Endlich!
Ich lese schon seit 2 Tagen an meinem otterfetten TAMKA-Buch, nämlich
Wassili Grossman - Leben und Schicksal, allerdings in schwedischer Übersetzung ("Liv och öde").


Auf Deutsch hat das Monstrum gut 1000 Seiten, auf Schwedisch "nur" 800. Die sind dafür großformatig und eng bedruckt. Außerdem zeichnet sich der Roman durch ein
vierseitiges Verzeichnis der
Hauptpersonen

aus. Ich weiß nicht, wie ich da den Überblick behalten soll, vor allem, da die Personen, wie es sich für Russen gehört, mal mit Nachnamen, mal mit Vor- und Vatersnamen und dann wieder mit Verniedlichungsformen des Vornamens angeredet werden. *Seufz*. Wenn sie denn nicht mit ihrem militärischen Titel bezeichnet werden, womit ich überhaupt nichts anfangen kann, nicht auf Deutsch und schon gar nicht auf Schwedisch.
Entsprechend schwer fielen mir die ersten 60 Seiten. Nach einer kurzen Szene bei russischen Kriegsgefangenen in einem deutschen KZ schwenkte der Schauplatz nach Stalingrad im Herbst 1942 über. Tausende von russischen Namen und militärischer Ränge fallen, Offiziere bewegen sich durch die russischen Verteidigungsanlagen aus mir nicht ganz nachvollziehbaren Gründen zu anderen Offizieren, Überblick gleich Null. Sicher ist das interessant zu lesen für Leute, die sich genauer mit der Belagerung von Stalingrad beschäftigt haben oder sie gar - wie der Autor selbst erlebt haben, aber für mich war das Lesen eine Qual und ich dachte an schnellen Abbruch.
Aber dann kam ein Wechsel zu der Familie Strum, um die herum wohl das ganze Buch aufgebaut ist, und damit wurde es interessanter. Endlich Figuren, über die man mehr erfährt als Name und Titel, endlich auch mal ein paar Frauen. Wenn es so weitergeht, kann das hochgelobte Buch auch was für mich sein. Wir werden sehen.