
InhaltMichael Palin beginnt mit dem (regelmäßigen) Tagebuchschreiben als er gerade frisch verheiratet ist und am Anfang seiner Karriere steht. Monty Python stecken noch in den Kinderschuhen und nehmen gerade 1969 noch einen kleinen Teil seiner Gedanken ein. Wichtiger scheint ihm da schon seine langwierige Zahnbehandlung zu sein, die er mit echtem britischen Humor erträgt. Sie dauert so lange dass er zufrieden ist "etwas für sein Geld bekommen zu haben". Das Wichtigste in seinem Leben sind seine Frau und sein Sohn Thomas. Ein kleiner Satz am Ende eines Eintrags dass der Kleine jetzt ohne frei stehen kann strotzt nur so von Stolz und Liebe.
Auch wenn Monty Python im Lauf der Zeit immer größer werden sieht sich Palin nicht als Star. Man erfährt, wieviel Arbeit hinter dem scheinbar mühelosten Humor steckt und dass sich die Mitglieder anfangs sehr nahe standen, später aber von Freunden mehr und mehr nur zu Kollegen werden. Im Lauf von zehn Jahren sieht Palin die Beziehungen seiner Freunde zerbrechen während er mit seiner Frau Helen glücklich ist und zwei weitere Kinder bekommt.
Die Familie ist Michael Palin sehr wichtig. Im Lauf der Jahre wird die Parkinsonerkrankung seines Vaters immer schlimmer. Der alte Mann muss in ein Pflegeheim, kann sich nicht mehr mit seiner Umgebung verständigen und stirbt schließlich. Der Autor macht sich Gedanken um die Ehe seiner Eltern, ihr Verhältnis untereinander und bemerkt, wie die Krankheit des Vaters seine Eltern einander wieder näher bringt.
Natürlich trifft der Leser durch den Autor jede Menge große und kleine Stars, so auch einen Deutschen namens Alfred Biolek

Aber auch Mick Jagger, George Harrison, das "Modellmädchen das die kleine Prostituierte in "Pretty Baby" spielt (Brooke Shields)" und noch viele mehr kommen in den Tagebüchern vor. Alle wirken auf mich wie flüchtige, manchmal nicht wirklich liebe Bekannte und nicht wie Stars. Besonders von ersten Konzert von Bruce Springsteen außerhalb der USA war Palin herrlich unbeeindruckt.
Ein großer Teil des Jahres 1978 nimmt der Film "Life of Brian" ein. Keine Arbeit vorher oder später erlebt der Leser so intensiv mit wie diesen Film. Bei einer kleinen Episode ganz am Anfang der Dreharbeiten musste ich schmunzeln: Palins kleine Tochter fragt ihn, wo er am nächsten Tag zur Arbeit hingeht. Er antwortet "Afrika, Darling", als ob es die normalste Sache der Welt sei. Und so normal scheinen seine Kinder, scheint auch Michael Palin geblieben zu sein.
Im Lauf der Tagebücher habe ich nicht nur am Leben von Michael Palin und seiner Familie teilgenommen. Ich habe auch viel über die Geschichte Großbritanniens gelernt. Während der zehn Jahre ist viel passiert: die Währung wurde umgestellt, es gab jede Menge Streiks und die IRA war leider noch sehr aktiv. Trauriger Höhepunkt war die Ermordung Lord Mountbattans. Michael Palin ist sich aber auch nicht zu schade bei der Energiekrise sein Auto stehen zu lassen und seine Tochter mit dem Rad durch die Gegend zu fahren was die Kleine sehr genießt.
Meine MeinungIch bin kein ausgesprochener Fan von Monty Python. Ich mag "Die Ritter der Kokosnuss" und "Das Leben des Brian", aber ansonsten hat mich die Truppe nicht interessiert. Michael Palin kannte ich außerdem von seinem Buch "Europareise". Im Verlauf der Lektüre ist er mir immer sympatischer geworden. Sehr bodenständig lässt er den Leser an allen Aspekten seines Lebens teilhaben. Im Lauf der Jahre wird er vom unbekümmerten jungen Mann zum verantwortungsbewußten Familienvater und hart arbeitenden Mann. Sein Stil ändert sich: er wirkt weniger unbekümmert, fast schon professionell. Und er läuft jeden Morgen, ist schon fast süchtig danach. Das kann ich nur zu gut nachvollziehen
The Python Years ist nicht nur für Fans ein echter

Für mich ist es eines der Highlights des Jahres.

Liebe Grüße
Kirsten