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Autor Thema: Ben Aaronovitch - Die Flüsse von London  (Gelesen 864 mal)

Tolpan

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Ben Aaronovitch - Die Flüsse von London
« am: 11. Januar 2012, 21:08:22 »

"Die Flüsse von London"
von Ben Aaronovitch




Zitat
Inhalt: Peter Grant ist Police Constable in London mit einer ausgeprägten Begabung fürs Magische. Was seinen Vorgesetzten nicht entgeht. Auftritt Thomas Nightingale, Polizeiinspektor und außerdem der letzte Zauberer Englands. Er wird Peter in den Grundlagen der Magie ausbilden. Ein Mord in Covent Garden führt den frischgebackenen Zauberlehrling Peter auf die Spur eines Schauspielers, der vor 200 Jahren an dieser Stelle den Tod fand.

Über den Autor: Ben Aaronovitch wurde in London geboren und lebt auch heute noch dort. Arbeitet als Buchhändler, wenn er gerade keine Romane oder Fernsehdrehbücher schreibt (er hat u. a. Drehbücher zu der englischen Kult-TV-Serie ›Doctor Who‹ verfasst).

So, ich dachte mir ich mach für das Buch schon einmal einen Thread auf. Es scheint ja auf großes Interesse zu stoßen und wird schon fleißig gelesen.  :breitgrins: Ich bin noch nicht sehr weit, bisher weder übermäßig begeistert aber auch bei weitem nicht enttäuscht oder so. Ich muss erst schauen wo die Reise hingeht. Interessant ist es jedenfalls schon einmal. Fängt wie ein Krimi an und bekommt langsam einen phantastischen Einschlag, wobei unser Hauptcharakter davon selbst noch nicht viel Ahnung hat. Sprachlich eher trocken, nüchtern ... Ach ja, der Hauptcharakter ist Ich-Erzähler. ;)

Einen zweiten Teil gibts auch schon, ist auf deutsch ("Schwarzer Mond über Soho") für Sommer 2012 angekündigt. Und im März kommt ein dritter Teil auf englisch heraus.  :winken:
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HoldenCaulfield

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Re: Ben Aaronovitch - Die Flüsse von London
« Antwort #1 am: 11. Januar 2012, 21:30:38 »

Diesen Titel hatte ich gestern im Buchladen auch schon in der Hand. Es klingt ja schon sehr nach meinem Geschmack :breitgrins: Ich werd aber wohl eher mal in der Stadtbibliothek danach suchen. Dieses Jahr möchte ich mit dem Buchkauf ein wenig zurücktreten und grad erst hab ich mir schon zwei Bücher gekauft.
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Tolpan

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Re: Ben Aaronovitch - Die Flüsse von London
« Antwort #2 am: 11. Januar 2012, 22:30:41 »

Ich bin ja auch schon im Bahnhofsbuchladen um das Buch rumgeschlichen und musste mich arg zügeln. Da war ich natürlich happy als ich ein Reziexemplar bekommen konnte.  :heybaby:
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Tolpan

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Re: Ben Aaronovitch - Die Flüsse von London
« Antwort #3 am: 15. Januar 2012, 19:37:26 »

Inhalt: London in diesem Jahrtausend. Im Gegensatz zu seiner guten Freundin Lesley, die es als Police Constable sofort den Sprung zur Mordkommission schafft sieht es für Peter Grant nicht so gut aus. Bürodienst, Schreibtischkram – dafür scheint er vorgesehen. Hätte er nur nicht dieses Gespenst gesehen … was Inspector Nightingale mitbekommen hat. So landet Peter bei eben jenem (Spezialgebiet: Magie) und wird zum Zauberlehrling, der nebenbei übernatürliche Mordfälle aufklären und zwischen den Flussgöttern der Themse vermitteln muss.

Meine Meinung: Manchmal ist es leichter zu begründen warum einem ein Buch nicht gefallen hat, als zu begründen warum es gut oder gar sehr gut gefallen hat. Dies ist so ein Fall. Ich mag das Buch, aber es fällt mir schwer festzuhalten warum. Ich versuche es dennoch.

