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Autor Thema: Mary Shelley - Frankenstein  (Gelesen 2561 mal)

Doris

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Mary Shelley - Frankenstein
« Antwort #15 am: 04. November 2005, 22:55:35 »

Zitat von: Sandra
...Außerdem war die Szene in der Frankenstein die Maschine betätigt im Buch überhaupt nicht erwähnt, oder verlässt mich mein Gedächtnis gerade? Es wurde doch da mehr drumrum geredet, oder?


Richtig. Auch die Art und Weise, wie Frankenstein an die Körperteile kam oder die Flucht der Kreatur wurden eher knapp beschrieben, dafür waren sie im Film total übertrieben dargestellt. Hätte der Regisseur sich wirklich eng an die Vorlage gehalten, hätte er wahrscheinlich keinen müden Cent mit dem Film verdient. Mit Andeutungen, wie sie im Buch vorkommen, kann man heute niemanden hinterm Ofen hervorlocken.

LG

Doris
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Sandra

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Mary Shelley - Frankenstein
« Antwort #16 am: 05. November 2005, 09:33:26 »

Zitat von: Doris
Mit Andeutungen, wie sie im Buch vorkommen, kann man heute niemanden hinterm Ofen hervorlocken.


Da würde es vermutlich an "Action" mangeln. Andererseits bestanden große Teile des Buches aus Überlegungen von Frankenstein und der Kreatur, wie hätte man das filmisch darstellen sollen... also behilft man sich mit aufwendigen Szenen wo keine sind  :rollen:

Es geht einfach nichts über ein gutes Buch.

Grüße
Sandra
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Kirsten

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Mary Shelley - Frankenstein
« Antwort #17 am: 07. November 2005, 09:34:21 »

Hallo!

@Sandra + Doris: ich stimme Euch zu, dass im film vieles zu übertrieben dargestellt worden ist. Meiner Meinung nach lebt das Buch von der Spannung der Erzählungen und Gedanken der Hauptpersonen, die man einfach nicht umsetzen kann. Buch und Film sind für mich zwei völlig verschiedene Dinge, die zufällig den gleichen Namen haben.

Liebe Grüße
Kirsten
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Doris

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Mary Shelley - Frankenstein
« Antwort #18 am: 07. November 2005, 11:20:17 »

In dem Film hat mich besonders gestört, dass das Monster als so schlimm und gewalttätig dargestellt wurde. Die Entwicklung im Buch dauerte viel länger und wurde auch einfühlsamer geschildert. Die Flucht aus der Stadt heraus wurde im Buch mehr oder weniger unterschlagen, dafür wurde sehr schön geschildert, wie das Wesen seine menschlichen Züge entwickelte oder sich die Sprache aneignete. Seine Gewalttätigkeit offenbarte sich erst viel später, als es nur Ablehnung erfuhr. Im Film dagegen wurde schon die Flucht aus Ingolstadt sehr effektreich dargestellt, was alleine aus der Feder des Drehbuchautors stammt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Shelley von dieser Verfilmung begeistert wäre.

Liebe Grüße

Doris
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YRachel

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Re: Mary Shelley - Frankenstein
« Antwort #19 am: 19. Juli 2010, 08:55:42 »


Zum Inhalt:


Während einer Nordpolexpedition die der englische Forscher Robert Walton anführt, wird in weiter Ferne auf dem Polareis eine riesenhafte Gestalt entdeckt. Kurze Zeit später entdecken sie den fast erfrorenen Victor Frankenstein und nehmen diesen auf und pflegen ihn.
Während seines Aufenthaltes erzählt Frankenstein Walton seine Lebensgeschichte. Der wissenshungrige Frankenstein hat während seiner Studienzeit in Ingolstadt das Rätsel des Lebens entschlüsselt und eine künstliche menschenähnliche Kreatur geschaffen. Jedoch im Moment der Schöpfung wendet er sich diesem Wesen im Grauen ab, da diese für das menschliche Auge unglaublich hässlich ist und die Kreatur flieht. Frankenstein wird daraufhin von einem Nervenfieber gepackt und verbringt die nächsten Monate in einem Delirium und kriegt um sich herum nichts mit. Nur Dank der Pflege eines Jugendfreundes übersteht er diese schwierige Zeit. Als er endlich genesen ist, kehrt er ins heimatliche Genf zurück. Unterwegs begegnet er der Kreatur wieder. Als er zu Hause ankommt, erwartet ihn eine schreckliche Nachricht. Sein kleiner Bruder William wurde erdrosselt. In Frankenstein keimt ein schrecklicher Verdacht auf. Der sich bald darauf bestätigt.
Durch sein schlechtes Gewissen geplagt macht sich Frankenstein allein eine Bergtour. Auf dieser begegnet er wieder der Kreatur, die ihm sein bisheriges Leben, dass durch Leid geprägt ist, schildert. Es bittet seinen Schöpfer eine zweite, weibliche Kreatur zu schaffen, die genauso abstoßend ist wie es selbst, damit sein einsames Leben endlich vorbei ist. Falls Frankenstein ihm diesen Wunsch jedoch abschlägt, schwört es unbarmherzige Rache.

Meine Meinung:   

Ich hatte im Vorfeld schon viel über das Buch gehört bzw von Filmen, die sich diesen Inhalt zum Vorbild genommen hatten. Daher wollte ich unbedingt einmal das Original zu all dem lesen. Ich hatte mir im Vorfeld eine sehr gruselige Geschichte vorgestellt, sodass ich sehr lange gebraucht habe, bis ich mich dazu durchringen konnte, mir das Buch überhaupt vorzunehmen. Es war jedoch anders als gedacht und ich wurde positiv überrascht.

