Sodele, dann mach ich gleich mal mit.
Derzeit quäle ich mich im Bus und U-Bahn mit den Römern herum, die im Regen standen


Das Buch ist eine Übersetzung aus dem Englischen und zieht diverse geschichtliche Kampfeshandlungen heran, bei denen offensichtlich das schlechte Wetter eine große Rolle über Sieg und Niederlage spielte. Neben der Varusschlacht und der Gefangennahme von Robespierre (Französische Revolution) gibt es auch Geschichten zu Invasion von Japan durch die Mongolen, die Hilfe der Indianer im Amerikanischen Bürgerkrieg, die Übernahme von Holland durch die Franzosen, usw.
Man merkte schon bei dem Prolog, dass der Autor auf Gedeih und Verderb Schlachten und Kämpfe herausgesucht hat, die mal etwas über Wetterlage oder seltene Wetterphänomene berichteten. Ich warte auf die Seite, wo er uns erklären möchte, dass Hitler Russland besetzt hätte, hätte es keinen "plötzlichen" Wintereinbruch gegeben (Bitte achtet hierbei auf meine eigene Ironie!). (Edit: es gibt tatsächlich ein Kapitel namens "Vereiste Panzer", welches sich um Moskau 1941 dreht und die deutschen Truppen

)
Das Buch hat bereits jetzt einen Preis von mir erhalten: Das Buch mit der Tendenz auf jeder Seite ganz stark mit dem Kopf zu schütteln!
Hier mal eine Textstelle, die diesen Effekt bei mir wiedermals ausgelöst hatte:
Eines ist sicher: Ohne den plötzlichen Temperatursturz und das Eis, das sich daraufhin in der Marsdiep gebildet hatte, wäre die holländische Flotte nach England gesegelt, um die britische Flotte zu unterstützen. Das hätte 15 zusätzliche Schiffe für Nelson bei der Schlacht von Trafalgar bedeutet. Doch wie sich herausstellte, brauchte sie Nelson nicht.
Achja, es war erst in diesem letzten Abschnitt zu dieser Geschichte die Rede von Nelson und Trafalgar, ich weiß ehrlich gesagt nicht, wer das ist und wo das ist und was da war, dazu gibt es keine weiteren Erklärungen.

Um nun nicht gänzlich in eine Leseunlust zu treiben, hab ich heute mal die Biographie rausgefischt. Reinhard Mey, das hab ich mir zum Geburtstag mal gewünscht und macht mich sehr neugierig. Leider erwarte ich etwas wie die Biographie von Reinhard Lakomy, aber es ist nicht mal annähernd etwas dergleichen.


Das Buch ist wie ein riesiges Interview aufgebaut, was es im Prinzip auch ist. Es gibt meist einen Liedtext zur Einleitung, dann stellt der Autor eine Frage bzw. erzählt etwas über Reinhard und Reinhard antwortet darauf. Ein wenig ist es anstrengend, es gibt zwar einen roten Faden, aber es werden so viele Sachen angesprochen und dann nicht weiter ausgeführt, dass man eher unbefriedigt beim Lesen ist. Auch wird gerne mal abgeschweift bzw. erläutert der Autor etwas ausführlich ein Geschehnis und man fragt sich, woher der Autor das im Interview bereits wusste, warum lässt er das nicht Reinhard erzählen.
Noch habe ich mich damit nicht angefreundet, aber ich gebe die Hoffnung noch nicht auf.
Besprochen wurde bisher Meys Kindheit während und nach dem 2. Weltkrieg, seine Jugend und die Mauer (Bau und Wende), dazu die Familienchroniken (woher kommt die Mutter, woher der Vater, woher das Talent und die Liebe zur Musik, ...) und ein wenig über seine eigenen Kinder und seine Fehler.