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Autor Thema: Kerstin Pflieger - Der Krähenturm  (Gelesen 135 mal)

Annabas

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Kerstin Pflieger - Der Krähenturm
« am: 11. Januar 2012, 20:58:56 »


Kerstin Pflieger – Der Krähenturm



Inhaltsangabe:

Ein neuer Auftrag des Ordo Occulto führt Icherios Ceihn von Karlsruhe nach Heidelberg. Dort soll er die Machenschaften des ansässigen Ordensoberhauptes beobachten und seinem Mentor in Karlsruhe darüber berichten. Die Tarnung dafür überzeugt Icherios davon, dass er diesen Auftrag annehmen muss, denn um unerkannt beobachten zu können, soll sich Icherios an der Universität für ein Medizinstudium einschreiben – und damit erfüllt sich für den jungen Wissenschaftler ein Traum, an dessen Erfüllung er aus Geldmangel niemals geglaubt hatte. Icherios hat insgeheim noch einen weiteren Grund, um nach Heidelberg zu reisen: er glaubt, dort Informationen über den gewaltsamen Tod seines besten Freundes Vallentin zu bekommen. An seinem Reiseziel angekommen merkt Icherios bald, dass ein weit größeres Verbrechen im Gange ist – und sind die, die ihm als „böse“ beschrieben wurden, nicht in Wirklichkeit doch „gut“? Außerdem trifft er auf weitere magische Wesen, die sein Weltbild ständig ins Wanken bringen. Und welche Rolle spielt der Hexenjäger Silas, der ebenfalls in Heidelberg etwas zu suchen scheint?

Die Geschichte spielt im Jahr 1771.
Es gibt einen Band, der diesem Buch voraus geht: Die Alchemie der Unsterblichkeit

Der erste Satz:

„Tötet die Hexe!“

Meine Meinung zum Buch:

Das Buch ist eine gelungene Fortsetzung von „Die Alchemie der Unsterblichkeit“, allerdings kommt es nicht in allen Punkten an seinen Vorgänger heran.

Zuerst: Man muss das erste Buch nicht gelesen haben, um an dieser Geschichte Gefallen zu finden. Außer Icherios tauchen aus dem Personenkreis des ersten Buches nur (kurz) sein Mentor Anselm von Freyberg und (etwas ausführlicher, aber nicht als Hauptfigur) Carissima auf – alle anderen Personen sind neu in dieser Geschichte. Icherios Ratte Maleficium ist natürlich auch wieder dabei. Damit sind auch die Bezüge zum ersten Buch aber wenig ausgeprägt und es handelt sich um eine in sich geschlossene, neue Geschichte.

Wieder bin ich ganz platt von der Phantasie der Autorin. Nachdem mich das Gewimmel der magischen Wesen im ersten Buch schon erstaunt hatte, fährt Kerstin Pflieger hier noch weitere, völlig andere, unerwartete und verblüffende Wesen auf. Im Mittelpunkt stehen diesmal die Hexen, aber Icherios muss sich auch mit Nixen, Schattengeistern, Werratten, Wargen etc. herumplagen bzw. sie um Hilfe bitten, bis er in seinen Ermittlungen weiter kommt.

Nun aber zu meinen Kritikpunkten: Die Autorin erzählt die Geschichte diesmal mit zwei Handlungssträngen. Auf der einen Seite haben wir Icherios mit seinem Auftrag, auf der anderen Seite den Hexenjäger Silas, der seine eigenen Ziele verfolgt. Diese beiden Handlungsstränge laufen lange Zeit etwas zusammenhanglos nebeneinander her – hier hätte ich mir schon früher eine Verknüpfung gewünscht. DASS die beiden Handlungsstränge irgendwie und irgendwann zusammengehören, ist dem Leser ja von Anfang an klar und das Warten auf die Lösung zieht sich doch etwas arg hin.

Durch die beiden Handlungsstränge verliert die Geschichte auch an Charme, denn eigentlich ist Icherios die Hauptfigur und auch der Sympathieträger, der diesmal öfters für mehrere Seiten „ausgeblendet“ wird. Mit Silas bin ich bis zum Schluss nicht ganz warm geworden, vermutlich weil ich lange Zeit nicht wusste, was er in der Geschichte denn nun genau soll. Icherios Geschichte fand ich wesentlich mitreißender, sie weckte mehr Emotionen und hatte Witz, was ich alles in Silas Anteil vermisst habe.