Zum einen gefällt mir die gelungene Mischung. Fantastische Krimis habe ich schon den ein oder anderen gelesen, aber dieser ist der Erste in dem auch tatsächlich ein Ordnungshüter selbst die Hauptrolle spielt. So fängt es also wirklich mehr wie ein Krimi an bevor es nach und nach immer mehr phantastischen Einschlag erhält.

Peter Grant, seines Zeichens Ich-Erzähler des Buchs, pflegt einen eher nüchternen und sachlichen Tonfall, gespickt mit diversen Informationen (auch über die Vergangenheit der Stadt) und eher trockenem Humor. Das veranlasst mich nicht dazu schallend zu lachen – aber doch gelegentlich zu schmunzeln. Die Charaktere sind jedenfalls sympathisch gezeichnet, leider kann ich sie mir bildlich eher schlecht vorstellen.

Außerdem macht es Spaß diese neue Welt, die sich da auftut, zu erkunden. So etwas wie die hier im Buch beschriebenen „Vestigia“ ist mir in anderen Büchern noch nicht untergekommen und die Idee finde ich interessant und gibt sicher noch mehr her. Ebenfalls interessant fand ich die Flussgötter, wobei die Umsetzung erst einmal unspektakulär wirkt – doch stille Wasser sind tief, ihre Macht ist groß, auch wenn man das nicht sofort bemerkt.

Nicht zuletzt ist das Buch auch spannend. Nein, die Spannung zerriss mich jetzt nicht wenn ich mal nicht weiterlesen konnte, aber ich konnte es andererseits auch nicht erwarten das Buch wieder in die Hand zu nehmen und Peter auf seinen (privaten sowie beruflichen) Nachforschungen, sei es nun zu Wiedergängern oder der Wirkung von Magie auf technische Geräte zu begleiten. Es hat Spaß gemacht einen Teil dieses Londons zu erkunden und ich habe mich absolut unterhalten gefühlt.

Fazit: Amüsante Unterhaltung mit trockenem Humor. Ich freue mich auf weitere Bücher der Reihe. 4ratten
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Annabas

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Re: Ben Aaronovitch - Die Flüsse von London
« Antwort #4 am: 15. Januar 2012, 20:17:42 »

Danke für die Rezi!  :winken:
Ich freue mich jetzt noch mehr auf die Leserunde zu diesem Buch.

Grüße von Annabas
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HoldenCaulfield

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Re: Ben Aaronovitch - Die Flüsse von London
« Antwort #5 am: 16. Januar 2012, 10:38:19 »

Ich sollte hier im Forum keine Rezis mehr lesen wenn mich das Buch eh schon interessiert :lachen:
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Re: Ben Aaronovitch - Die Flüsse von London
« Antwort #6 am: 16. Januar 2012, 11:31:11 »

Ich sollte hier im Forum keine Rezis mehr lesen wenn mich das Buch eh schon interessiert :lachen:

Du hast die Rezi doch unterbewusst nur gelesen, damit du einen NOCH besseren Grund hast dir das Buch zu kaufen (oder dich für die Leserunde anzumelden).  :zwinker:
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Re: Ben Aaronovitch - Die Flüsse von London
« Antwort #7 am: 16. Januar 2012, 11:32:54 »

Ich sollte hier im Forum keine Rezis mehr lesen wenn mich das Buch eh schon interessiert :lachen:

Dito.  :rollen: :winken:
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HoldenCaulfield

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Re: Ben Aaronovitch - Die Flüsse von London
« Antwort #8 am: 16. Januar 2012, 11:38:17 »

@Tolpan
:breitgrins: Das wäre natürlich möglich.
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mondy

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Re: Ben Aaronovitch - Die Flüsse von London
« Antwort #9 am: 16. Januar 2012, 22:57:52 »

Hm, eigentlich hab ich das Buch ähnlich empfunden wie Tolpan, würde dafür aber nur 3ratten geben. Ja, das Buch ist nett. Ja, einige Male musste ich auch schmunzeln. Und ja, an manchen Stellen kommt auch Spannung auf. Aber das reicht mir nicht für eine hohe Bewertung, denn letztendlich hat die Lektüre zwar Spaß gemacht, vom Hocker hat sie mich aber nicht gerissen.

