Inhalt:Es ist immer der erstgeborene Sohn der Familie Csillag, der mit einer besonderen Gabe gesegnet ist: Er kennt die Vergangenheit. Dies ist das Erbe seiner Väter. Mit diesem Erbe kommt auch "Das Buch der Väter", in dem jeder Erstgeborene seine Lebensgeschichte niederschreibt und es an seinen Sohn weitervererbt.
Die Geschichte beginnt im Jahr 1705. Wie lange wird die Familie Csillag überdauern und wie gehen die Erben mit ihrem Segen um, der gleichzeitig auch ein Fluch sein kann?
Meine Meinung:Miklós Vámos's Werk "The Book of Fathers" (deutsch: Das Buch der Väter) ist ein Werk, das die Familiengeschichte der Familie Sternovszky/Stern/Csillag von ihren Ursprüngen im 18ten Jahrhundert bis in die Gegenwart verfolgt.
Vámos ist ein geduldiger Beobachter und ein treuer Erzähler. Obwohl im Buch viel Tragisches geschieht, bleibt die Erzählweise immer ruhig und besonnen. Dennoch wurde ich von der Geschichte der ungarischen Familie gepackt und verlor mich ganz und gar in diesem wundervollen Buch.
Man erlebt Freud und Leid mit dem jeweils erstgeborenen Sohn der Familie. Ist auf seinen Reisen dabei, bei der Familiengründung und erfährt ebenfalls viel über sein Innenleben, da die Söhne jeweils ihre eigenen Notizen ins "Buch der Väter" übertragen. Auch die unterschiedlichen Charaktere der Figuren wurden vom Autoren gut herausgearbeitet, sodass man die Unterschiede zur vorhergehenden Generation deutlich anmerkt.
Doch erlebt man als Leser nicht nur die Entwicklung der Familie, sondern nebenbei erhält man auch einen Einblick in die Geschichte Ungarns. Dieser Part hätte für mich jedoch auch etwas umfassender und detaillierter gewesen sein können, doch dann wäre das Buch wahrscheinlich aus den Nähten geplatzt.
Toll fand ich, dass sich der Autor wirklich Gedanken um sein Buch gemacht hat. So hat er zum Beispiel die Sprache der jeweiligen Epoche so detailgetreu wie möglich wiedergegeben. Dies macht vor allem den Anfang der Geschichte etwas schwieriger zu lesen, doch macht genau dies das Buch so authentisch.
Ebenfalls hat er jedem Charakter ein Tierkreiszeichen zugeordnet und somit den gesamten Sternkreis in "Das Buch der Väter" einbezogen. Der Anfangsbuchstabe der aktuellen Hauptperson deutet an, um welches Sternzeichen es sich handelt. Jedoch handelt es sich dabei um die ungarischen Bezeichnungen, da Vámos Ungare ist. Mir hat das Rätseln sehr viel Spass gemacht, überhaupt ging mir bei den ungarischen Namen und Bezeichnungen das Herz auf.
Trotzdem ist dieser Titel kein Buch für jedermann. Man muss Familiengeschichten mögen, ansonsten ist "Das Buch der Väter" nichts für einen. Ausserdem muss man sich bewusst sein, dass man es mit einer ganzen Fülle von Namen, Daten und Tatsachen zu tun bekommt. Auch ich wusste oftmals nicht mehr, wer wer war oder was in der Geschichte zuvor passiert ist.
Was ist sehr schade fand, war, dass gegen Ende des Buches, der phantastische Part stark abnahm. War dieser vor allem in der Mitte stark ausgeprägt und ein wichtiger Teil der Geschehnisse, nahmen die Berichte über die Visionen der Männer immer mehr ab.
Fazit: Ein Buch für alle, die "Die Buddenbrooks" lieben. Ein Buch für alle, die Familiengeschichten mit realem Hintergrund mögen. Ein Buch für alle, die Ungarn mögen. Wer sich jedoch unsicher ist, sollte besser erst einmal in das Buch hineinlesen. Nicht jeder wird es mögen.
Ich bin froh, dass ich "The Book of Fathers" endlich gelesen habe, es hat es definitv nicht verdient, so lange auf dem SUB zu liegen. Es war eine Lektüre, in die ich mich total versenken konnte, auch wenn sie teilweise ziemlich langatmig und verwirrend war. Dennoch kam ich vom Schicksal der Familie Csillag einfach nicht mehr los.




& :marypiepeshalbeprivatmaus: