

Originaltitel: Last Argument of Kings
Es hat dann doch etwas länger gedauert, bis der dritte Band endlich seinen Weg zu mir gefunden hat.
Um Lesern, die die Vorgängerbände noch nicht kennen, nichts zu verraten, halte ich mich mit einer Inhaltsangabe zurück. Dem Autor sind jedoch einige überraschende Wendungen geglückt, die ich wirklich nicht erwartete hätte und das liegt jetzt nicht an meiner mangelnden Erinnerung an die beiden Vorgänger. Ansonsten bietet Königsklingen allerdings ziemlich genau, was ich erwartet habe: ein paar realistische Kampfszenen und vor allem jede Menge echt wirkendes Leben. Abercrombies Helden strahlen nicht, sie bluten haben Schmerzen, sind hungrig, dreckig und müde und frustriert, dass sie nicht so entscheiden können, wie sie wollen oder ihren eigenen Ansprüchen nicht genügen. Dabei kommentieren sie ihr Schicksal in Gedanken gerne mit ironischen Bemerkungen, die mich ab und zu leicht grinsen ließen.
Leider hat mir das Ende überhaupt nicht gefallen. Von außen, auf den ersten Blick mag es sogar wie ein Happy End wirken, so einige Figuren sind in mächtige Positionen gehievt worden, aber persönliches Glück hätte ich ihnen eher gegönnt als die leere Macht, die sie bekommen haben. Ich mag es nicht, dass die Figuren über das Buch hinaus so sehr gebunden sind und das stärker als nur durch Vernunft oder ihre gesellschaftliche Rolle. Einige sind zwar zu besseren Menschen geworden, dadurch aber nicht glücklicher und das finde ich schon etwas deprimierend.
Diese Trilogie war mal etwas anderes, erfrischend realistisch, ich muss allerdings nicht unbedingt mehr von Abercrombie lesen.
