Inhalt: Nach der glücklichen Flucht und Rückkehr aus Frankreich ist Hornblower nicht nur befördert und finanziell abgesichert, sondern auch neuer Herr von Smallbridge mit seiner geliebten Barbara an seiner Seite. Aber das Leben als Gutsherr schmeckt ihm gar nicht, und so nimmt er den Brief der Admiralität, der ihm eine Stellung als Kommodore erster Klasse und einen Auftrag in der Ostsee anbietet, mit Freude zur Kenntnis. Die politischen Verwicklungen im Ostseeraum zwischen der englischen Flotte, den (eher widerwilligen) Verbündeten Bonapartes, den um ihre Neutralität ringenden Schweden und den noch zaudernden Russen machen auch Hornblower das Leben schwer, aber er findet für sein kleines Geschwader trotzdem einige lohnende Ziele. In Petersburg trifft er auf den Zaren und kann nur knapp eine Katastrophe im Palast verhindern. Später agiert er mit seinem Geschwader unterstützend vor Riga. Hier muß der französische Vormarsch nach Norden Richtung Petersburg aufgehalten werden. Allerdings haben die versammelten Heeresoffiziere nur wenig Vorstellung davon, wie Schiffe an der Küste operieren können und so kann Hornblower auch hier das ein oder andere „Kunststück“ absolvieren ...
Meine Meinung: Im Vergleich zum Vorgängerband gefiel mir dieser immer wieder etwas besser, weil es zumindest ein größeres Maß an Seeaktionen gab. Allerdings merkt man, daß Hornblower als Kommodore in seinen Handlungsmöglichkeiten beschränkt ist. Ideen haben und planen darf er zwar immer noch, aber ausführen tun eben die jungen Kommandanten und Leutnants. Daß dies einem Charakter wie Hornblower nicht sonderlich gefällt, ist nicht überraschend. Zudem bringt die neue Position auch mehr Bewegung auf offiziellem Parkett mit sich, und in dieser Atmosphäre fühlt sich Hornblower sichtlich unwohl, was ich immer gut verstehen kann, mir ginge es auch nicht anders. Dafür schlägt er sich aber recht beachtlich, seine gute Menschenkenntnis und seine Führungsqualitäten helfen ihm hier aus manch kniffliger Situation.
Die Aktionen selbst sind teilweise durchaus wieder spektakulär und nicht einfach eine Wiederholung von früheren Husarenstückchen. Das liegt zum einen an den in der Ostsee herrschenden Bedingungen, die sich von der Atlantikküste oder dem Mittelmeer eben deutlich unterscheiden. Zum anderen hat es seine Gründe aber auch in der Koordination mit den Kämpfen an Land, in die unmittelbar eingegriffen wird. Hier zeigt sich sehr schön, daß Seeoffiziere, die mit einem so unberechenbaren Element wie dem Meer klar kommen müssen, geistig wohl etwas beweglicher bleiben, als Heeresoffiziere, die nach Lehrbuch und mathematischen Formeln ihre Belagerungsgräben berechnen. Interessant finde ich hier vor allem immer den Einsatz der Kanonenboote, die ein bißchen als häßliche Entlein im Geschwader unterwegs sind, aber durchaus nützliche Qualitäten entwickeln, wenn sie richtig geführt werden, und die ein neues Element im Vergleich zu den Vorgängerbänden ins Spiel bringen.

Schönen Gruß
Aldawen