So, nachdem ich die letzten Tage kaum Zeit hatte, bin ich nun auf
Seite 164 gelandet.
Bisher komme ich noch ganz gut mit, was die politischen Beziehungen betrifft, auch wenn ich schon merke, dass ich konzentrierter und langsamer lesen muss, um den Überblick einigermaßen zu behalten. Gerade was die Situation Schwedens und den damit verbundenen Wirrwarr betrifft (den ja sogar Hornblower immer gereizter machte, je länger er sich die ganzen Erklärungen der Parlamentäre anhörte

), so bin ich nicht sicher, ob ich das alles komplett und richtig verstanden habe. Aber im Großen und Ganzen glaube ich dies zumindest, vor allem wird im Buch alles recht gut durch Hornblowers Gedankengänge erklärt, finde ich. Das ist mir jetzt schon öfter mal aufgefallen, dass gerade Hornblowers Überlegungen auch dem Leser ganz gut die Vorgänge klar machen. Als er z. B. so tat, als würde er den Zar gar nicht sehen, aber gerade extra zu diesem sprach, hatte ich z. T. sogar das Gefühl er spricht bei der Gelegenheit auch zu mir, um mir auch gleich alles zu erklären.

Aber das "Gesetz des internationalen Entgegenkommens", das der Schwede erwähnt und als Grund vorgibt, nicht den Franzosen nur eine bestimmte Zeit zu dulden, was er wohl bei Neutralität tun müsste, wurde mir nicht klar. Dieses Gesetz scheint von der Bedeutung her zwischen Neutralität und Verbündung zu liegen? Also etwas neutraler als neutral, oder wie ist das zu verstehen?
Nein, die meine ich nicht. Ich glaube, so zwei Kapitel weiter müßte es sein, Du wirst es sicher erkennen.
Meinst du den "Unfug", wie er den späteren Salut bezeichnete? Da musste ich laut lachen.

Sehr spannend war dann der Beschuss der Blanchefleur und auch hier gab es wieder Szenen, die Hornblower so schön beschreiben, nämlich als er sich kaum halten konnte und vor Aufregung herumhüpfte.

Aber auch das Gegenteil, nämlich seine Betroffenheit über die Art und Weise, wie zur Vernichtung des Schiffes vorgegangen wurde.
Schön fand ich auch seine Gedanken über die väterlichen Gefühle, die er entwickelt hat. Man merkt, er wird ruhiger und älter.

Und wenn wir schon dabei sind, so fand ich dann wieder sehr lustig, wie wenig er doch mit Musik anfangen kann ("quieken und brummen"

)
Es ist auf jeden Fall sehr interessant zu lesen, wie er immer wieder abwägt, was er als nächstes zu tun oder zu sagen hat, um die richtige Entscheidung damit zu treffen, ob es nun die Reaktion auf das Schreiben (z. B. wegen der für seine Vorgesetzten reservierten Floskel "sie werden ersucht und angewiesen" ... ) oder das "Gespräch" mit dem Zar ist.
Nur bei einer Sache hatte er eine ziemlich lange Leitung, nämlich
was Braun und die Pistole betrifft. Als seine eigene hat er sie ja dann doch noch bald erkannt, aber dass er sich so gar keine Gedanken über die Bedeutung gemacht hat, wo Braun doch auf die Russen nicht gut zu sprechen ist ... Da bimmelten bei mir aber ganz schnell die Alarmglocken! Mal gespannt, was da noch kommt, wenn es im nächsten Kapitel heißt "Das Fest des Zaren"