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Autor Thema: "Das Buch war Sch...!" - Von Rezensionen & Rezensenten  (Gelesen 10373 mal)

nimue

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"Das Buch war Sch...!" - Von Rezensionen & Rezensenten
« am: 04. Januar 2012, 13:15:20 »

Hallo ihr Lieben,

über Facebook stieß ich auf einen interessanten Artikel, den ich gerne mit euch teilen möchte. Es geht um das Problem, dass manche Autoren nicht mit konstruktiver (aber negativer) Kritik umgehen können. Man setzt sich mit dem Schreiben eines "Verrisses" unter Umständen den Anfeindungen der beleidigten Autoren aus - das kann sogar so weit gehen, dass mit Anwälten gedroht wird.

Das Buch war Sch...!

Leider ist es eine Gratwanderung für ernstzunehmende Rezensenten (ich meine damit jetzt nicht unbedingt die Amazon-Rezensionen). Rezensiert man nur wohlwohllend die Bücher, die man mochte, freuen sich die Autoren - aber die Leser (die eigentliche Zielgruppe) nehmen einen irgendwann nicht mehr ernst. Rezensiert man negativ (bei mir immer begründet und konstruktiv), dann verletzt man die Autoren.

Immer wieder lese ich den Tipp, doch lieber gar nicht zu rezensieren, wenn man nichts Positives zu sagen hat. Das kommt für mich persönlich überhaupt nicht in Frage. Wie man es macht, ist es falsch, aber ich habe die Entscheidung getroffen, jedes gelesene Buch ehrlich zu rezensieren und dann - wenn es sein muss - auch negativ. Unter den Tisch lasse ich nichts fallen, aber ich hoffe natürlich immer, dass ich mit meiner Kritik nicht zu sehr verletze.

Inzwischen ist es übrigens so, dass ich Rezensionsanfragen ablehne (das Buch also auf Literaturschock weder vorstelle noch rezensiere), wenn ich vorher schon weiß, dass die Autoren nicht so gut mit ehrlicher Kritik umgehen können. Vor allem bei Büchern, die in Kleinstverlagen oder gar im Eigenverlag erschienen, bin ich vorsichtig. Damit ist den Autoren sicher auch nicht geholfen, aber ich muss mich nicht herumärgern.

Liebe Grüße
nimue
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Wenn Du keinen Menschen töten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an. (Leo Tolstoi)

Alexa

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Re: "Das Buch war Sch...!" - Von Rezensionen & Rezensenten
« Antwort #1 am: 04. Januar 2012, 13:22:24 »

Hallo,

da für mich eine Rezension die subjektive Empfindung widerspiegelt kann ich überhaupt nicht verstehen, wie man mit so einer "Kritik" oder Meinungsäußerung nicht umgehen kann  :rollen: .

Man braucht doch nur mal hier bei uns die Bücherthreads zu schauen: Was einer negativ bewertet fällt dem anderen extrem positiv auf...

Für mich ist im Fazit völlig unverständlich, wie eine ordentlich formulierte Rezension solche Reaktionen bei Autoren und Verlagen verursachen kann. Es wäre allerdings interessant, was ein Richter wirklich in einem solchen Fall entscheiden würde.
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:leser:

Lew Tolstoi - Anna Karenina
Nele Neuhaus - Unter Haien

Spatzi79

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Re: "Das Buch war Sch...!" - Von Rezensionen & Rezensenten
« Antwort #2 am: 04. Januar 2012, 13:31:46 »

Ich denke, wie auch im Artikel erwähnt - der Ton (bzw die Wortwahl) macht die Musik.

Ich lese kaum Blogs, was daran liegt, dass es mich oft regelrecht schaudert, wenn ich sehe, wie wenig manche von Rechtschreibung, Satzzeichen, Wortwahl, usw. wissen. Aber sich trotzdem dazu berufen fühlen, über Autoren und deren Bücher zu urteilen.