Das Buch wird überwiegend von aus der Perspektive des Ich-Erzählers Victor Frankensteins erzählt. Dies hatte zur Folge, dass man zum einen das Entstehen der Kreatur mitverfolgen konnte und gleichzeitig die Entwicklung des Victor Frankensteins. Es hat mich mehrmals überrascht, wie überaus sensibel diese Hauptfigur reagiert und wie engstirnig sie ist. Er weiß um die Gefahren, die von dem Geschöpf ausgehen, aber regt dennnoch in ihm den Zorn. Dies hat mich während der Lektüre doch sehr gewundert. Des weiteren fand ich Frankensteins zunehmende Lethargie während des Romans recht anstrengend. Er zerfließt in Selbstmitleid, vertraut sich keinem an und muss immer wieder herbe Verluste einstecken. Dies zermürbt ihn zusehends.

Gut fand ich, dass auch ein Einblick in das Leben der Kreatur gegeben wurde. Dadurch konnte man das bisherige und zukünftige Handeln der Kreatur besser verstehen. Es nahm dem ganzen das Grauen (was für mich sehr wichtig war!) 

Dadurch, dass das die Rahmenhandlung des Buches in Briefform verfasst wurde, erfahren wir auch noch mehr was Walton von Frankenstein hält und wie dieser auf ihn wirkt. Dies machte das Buch noch lesenswerter für mich.

Insgesamt bin ich positiv überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass das Buch für mich so gut lesbar ist (in Bezug auf das Grauen, ich fand es gar nicht gruselig). Des weiteren gibt es das Buch einen guten Überblick, wie die Menschen von damals gedacht haben. Das finde ich immer wieder interessant, wenn man Klassiker liest. Von daher vergebe ich
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Myriel

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Re: Mary Shelley - Frankenstein
« Antwort #20 am: 31. Oktober 2010, 14:13:52 »

Für den SLW 2010 habe ich diese Ausgabe des Buches aus der Fischer Klassik Reihe gelesen:

Mary Shelley - Frankenstein

Der junge und abenteuerlustige Forscher Robert Walton hat sich mit einem Schiff von Sankt Petersburg aus aufgemacht, um das Nordpolarmeer zu erkunden und womöglich eine Passage hin zu fernen Ländern zu finden. Als sein Schiff draußen auf dem Meer vom Eis eingeschlossen wird, ist er sehr überrascht, eine Gestalt in Hundeschlitten über das Eis fahren zu sehen, verfolgt von einer zweiten Person. Diese verliert jedoch den Anschluss als das Eis aufbricht und kann sich daraufhin gerade noch an Bord von Waltons Schiff retten. Von seiner langen Hatz erschöpft benötigt er einige Zeit, ehe er sich soweit erholt hat, dass er Walton seine Geschichte erzählen kann.

Was Frankenstein, so der Name des Wissenschaftlers, seinem Gastgeber dann offenbart, ist geeignet, den Zuhörer an seinem Verstand zweifeln zu lassen: als Student in Ingolstadt fern der Schweizer Heimat beschäftigt er sich mit den aufkommenden Naturwissenschaften und entdeckt in seinem privaten Laboratorium nach langen Studien sogar, wie man einem künstlichen Geschöpf Leben verleihen kann. Aus Leichenteilen zusammengesetzt erschafft er eine Kreatur und erweckt sie zum Leben. Doch kaum ist der schöpferische Akt geglückt, überfallen ihn Entsetzen angesichts seines Tuns und er verstößt das Wesen. Doch ihre Wege kreuzen sich erneut, als Frankenstein nach dem Mord an seinem Bruder zu seiner Familie zurückkehrt und erkennt, dass sich die Schöpfung gegen den Schöpfer gewendet hat. Die Jagd nach dem selbst geschaffenen Monster führt Frankenstein quer durch Europa bis hinauf in den kalten Norden, wo seine Jagd an Bord von Waltons Schiff zu Ende zu sein scheint.

Das ganze Geschehen wird von Walton in seinen Briefen an seine in London zurückgebliebene Schwester geschildert, wobei einige der Briefe die wörtliche Erzählung von Frankenstein enthalten, die in der Ich-Perspektive gehalten ist. Dadurch erfährt man viel darüber, was Frankenstein beschäftigt hat und sein Handeln bestimmte. Doch auch die Kreatur wird nicht nur als das Monster hingestellt, als das Frankenstein es sieht, sondern auch dieses Wesen ist zu Empfindungen fähig. Auf diese Art und Weise wird eine Schwarz-Weiß-Malerei vermieden und am Ende wusste ich selbst nicht mehr genau zu unterscheiden, wer Täter und wer Opfer ist.

Eingebettet ist dies in atmosphärisch dichte Landschaftsbeschreibung, die die Erzählung zu einem guten Teil mit getragen haben. Besonders gruselig wurde es, als sich Frankenstein während eines Gewitters in den Bergen aufhielt und dort seinem Geschöpf begegnete. Gänsehaut war da garantiert!

Auf alle Fälle war ich nach Beenden des Buches sehr froh, dass ich jetzt diesen Klassiker des Horrorromans kenne und kann ihn an alle weiter empfehlen, die wissen möchten, wo das Genre seine Wurzeln hat.

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