Huhu Nimue!

Ja, ein gutes Thema. Dass Menschen - egal ob Autor oder nicht - Kritik nicht gerne hören, ist zwar verständlich, aber in bestimmten Berufen geradezu kontraproduktiv. Wenn man etwas tut, dass anderen Menschen Freude bereiten soll - wie etwa ein Buch zu schreiben, von dem man möchte, dass es viele Menschen lesen und gerne haben - dann muss man auch akzeptieren, dass man zumindest mit seinem Werk in der Öffentlichkeit steht und zum Teil negative Kritik hören wird. Und zwar nicht nur die gut gemeinte, von der Nimue spricht, sondern auch Kritik von faulen Schülern, Leuten, die sich einfach gerne negativ über die Arbeit eines anderen äußern, und und und. Klar, das tut einem als Person weh, aber man muss lernen, das wegzustecken. Ich bin sicher, auch Stephen King hat schon Rezensionen bekommen, wo jeder von uns hier in Tränen ausbrechen würde. (Oder was ist mit Schauspielern? Die sind so öffentlich, dass jede Woche über ein Kilo mehr auf den Rippen gelästert wird... das ist halt ein wahres Extrem, aber auch die müssen das aushalten. Und so etwas hat noch nichtmal mit der Arbeit zu tun, sondern ist nur noch persönlich!)
Ich war ja früher eine, die Rezensionen nur zu Büchern geschrieben haben, die es "wert" waren, die mir also gut gefallen haben. Inzwischen genieße ich es auch, kritischer zu sein, und durchaus zu sagen, warum mir dieser und jener Bestseller nicht ganz so uneingeschränkt gefallen hat wie vielen anderen. Beleidigen will ich dadurch niemanden, schon gar nicht auf persönlicher Ebene. Aber wenn ein Buch wirklich grottig ist und ich erklären kann, warum (also nicht "Das Buch ist sch..." und aus), dann denke ich, dass der Autor letztenendes doch etwas von der Rezension hat. Sicher, vielleicht bin ich gerade übersensibel auf Rechtschreibfehler, die andere weniger stören. Für den Autor (oder natürlich die Autorin) ist es gut zu wissen, dass er in Zukunft alle Fehler ausmärzt.
Inzwischenn bin ich fast stolz darauf, dass ich auch schon mal einen ordentlichen Verriss schreibe. Selbst da versuche ich mich aber an konstruktive Kritik zu halten, auch wenn ich manchmal vielleicht darüber hinausschreite. Wenn mit ein Buch sehr ärgert, etwa. Wenn ich wirklich das Gefühl hatte, der Autorin zu viel Vertrauen geschenkt und somit Zeit mit ihrem Buch
verschenkt zu haben. Zu demselben Buch gab es weit positivere Stimmen als meine (jaja, ihr wisst ja wovon ich rede

) und die Autorin sieht das zweifelsfrei auch als eine Stimme unter vielen.
Wenn sie schlau ist, nimmt sie jede Stimme wahr, überlegt ob da was Kluges gesagt wird und bemüht sich in ihrem nächsten Buch, besser zu werden. Als Autor ist das vielleicht generell keine schlechte Einstellung... Mit jedem Buch ein besserer Autor werden - unabhängig davon, was die breite Masse sagt.
Liebe Grüße,
Wendy (hat dieses Jahr noch keinen Verriss zu vermelden

)