Unmöglich fand ich auch irgendwo mal den Hinweis, sie (die Bloggerin, edit: nicht die Verfasserin des hier verlinkten Blogs, sondern irgendeine Blogbetreiberin) würde jedem davon abraten, sich dieses fürchterliche Buch zu kaufen (sie hatte es ja zum Glück vom Verlag kostenlos erhalten).
Bei solchen Kommentaren verstehe ich Autoren und Verlage, denen der Kragen platzt.

Dass eine konstruktive Kritik auch negativ sein darf, sollte meiner Meinung nach aber genauso unstrittig sein.
« Letzte Änderung: 05. Januar 2012, 11:47:02 von Spatzi79 »
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marimirl

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Re: "Das Buch war Sch...!" - Von Rezensionen & Rezensenten
« Antwort #3 am: 04. Januar 2012, 13:35:44 »

Ich kann schon nachvollziehen, dass sich ein Autor durch negative Kritiken gekränkt fühlt. Er ist schließlich auch nur ein Mensch und manche sind eben leichter verletzbar als andere. Klar, irgendwie gehört es zum Berufsrisiko. Der Leser hat natürlich sein Recht darauf, ein Buch schlecht zu finden. Wenn jetzt jeder nur noch positive Kritiken schreiben würde, dann bräuchten wir ja eigentlich gar keine mehr.

Ich habe einmal eine eher negative Kritik zu einem Buch geschrieben, in der ich aber auch erwähnt habe, dass es wohl eher daran liegt, dass das Genre nichts für mich ist und ich mit der Geschichte nichts anfangen kann. Darum habe ich auch Abstand davon genommen, Punkte zu vergeben. Der Autor hat mir daraufhin eine Nachricht geschickt und dafür bedankt, dass ich so ehrlich war und dass ich deswegen nicht gleich null Punkte vergeben habe. Das fand ich schon sehr nett.

Also, ich finde schon, dass man negative Rezensionen verfassen darf bzw. sogar soll. Man darf sich natürlich nicht im Ton vergreifen, dann hinter jedem Autor steckt nunmal ein Mensch. Mit "normaler" schlechter Kritik müssen sie schon umgehen können.

Ich glaube, die negative Reaktion hängt auch damit zusammen, dass ein Verlag erwartet, dass man eine halbwegs gute Kritik abgibt, wenn man das Buch zur Verfügung gestellt bekommen hat - so quasi "Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul". Aber das grenzt ja dann schon fast an Bestechung... Also, auch da sehe ich nicht ein, warum man keine schlechte Meinung schreiben sollte, wenn sie denn der subjektiven Wahrheit entspricht.
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Wendy

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Re: "Das Buch war Sch...!" - Von Rezensionen & Rezensenten
« Antwort #4 am: 04. Januar 2012, 13:42:37 »

Huhu Nimue! :winken:

Ja, ein gutes Thema. Dass Menschen - egal ob Autor oder nicht - Kritik nicht gerne hören, ist zwar verständlich, aber in bestimmten Berufen geradezu kontraproduktiv. Wenn man etwas tut, dass anderen Menschen Freude bereiten soll - wie etwa ein Buch zu schreiben, von dem man möchte, dass es viele Menschen lesen und gerne haben - dann muss man auch akzeptieren, dass man zumindest mit seinem Werk in der Öffentlichkeit steht und zum Teil negative Kritik hören wird. Und zwar nicht nur die gut gemeinte, von der Nimue spricht, sondern auch Kritik von faulen Schülern, Leuten, die sich einfach gerne negativ über die Arbeit eines anderen äußern, und und und. Klar, das tut einem als Person weh, aber man muss lernen, das wegzustecken. Ich bin sicher, auch Stephen King hat schon Rezensionen bekommen, wo jeder von uns hier in Tränen ausbrechen würde. (Oder was ist mit Schauspielern? Die sind so öffentlich, dass jede Woche über ein Kilo mehr auf den Rippen gelästert wird... das ist halt ein wahres Extrem, aber auch die müssen das aushalten. Und so etwas hat noch nichtmal mit der Arbeit zu tun, sondern ist nur noch persönlich!)

