ich Frankensteins zunehmende Lethargie während des Romans recht anstrengend. Er zerfließt in Selbstmitleid, vertraut sich keinem an und muss immer wieder herbe Verluste einstecken. Dies zermürbt ihn zusehends.
Gut fand ich, dass auch ein Einblick in das Leben der Kreatur gegeben wurde. Dadurch konnte man das bisherige und zukünftige Handeln der Kreatur besser verstehen. Es nahm dem ganzen das Grauen (was für mich sehr wichtig war!)
Dadurch, dass das die Rahmenhandlung des Buches in Briefform verfasst wurde, erfahren wir auch noch mehr was Walton von Frankenstein hält und wie dieser auf ihn wirkt. Dies machte das Buch noch lesenswerter für mich.
Insgesamt bin ich positiv überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass das Buch für mich so gut lesbar ist (in Bezug auf das Grauen, ich fand es gar nicht gruselig). Des weiteren gibt es das Buch einen guten Überblick, wie die Menschen von damals gedacht haben. Das finde ich immer wieder interessant, wenn man Klassiker liest. Von daher vergebe ich