Trotzdem: Ein tolles Buch, das ich sehr gerne gelesen habe. Einen Hinweis auf eine Fortsetzung habe ich diesmal nicht gefunden – mal sehen, ob die Autorin Icherios Ceihn noch weitere Abenteuer erleben lässt.

Meine Bewertung: 4ratten

Viele Grüße von Annabas    :winken:
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HoldenCaulfield

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Re: Kerstin Pflieger - Der Krähenturm
« Antwort #1 am: 11. Januar 2012, 21:21:13 »

Ich hatte ja schon auf deine Rezi gewartet :breitgrins: Da mir der Vorgänger ausgesprochen gut gefallen hat werd ich den Krähenturm auf jedenfall auch lesen! Ich hoffe ja schon sehr das daraus eine kleine Reihe entsteht, Icherios ist mir doch arg ans Herz gewachsen.
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Annabas

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Re: Kerstin Pflieger - Der Krähenturm
« Antwort #2 am: 11. Januar 2012, 21:22:21 »

Soll ich's dir leihen oder hast du schon eine Quelle?
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HoldenCaulfield

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Re: Kerstin Pflieger - Der Krähenturm
« Antwort #3 am: 11. Januar 2012, 21:23:31 »

Das wär schön! Meine Stadtbibliothek hat das Buch nämlich noch nicht^^
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Annabas

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Re: Kerstin Pflieger - Der Krähenturm
« Antwort #4 am: 11. Januar 2012, 21:29:41 »

Ist gut, ich bring es dann zu nimues Stammtisch mit. Ok?
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HoldenCaulfield

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Re: Kerstin Pflieger - Der Krähenturm
« Antwort #5 am: 11. Januar 2012, 21:33:16 »

Dankeschön! :)
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Jari

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Re: Kerstin Pflieger - Der Krähenturm
« Antwort #6 am: 11. Januar 2012, 22:13:03 »

Den ersten Teil fand ich "ganz okey", "nette Lektüre", hat mich aber nicht umgehauen. Trotzdem macht mich die Fortsetzung irgendwie an. Wer weiss, vielleicht werde ich mir ein Exemplar aus der Bibliothek holen?
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Re: Kerstin Pflieger - Der Krähenturm
« Antwort #7 am: 12. Januar 2012, 10:50:52 »

In eine Welt voller Magie entführt uns Kerstin Pflieger in dem zweiten großen Abenteuer von Icherios Ceihn.
Er soll nach Heidelberg reisen und neben dem anstrengenden Studium auch noch für den Ordo Occulti zum Spion werden. Doch die Sorgen des jungen Gelehrten begleiten ihn auf seinem neuen Lebensabschnitt, schließlich hat sein Vorgänger und bester Freund ein trauriges Schicksal ereilt und musste sterben, weil er zu  viel wusste. Wird Icherios die gleichen Fehler machen? Wem kann er in einer Stadt vertrauen, die eine Hochburg der Alchemie ist?

Obwohl mir das Wissen aus „Die Alchemie der Unsterblichkeit“ und damit die Anfänge unseres jungen Protagonisten fehlen, hatte ich keine Probleme einen guten Start in „Der Krähenturm“ zu finden, weil die Autorin für Neueinsteiger einen guten Überblick über die persönlichen Differenzen der Charaktere, sowie Ziele und Wünsche gab, so dass wir das nötige Hintergrundwissen innerhalb von wenigen Seiten gut gebündelt präsentiert bekamen.
Vom Schreibstil bin ich ganz begeistert, denn Kerstin Pflieger hat eine tolle Ausdrucksweise und weiß genau, wie sie mit winzigen Andeutungen und immer neuen Fabelwesen die Spannung steigern kann und uns mit Icherios über die scheinbar unendliche Weite der Magie staunen lässt. Der Protagonist verändert sich zudem im Laufe der Geschichte schrittweise weiter, da er nach dem Biss eines Vampirs nun in jeder Andreasnacht die Verwandlung zu einem Strigoi überstehen muss, damit einher geht eine immense Lust auf Fleisch und das steht im starken Kontrast zu dem friedliebenden Medizin-Studenten. Dieser Zwiespalt wurde gut dargestellt, hat aber die anderen Handlungen nicht in den Hintergrund gedrängt.

Deswegen habe ich beim Lesen hohe Erwartungen aufgebaut, die in dem eher unspektakulären Ende leider enttäuscht wurden. Nichtsdestotrotz wäre ich bei einer Fortsetzung jederzeit wieder dabei, denn viele Fragen sind noch offen und besonders das persönliche Schicksal des jungen Gelehrten sorgt bestimmt noch für einigen Trubel.
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