Ich war ja früher eine, die Rezensionen nur zu Büchern geschrieben haben, die es "wert" waren, die mir also gut gefallen haben. Inzwischen genieße ich es auch, kritischer zu sein, und durchaus zu sagen, warum mir dieser und jener Bestseller nicht ganz so uneingeschränkt gefallen hat wie vielen anderen. Beleidigen will ich dadurch niemanden, schon gar nicht auf persönlicher Ebene. Aber wenn ein Buch wirklich grottig ist und ich erklären kann, warum (also nicht "Das Buch ist sch..." und aus), dann denke ich, dass der Autor letztenendes doch etwas von der Rezension hat. Sicher, vielleicht bin ich gerade übersensibel auf Rechtschreibfehler, die andere weniger stören. Für den Autor (oder natürlich die Autorin) ist es gut zu wissen, dass er in Zukunft alle Fehler ausmärzt.

Inzwischenn bin ich fast stolz darauf, dass ich auch schon mal einen ordentlichen Verriss schreibe. Selbst da versuche ich mich aber an konstruktive Kritik zu halten, auch wenn ich manchmal vielleicht darüber hinausschreite. Wenn mit ein Buch sehr ärgert, etwa. Wenn ich wirklich das Gefühl hatte, der Autorin zu viel Vertrauen geschenkt und somit Zeit mit ihrem Buch verschenkt zu haben. Zu demselben Buch gab es weit positivere Stimmen als meine (jaja, ihr wisst ja wovon ich rede  :breitgrins:) und die Autorin sieht das zweifelsfrei auch als eine Stimme unter vielen.

Wenn sie schlau ist, nimmt sie jede Stimme wahr, überlegt ob da was Kluges gesagt wird und bemüht sich in ihrem nächsten Buch, besser zu werden. Als Autor ist das vielleicht generell keine schlechte Einstellung... Mit jedem Buch ein besserer Autor werden - unabhängig davon, was die breite Masse sagt.

Liebe Grüße,
Wendy (hat dieses Jahr noch keinen Verriss zu vermelden :breitgrins:)
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Tolpan

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Re: "Das Buch war Sch...!" - Von Rezensionen & Rezensenten
« Antwort #5 am: 04. Januar 2012, 13:44:21 »

Wenn ich etwas lese, dann habe ich (meistens) hinterher eine Meinung dazu. Ich bemühe mich jetzt sogar zu jedem gelesenen Buch ein ehrliches Fazit fürs Forum zu verfassen (manchmal nur ein, zwei kurze Sätze zum Allgemeineindruck, manchmal eine ganze Rezension). Nur positive Rezensionen zu verfassen sehe ich nicht ein. Und nur weil ich mal ein Buch gegen Rezi umsonst bekomme gibts auch keine positive Rezi. Punkt. Ich schreibe schließlich nicht einfach "Das war sch***!" (Obwohl ich - wenn ich ein Buch sehr geärgert hat - das auch mal etwas direkter ausdrücke.) Ich versuche meine Meinung immer so gut wie möglich zu begründen. Solange man das macht sehe ich keinen Grund weswegen man eine negative Kritik nicht veröffentlichen sollte.

Hinzu kommt ja, dass etwas was MIR nicht gefällt evtl. jemand anderen begeistert. Evtl. kauft sich dieser jemand deshalb sogar das Buch weil er weiß das ihm genau dieser Punkt gefallen wird ... wer weiß?