Die Handlung an sich fand ich eigentlich ganz gut. Peter Grant, eigentlich normaler Polizist, sieht während eines Einsatzes einen Geist. Diese Begegnung verändert sein komplettes Leben, jetzt soll er nämlich als Zauberlehrling in einer magischen Sondereinheit anfangen. Dabei geschehen allerhand witzige und auch weniger witzige Dinge (mit Wiedergängern ist nun mal nicht zu spaßen). Mir hat irgendwie die Substanz hinter den Geschehnissen gefehlt, es gibt haufenweise Andeutungen, aber selten wird etwas wirklich erklärt. Warum, wieso, weshalb ... unwichtig, Hauptsache, es passiert. Mir war das teilweise echt zu wenig.

Schön fand ich allerdings die Idee mit Londons Flüssen. Ich will hier ja nicht zu viel verraten, aber der Titel des Buches hält, was er verspricht. Überhaupt hat der Autor einige gute Ideen, was den Fantasy-Bereich anbelangt. Molly, das Hausmädchen, ist mir dabei besonders an Herz gewachsen, über sie und ihre Geschichte würde ich auch gerne noch mehr erfahren. Sehr witzig fand ich übrigens den Anfang des letzten Kapitels. Vielleicht wäre ein Buch über die alltägliche Arbeit eines Zauberlehrlings auch mal ganz interessant. :zwinker:

Recht viel mehr habe ich eigentlich nicht mehr zu sagen. Die Charaktere waren mir alle sympathisch, auch wenn mir an der ein oder anderen Stelle wieder mal die Tiefe gefehlt hat. Über Lesley erfährt man so gut wie nichts und bei den meisten anderen Personen ist es ähnlich. Da es sich aber um den Auftakt einer Reihe handelt, hoffe ich, dass da noch mehr kommt.     

Fazit: Gute Unterhaltung, muss man aber nicht unbedingt gelesen haben.
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Tolpan

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Re: Ben Aaronovitch - Die Flüsse von London
« Antwort #10 am: 16. Januar 2012, 23:35:45 »

Siehste! Einige deiner Kritikpunkte sorgten dafür dass das Buch nicht die volle Punktzahl bekam. Aber 4 Punkte musste es bekommen, da ich mich halt trotzdem gut amüsiert habe.  :smile:
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Re: Ben Aaronovitch - Die Flüsse von London
« Antwort #11 am: 17. Januar 2012, 10:35:04 »

Ja, das ist auch gut so, jeder bewertet nach seinem Maßstab. Für mich war das Buch, glaube ich, noch ein wenig durchschnittlicher als für dich und Durchschnittsbücher bekommen bei mir 2,5 - 3 Ratten. :winken:
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Re: Ben Aaronovitch - Die Flüsse von London
« Antwort #12 am: 17. Januar 2012, 11:13:47 »

Bei mir 3.  :breitgrins: Ich habe ehrlich gesagt auch zwischen 3,5 und 4 Ratten geschwankt, aber dann dem Bauchgefühl nachgegeben. Letztendlich läuft es sowieso meistens auf ein ungefähres Bauchgefühl (z.B. wie zufrieden ich mich nach der Lektüre gefühlt habe) hinaus, dass ich dann versuche zu begründen.  :breitgrins:
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Re: Ben Aaronovitch - Die Flüsse von London
« Antwort #13 am: 30. Januar 2012, 14:56:14 »

Die Informationen innerhalb der Spoilermarkierungen kann man mitlesen, muss es aber nicht tun. Sie enthalten keinen Geheimnisverrat, sondern lediglich weitere Informationen zu Personen und Handlungsverlauf.



Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London – Roman, OT: Rivers of London, Deutsch von Karlheinz Dürr, München 2012, dtv Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 978-3-423-21341-7, 477 Seiten, Softcover, Format 12 x 19 x 2,6 cm, EUR 9,95 (D), EUR 10,30 (A).

„Es eskaliert“, sagte ich.
Nightingale warf mir einen scharfen Blick zu, sagte aber nichts.
„Aber was eskaliert?“, fragte Lesley. „Und warum könnt ihr es nicht aufhalten?“
„Weil wir, Constable“, sagte Nightingale kalt, „nicht wissen, was es ist.“
(Seite 237)

London, hier und heute: Peter Grant, Sohn eines drogenabhängigen weißen Jazzmusikers und einer farbigen Putzfrau aus Sierra Leone, ist Polizeianwärter bei der Metropolitan Police. Durch besondere Talente zeichnet er sich nicht aus, und so hat er sich schon damit abgefunden, nach seiner Ausbildung in irgendeinem stinkfaden Schreibtischjob zu landen.

Das wäre zweifellos auch geschehen, wäre er nicht bei einem Mordfall in Covent Garden mit einem besonderen Augenzeugen ins Gespräch gekommen: dem Geist des vor 120 Jahren verstorbenen Nicholas Wallpenny. Das ruft Detective Chief Inspector Thomas Nightingale auf den Plan, den Chef einer geheimen Einheit der Met, die sich mit übernatürlichen Phänomenen befasst. Genauer gesagt, besteht die Einheit derzeit nur aus DCI Nightingale, dem letzten Magier Englands. Doch er ist bereit, erstmals nach 50 Jahren wieder einen „Zauberlehrling“ aufzunehmen: Peter Grant.

Der sagt sich, dass alles besser ist als am Schreibtisch zu versauern, und zieht mit Sack und Pack in ein Nebengebäude des „Folly“, „der offiziellen Residenz der englischen Magie seit 1775 (Seite 100). Das ist ein gruseliges Haus am Russell Square. Hier lebt Thomas Nightingale mit Haushälterin Molly, die irgendwie nicht ganz menschlich ist. Aber Nightingale selbst ist ja auch wesentlich älter als er aussieht. Also wirklich wesentlich älter. Das geht hier alles nicht mit rechten Dingen zu!

Also lernt Police Constable Peter Grant jetzt zaubern und schrottet dabei alle elektronischen Geräte in der näheren Umgebung. Das sind die Risiken und Nebenwirkungen der Magie. Er erfährt, dass es in London viel mehr Übernatürliches gibt, als sich sein skeptischer Verstand je hätte träumen lassen. Oder hättet ihr gewusst, dass es in England Flussgötter gibt? Doch, ehrlich! Da ist zum Beispiel Vater Themse, der schon seit vorrömischer Zeit den Fluss von der Quelle aus beherrscht. Heute ist er im Schaustellergewerbe aktiv. Und es gibt Mutter Themse, eine ehemalige Krankenschwester aus Nigeria, die ihren Götterjob erst seit den1950-er Jahren macht. Und die den Fluss von der Teddington-Schleuse an bis zur Mündung für sich beansprucht.

Auch die Nebenflüsse haben Repräsentanten aus Fleisch und Blut. Es sind die Kinder von Mama beziehungsweise Papa Themse – und allesamt Wassernymphen. Beverly Brook, eine Tochter von Mama Themse, ist sehr attraktiv, ein bisschen zickig und freundet sich mit Peter Grant an. Der hat nämlich von seinem „Meister“ Nightingale einen heiklen Auftrag bekommen: Er soll in den Grenzstreitigkeiten der zwei verfeindeten Flussgötterclans vermitteln, die schon den Charakter eines Bandenkriegs angenommen haben.

