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Autor Thema: Bettina Belitz - Dornenkuss  (Gelesen 470 mal)

Wendy

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Re: Bettina Belitz - Dornenkuss
« Antwort #15 am: 06. Januar 2012, 01:48:41 »

Kommen wir zu den Mahren. Bettina Belitz hat hier gute Ideen, aber insgesamt wirkt alles rund um Mahre und ihre Eigenschaften, wie man sie besiegen, töten, verwandeln kann usw. unausgegoren und konzeptlos. Wenn ein Autor über solch ein Thema drei Bände schreibt, erwarte ich eine gewisse Stimmigkeit, ein Gesamtkonzept und das war hier nicht gegeben.

Ja, das hat mich auch furchtbar gestört. Neue Ideen sind eigentlich kaum welche dabei. Zumindest kann ich mich nur an eine kleine Sache erinnern, die erst in Band 3 erwähnt wurde und zum Tragen kam. Ansonsten  bleiben die Mahre so vage wie in Band 1.  Sehr ärgerlich. Vor allem, wenn man bedenkt, dass von diesen 800 Seiten gute 700 völlig verschenkt wurden. Da hätte man doch etwas Information reinpacken können.
Wenn die Autorin natürlich diese Information nicht hat, hätte sie sich vielleicht etwas mehr Zeit für ihre "Trilogie" nehmen sollen und erstmal ein Konzept ausarbeiten. Eine runde Geschichte, die den Lesern das  Gefühl vermittelt, die Welt der Mahre erkundet zu haben.

Insgesamt kann ich deine Rezi fast so unterschreiben. Nur hat mir auch Ellies Innenleben nicht gefallen, weil ich für Gejammere und Selbstmitleid nur eine geringe Toleranzgrenze habe. :breitgrins:  Da bin ich aber vielleicht übersensibel. Aber so fiel für mich wirklich alles potenziell Gute an diesem Buch flach. Ich bin froh, dass ich es hinter mir habe.

Und warte jetzt noch ab, wie viele Ratten ihr noch so vergebt.  :winken:
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schlumeline

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Re: Bettina Belitz - Dornenkuss
« Antwort #16 am: 13. Januar 2012, 18:20:19 »

Nach Splitterherz und Scherbenmond liegt nun mit Dornenkuss der abschließende Band der Trilogie rund um Ellie und ihren geliebten Cambion Colin vor.
 
Auch diesmal bezaubert bereits der Text auf dem Schutzumschlag mit seinen Worten: „Es wird der Tag kommen, an dem du dir wünschst, jemand anders zu sein. Zweifel werden deine Träume stören, während dein Herz dich wild schlagend daran erinnert, dass du zu Höherem berufen bist. Gib nach, wenn es beginnt. Stelle dich dem, was du sein kannst, sobald deine Ängste im Licht verglühen.“
 
Ellie, Tillmann, Gianna und Paul machen sich auf den Weg von Kaulenfeld aus in Richtung Süditalien. Sie wollen Tessa töten, Colins Mutter und damit den Mahr, der sehr großen Einfluss hat und zwischen einer Beziehung von Ellie und Colin steht. Dies aber wird keine leichte Aufgabe werden und so erwartet der Leser, dass die Handlung genau auf dieses Ziel hinauslaufen wird. Aber so kommt es nicht, denn Tessa taucht schon ungefähr in der Mitte des Buches auf. Damit aber endet die Geschichte nicht. Schließlich spielt auch die Suche nach dem verschollenen Vater noch eine Rolle von dem man hofft, dass er noch lebt, obwohl er sich lange Zeit nicht mehr gemeldet hat.
 
Der Schreibstil der Autorin ist, wie auch in den Vorgängerbänden, sehr bildreich und sehr emotional. Die wilde, romantische Landschaft Süditaliens tut hier ein Übriges.
 
Die Unterschiedlichkeit der beiden Vorgängerbände, der erste einfach wundervoll gefühlvoll und magisch, der zweite einfach nur zäh und langatmig, kommt hier noch einmal zum Ausdruck. Ich habe als Leserin den Eindruck gewonnen in einem Wechselbad der Gefühle zu stecken. Stellenweise schreitet die Handlung voran, überzeugen mich die Charaktere, sind die Auflösungen schlüssig und dann wieder steht man auf der Stelle, fragt sich wozu diese Beschreibungen nun gut sein sollen und was die Autorin damit bezweckt.
 