Oh, ich kann ja verstehen wenn ein Autor erst einmal verletzt ist, weil ich sein Baby nicht mag! Darf er im ersten Moment auch gerne sein! Aber er sollte nicht spontan und emotional in einen kindlichen Beißreflex verfallen. Das ist fehl am Platz und zeugt nicht gerade von Reife.
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HoldenCaulfield

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Re: "Das Buch war Sch...!" - Von Rezensionen & Rezensenten
« Antwort #6 am: 04. Januar 2012, 13:53:16 »

@Wendy
:breitgrins: Wobei ja die Meinungen trotzdem sehr gemischt waren.

Ich kann mich der allgemeinen Meinung hier nur anschließen. Wenn ich eine Rezi schreibe (von mir hier im Forum inzwischen explizit als meine Meinung benannt) dann muss eben auch damit gerechnet werden das ich ehrlich bin. Wenn mir ein Buch nicht gefällt versuche ich aber auch zu begründen warum nicht.
Ich kann schon verstehen das man sich eventuell gekränkt fühlt wenn jemand sein Buch in das man Arbeit gesteckt hat nicht mag. Andererseits fände ich es respektlos gegenüber dem Autor nicht offen seine Meinung zu sagen. Zu dem .... in den Zeitungen dieser Welt wird manchmal viel schonungsloser Rezensiert als von uns Lesern... Mit Kritik sollte man als Autor einfach umgehen können, denn letztendlich ist sie ja nicht persönlich gemeint (auch wenn so mancher es wohl doch persönlich nimmt...) sondern eben auf die Bücher bezogen, den Menschen dahinter kennt man ja meist gar nicht.
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Re: "Das Buch war Sch...!" - Von Rezensionen & Rezensenten
« Antwort #7 am: 04. Januar 2012, 14:07:13 »

Ich bin schon ein paar Mal über Autoren gestolpert, die mit meiner nicht grenzenlosen Begeisterung nicht umgehen konnten. Ich bemühe mich immer, höflich zu bleiben in der Kritik und ich finde, man tut niemandem einen Gefallen, wenn man schleimt. Ehrlichkeit ist doch das mindeste. Aber ich habe insofern meine Konsequenz daraus gezogen, dass ich dann entweder die bestehenden Rezensionen gelöscht habe oder einfach keine mehr für deren Bücher schreibe. Wenn sie keinen Wert auf meine Meinung legen, OK. Das mag nach beleidigter Leberwurst klingen, aber Rezensionen, gute und schlechte, sind auch Werbung und warum soll ich Gratiswerbung für sie machen, wenn sie meine Meinung nicht hören wollen? Aber meistens lese ich eh in so obskuren Bahnen, dass nicht die Gefahr besteht, dass die Autoren meine Auswürfe lesen. Und so ist mir das eigentlich am liebsten.
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Re: "Das Buch war Sch...!" - Von Rezensionen & Rezensenten
« Antwort #8 am: 04. Januar 2012, 14:13:45 »

Wer etwas erschafft, muss auch damit rechnen, dass irgendwem sein Buch/Film/Lied/Kunstwerk nicht gefällt. Wer damit nicht umgehen kann, sollte nichts veröffentlichen.

Pauschal-Ein-Satz-Urteile wie "Kauft euch das Buch bloß nicht" oder "der größte Mist, den ich je gelesen habe" sind für ernstzunehmende Bücherforen und -blogs natürlich viel zu dünn. Das sind keine Rezensionen, sondern höchstens kurze Meinungsäußerungen - aber auch da sollte man als Autor drüber stehen. Sicher tut es weh, sowas zu lesen, doch die Geschmäcker sind nun mal verschieden.

Eine gut begründete Stellungnahme, wieso man ein Buch mochte oder nicht mochte, ist mMn das gute Recht eines jeden Menschen in einem Land der freien Meinungsäußerung.