Aber das ist alles Kleinkram im Vergleich zu dem, was die Polizisten sonst noch an der Backe haben: Grundlos gehen plötzlich brave Bürger aufeinander los – mit tödlichem Ausgang. Dass Magie im Spiel ist, spürt Nightingale sofort.
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Was genau ist hier los? Treibt ein Geist sein Unwesen,
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Während einer gut besuchten Opernaufführung kommt es zum dramatischen Showdown. Ausgerechnet jetzt liegt DCI Nightingale im Krankenhaus und Peter Grant, der Zauberer-Azubi im ersten Lehrjahr, muss mit einem Jahrhunderte alten Gegner alleine fertig werden. Nun ja … fast alleine …

Phantasievoll, witzig, spannend und herrlich abgedreht! Das hier ist wirklich kein romantischer Fantasykitsch für kleine Mädchen! Beim Essen sollte man das Buch vielleicht nicht lesen – falls jemand diese Angewohnheit haben sollte—, denn manches ist schon ein bisschen eklig. Haushälterin Molly hat da zum Beispiel ein paar … äh … Eigenheiten.

Wer im Zug liest, muss darauf gefasst sein, dass die Leute komisch schauen, weil man immer wieder zu grinsen anfängt. Was soll man aber auch machen bei Äußerungen wie diesen?
„Offenbar hatte Follsom kurz nach seiner Beförderung in den Rang eines Commander nähere Bekanntschaft mit Verdi geschlossen und war zum Opernfreund geworden. Unter Polizisten eines gewissen Ranges und Alters sind plötzliche Anfälle von kulturellem Snobismus keine Seltenheit, es ist eigentlich eine normale Midlife-Crisis, nur aufgepeppt mit jeder Menge Kronleuchter und fremden Sprachen.“ (Seite 336)

Dieser zauberhaft spleenige Roman ist Unterhaltung pur. Und man lernt auch ein bisschen was dabei, weil Constable Peter Grant sich für die unmöglichsten Dinge interessiert und sein Wissen gerne mit uns teilt. Und weil man, wenn man es mit Romanfiguren zu tun hat, die Jahrhunderte oder gar Jahrtausende auf dem Buckel haben, an der Geschichte der Stadt und des Landes kaum vorbeikommt. Doch das bremst den Erzählfluss keineswegs. Es ist alles organisch zu einer unterhaltsamen Story verwoben.

„So stellt man es sich vor, wenn Harry Potter erwachsen geworden und zu den Bobbies gegangen wäre“, wird Diana Gabaldon auf dem Klappentext zitiert. Der Vergleich zu Harry Potter liegt in der Tat nahe und findet auch im Buch selbst Erwähnung. DCI Thomas Nightingale gefällt er allerdings gar nicht:
„Also gibt es wirklich Magie“, sagte ich. „Und Sie sind … was denn nun?“
„Ein Zauberer.“
„Wie Harry Potter!“
Nightingale seufzte. „Nein, nicht wie Harry Potter.“
„Wieso nicht?“
„Ich bin schließlich keine fiktive Romanfigur.“ (…)
(Seite 59)

Na, Mahlzeit! Wenn das die Realität wäre ...! Wir lesen über unheimliche Gestalten und chaotische Zustände lieber in Büchern wie diesen. Ach ja: Der Folgeband mit neuen Abenteuern von Grant und seinem Meister wird voraussichtlich im Juli 2012 erscheinen: SCHWARZER MOND ÜBER SOHO.



Hoffentlich ist DCI Nightingale bis dahin wieder fit! Peter muss noch so viel lernen, der wird doch mit all dem magischen Gesindel niemals alleine fertig!

Der Autor
Ben Aaronovitch wurde in London geboren und lebt auch heute noch dort. Wenn er gerade keine Romane oder Fernsehzdrehbücher schreibt (er hat u.a. Drehbücher zu der englischen TV-Kultserie DOCTOR WHO verfasst), arbeitet er als Buchhändler.

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Re: Ben Aaronovitch - Die Flüsse von London
« Antwort #14 am: 30. Januar 2012, 15:33:56 »

Ich bin praktisch schon im Buchladen :breitgrins:
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