Danke Saltanah!

Dann mach ich mal den Anfang: Ich bin derzeit auf
Seite 22 und muss sagen, dass mir die Erzählkunst Ecos gleich (wieder) gefällt. Ich kenne ja ein paar andere Sachen von ihm und hab noch jede Menge auf dem SUB liegen, aber es ist doch schon länger her, dass ich was von ihm gelesen hatte und tja... ich glaub manche mögen schon einfach seinen Schreibstil nicht, mir allerdings gefällt der sehr gut. Und ja, man findet natürlich auf jeder Seite 10 Dinge, wo man gleich wieder weiterlesen könnte..

Ich muss aber zugeben, dass ich mitterweile sowieso ein bisschen eine "Google-Leserin" geworden bin, also auch bei anderen Büchern, will sagen, dass ich interessante Dinge neben dem Lesen gleich nachschlage. Im Zeitalter des Internets und Wikipedia geht das glücklicherweise auch sehr rasch und stört den Lesefluss nicht wirklich (finde ich). Außerdem hab ich dann den Eindruck auch wirklich nochmal mehr mitzunehmen, nicht nur eine tolle Geschichte zu genießen, sondern auch direkt zu merken, wie sich der Horizont erweitert, weil man auf Dinge kommt, denen man sonst nie begegnet wäre.
Arthur de Gobineau zB, der auf
Seite 16 namentlich erwähnt wird, kannte ich nicht, weil jetzt Rassentheorie nicht gerade ein stilles, kleines Hobby von mir ist *hust*, aber wenn man bedenkt, was manche Menschen ins Rollen bringen, dann ist das wohl mehr als nur eine Randbemerkung der Historie.
Sehr amüsant finde ich den Exkurs zu
Denis Vrain-Lucas auf
Seite 17 und seinen Fälschereien - unglaublich, dass Michel Chasles die Absurdität der französischsprachigen Briefe tatsächlich nicht aufgefallen ist! *g* Hab jetzt ein bisschen mehr zu dem Fall gelesen (
hier zB, sogar mit Quellenangaben) und muss gestehen, dass ich einige dieser gefälschten Briefe unglaublich gerne lesen würde - so ein Liebesbrief der Kleopatra könnte direkt ein hübsches literarisches Kleinod sein.

Zur Story von
Der Friedhof in Prag kann ich nach so wenigen Seiten natürlich noch nichts sagen, aber ich finde den Ich-Erzähler (Simonini?) schon mal gut, nicht im Sinne von sympathisch, aber in seinem (im Grund dann doch ziemlich unrassistischen, weil sehr universellen) Menschenhass recht interessant. Ich bin gespannt, ob der österreichisch-jüdische Doktor im Verlauf der Geschichte noch als Sigmund Freud enttarnt wird und wie Simonini an den geraten ist....