Ich persönlich habe oft das Bedürfnis, meinem Ärger über ein Murksbuch Luft zu machen und zu schauen, ob es vielleicht anderen Lesern genauso ging oder ob die das, was mich aufgeregt hat, vielleicht ganz anders sahen. Genauso wie ich auch gerne meine Freude über ein gelungenes Werk mit anderen teile und diskutiere. (Ich gestehe, dass mir ein richtig schöner Verriss durchaus Spaß machen kann :teufel: )
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The best piety is to enjoy--when you can. You are doing the most then to save the earth's character as an agreeable planet. And enjoyment radiates. It is of no use to try and take care of all the world; that is being taken care of when you feel delight--in art or in anything else. Would you turn all the youth of the world into a tragic chorus, wailing and moralising over misery?
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Re: "Das Buch war Sch...!" - Von Rezensionen & Rezensenten
« Antwort #9 am: 04. Januar 2012, 14:13:52 »

Dass Menschen - egal ob Autor oder nicht - Kritik nicht gerne hören, ist zwar verständlich, aber in bestimmten Berufen geradezu kontraproduktiv. Wenn man etwas tut, dass anderen Menschen Freude bereiten soll - wie etwa ein Buch zu schreiben, von dem man möchte, dass es viele Menschen lesen und gerne haben - dann muss man auch akzeptieren, dass man zumindest mit seinem Werk in der Öffentlichkeit steht und zum Teil negative Kritik hören wird.

Das ist der entscheidende Punkt. Wer ein so hohes Harmoniebedürfnis hat, daß er unter leichtester Kritik völlig einbricht, der sollte eben keine Bücher (oder anderes) veröffentlichen und damit um Meinungen geradezu buhlen. Daß man im Einzelfall über Form und Tonfall geteilter Ansicht sein kann: geschenkt. Aber wenn ich mich in der Öffentlichkeit exponiere, dann muß ich sogar die platten das Buch/der Film/der Song/was-auch-immer war sch...-Kritiken wegstecken. Ich kann ja denjenigen, der dergleichen äußert, für mich persönlich zum Idioten erklären, aber alles andere, schon erst recht irgendwelche Anzeigen, sind wohl übertrieben. Und im übrigen bin ich ziemlich sicher, daß Richter sich darüber amüsieren würden und hier in Deutschland bestenfalls mit Artikel 5, Abs. 1, Satz 1 GG wedeln: Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Aus einer Buchrezension, die nur nicht dem Geschmack des Autors entspricht, eine Beleidigung zu konstruieren, dürfte in den weitaus meisten Fällen kaum möglich sein.


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nimue

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Re: "Das Buch war Sch...!" - Von Rezensionen & Rezensenten
« Antwort #10 am: 04. Januar 2012, 14:17:37 »

Vielen Dank für eure Meinungen! Schön, dass euch das Thema so gut gefällt!  :klatschen:
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Re: "Das Buch war Sch...!" - Von Rezensionen & Rezensenten
« Antwort #11 am: 04. Januar 2012, 14:24:15 »

Zumal man auch nicht vergessen darf, dass auch eine negative Kritik Werbung für das Buch ist und dem Buch dadurch überhaupt Beachtung schenkt, sodass auch andere darauf aufmerksam werden können. Und was Person A nicht gefällt, kann Person B total klasse finden. Geschmäcker sind verschieden und ich denke, gerade Autoren sollten sowas doch wissen.

Klar, ist es einem lieber nur gelobt und geliebt zu werden und gerade, wenn Autoren teils jahrelang an einem Buch schreiben und dass dann hinterher "vernichtet" wird, ist das bestimmt kein schönes Erlebnis. Aber da muss man dahinter stehen als Autor. Das gehört auch einfach zum Autorensein dazu, alles hat nun mal seine Schattenseite.
Und Wendy hat ja mit Stephen King ein gutes Beispiel genannt, viele finden seine Werke großartig und genauso viele halten es für großen Mist.
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Re: "Das Buch war Sch...!" - Von Rezensionen & Rezensenten
« Antwort #12 am: 04. Januar 2012, 14:46:46 »

Wenn ich ein Buch rezensiere, dann spiegelt das meine ehrliche Meinung wieder. Ich versuche, auch negative Kritik so zu verpacken, dass sie konstruktiv ist. Also nicht nur "Das Buch war totaler Mist ....." sondern eher so "Das Buch konnte mich nicht begeistern, weil ....."