Für ein Jugendbuch stört es mich vor allem, dass hier so leichtfertig der Einsatz von Drogen zur Lösung von Problemen präsentiert wird. Auch wenn dies vielleicht mit leicht erhobenem Zeigefinger geschieht, so finde ich es einfach fehlplaziert. Da hätte es sicher andere Möglichkeiten gegeben. Daran ändert auch die Altersempfehlung ab 16 Jahren für das Buch nichts, denn gerade in diesem Alter halte ich den Einstieg in die Welt aus Trug und Schein für sehr realistisch.
 
Dennoch sollte man sich als Liebhaber der Reihe nicht entmutigen lassen, denn Bettina Belitz schafft es ihre Trilogie zu einem wundervollen Ende zu bringen, welches den Leser zufrieden zurücklassen wird. Hierfür hätte es sicherlich verschiedene Varianten gegeben, aber die von der Autorin gewählte ist möglich und schlüssig. Die Welt der Mahre ist anders als die der Menschen und irgendwie auch wieder nicht. Vielleicht hat ja jeder selbst mit seinen Gefühlen und Taten die Möglichkeit das zu beeinflussen oder gar zu erschaffen was er tatsächlich ist oder sein möchte.
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Aurian

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Re: Bettina Belitz - Dornenkuss
« Antwort #17 am: 19. Januar 2012, 23:10:58 »

Was hatte ich mich auf dieses Buch gefreut, wenn Ellie und Colin nach Italien fahren, auf der Suche nach Tessa und Ellies Vater. Als sich ihnen dann auch noch Paul, Gianna und Tillmann anschlossen, habe ich mich auf  die kommende Handlung noch mehr gefreut. Doch genau das hat in der ersten Hälfte des Buches gefehlt: Handlung. Ellie zickt rum und es wird viel geredet. Dabei gibt es dennoch den ein oder anderen wirklich schönen und tiefsinnigen Moment.

Dann kommt es endlich zum lang ersehnten Kampf mit Tessa, aber dieser hat den Namen Kampf kaum verdient. Es war enttäuschend, mit welch kurzer Szene dieses Ereignis abgehandelt wurde.

Danach wäre der Weg eigentlich frei für eine glückliche Beziehung zwischen Colin und Ellie. Allerdings sind das seltene Gäste in diesem Buch: Glückliche Gefühle und Colin. Vor allem Colin habe ich schmerzlich vermisst, denn er taucht leider viel zu selten auf.

Etwas frischer Wind kommt mit einer neuen Person ins Spiel, bei der Ellie scheinbar endlich etwas zur Ruhe kommt und sich erholt. Auch sonst hat die Autorin ein paar interessante Ideen, vor allem zum Ende hin, was mich etwas mit dem Buch versöhnt hat.

Für meinen Geschmack dauert es viel zu lange, bis sich Ellie auf die Suche nach ihrem Vater macht. Als es endlich so weit ist, wird die Geschichte etwas spannender.

Am Ende wird vieles erklärt und man sieht die ganze Reihe und Ellie mit anderen Augen. Doch leider ändert es nichts daran, dass dieses Buch für mich ein Wechselbad zwischen, Gefallen, Unverständnis und Langeweile war. Wie schon beim Vorgänger „Scherbenmond“  ist für die Anzahl an Seiten einfach nicht genug Handlung da.

Bedenklich finde ich auch, wie hier mit dem Thema Drogen umgegangen wird. Egal mit welcher Begründung, wird hier doch die Einnahme von Drogen als Lösung dargestellt.

Leider fand ich auch das Ende in Bezug auf Ellie und Colin unbefriedigend. Ich möchte nicht zu genau darauf eingehen, um nichts zu verraten, doch manchmal ist es merkwürdig, wenn sich ein Wunsch erfüllt und es sich trotzdem nicht richtig anfühlt.

Fazit: Ein schwermütiger Jugendroman über die Kraft der Manipulation und der Liebe, leider mit einigen Längen und nicht immer ganz logisch.

Ich habe lange mit mir gerungen und mich doch für  3ratten entschieden.

Liebe Grüße
Aurian
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