Bei Büchern, die mir so richtig gut gefallen haben, fällt mir manchmal das Schreiben einer Rezension schwerer als wenn ich nicht begeistert war. Liegt vielleicht auch daran, dass ich nicht zu sehr loben will.

Ich finde es schade, wenn Autoren nicht mit Kritik umgehen können. Aber es kommt auch auf die Kritik an. Wenn sie nur dafür da ist, den anderen niederzumachen dann ist es echt Mist.

Die Leserunden auf Leserunden.de sind diesbezüglich sehr fair. Aber ich hab auch schon von einer anderen Leserunde in einem anderen Forum gehört, wo die Autorin von einem Mitglied (das Mitglied konnte wohl die Autorin nicht leiden) so richtig zur Schnecke gemacht wurde. Und das finde ich dann zum heulen - es tut mir für die Autorin leid und ich frage mich, warum man überhaupt an einer Leserunde teilnimmt wenn man weder die Autorin noch das in der Leserunde gelesene Buch mag.
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Räubertochter

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Re: "Das Buch war Sch...!" - Von Rezensionen & Rezensenten
« Antwort #13 am: 04. Januar 2012, 14:58:55 »

Ich schreibe ja auch gute und "böse" Rezensionen, dabei bemühe ich mich schon, sachlich zu bleiben. Das gelingt mir aber nicht immer, wie ich leider zugeben muss, besonders wenn ich ein Buch halt als wirklich schrecklich empfunden habe.

Ich bin diesbezüglich auch schon mal von einem Autoren angeschrieben worden, dem ich dann erklärt habe, warum mir sein Buch nicht gefallen hat und worüber ich im Einzelnen so alles gestolpert war. Es stellte sich dann zB auch heraus, dass er quasi nicht "alleine" schuld war :breitgrins:

Wir hatten dann noch eine Weile sporadisch Email-Kontakt, der dann irgendwie eingeschlafen ist (ich bin nicht so der fleißige Briefe-Schreiber). Schade eigentlich, das war schon irgendwie nett. Der Kerl war auch ein netter Mensch und mir tat es im Nachhinein leid, dass mir sein Buch nicht gefallen hat. :breitgrins:
Ein Rehear (es war ein Hörbuch) möchte ich aber trotzdem nicht machen :zwinker:

Seither bemühe ich mich jedenfalls noch mehr als sonst, fair und sachlich zu bleiben - auch wenn es mir vielleicht immer noch nicht immer gelingt :redface:
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Re: "Das Buch war Sch...!" - Von Rezensionen & Rezensenten
« Antwort #14 am: 04. Januar 2012, 20:57:57 »

Wer sich beim Rezensieren Sorgen um den Autor oder den Verlag macht, sollte es lieber bleiben lassen. So wie manche Autoren ihr Herzblut in ihre Werke stecken, kann dies auch ein Rezensent mit seinen Texten tun.
Ein Buch zu besprechen bedeutet genauso Arbeit, wie eins zu schreiben. Den Ruf "böser Buchkritiker" :teufel: muss man sich erst verdienen. Dies geschieht dann, wenn sich der Rezensent sicher sein kann, dass seine "Kritik" gelesen wird. Deshalb sollte man sich im klaren sein für wen der Artikel geschrieben wird. Für sich oder für seine Leser?
Kann es für einen Autoren/Rezensenten nichts schöneres geben, wenn ein Buch/eine Rezension gelesen wurde und darüber diskutiert wird? Wie zum Beispiel hier in diesem Forum.
Wer mit anderen Meinungen, dann nicht umgehen kann, sollte nicht schreiben. Auch Kritiker können kritisiert werden.
Zum Schluss sei gesagt, für mich gibt es keine schlechten Bücher/Rezensionen, sie gefallen mir nur nicht.
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