Was hatte ich mich auf dieses Buch gefreut, wenn Ellie und Colin nach Italien fahren, auf der Suche nach Tessa und Ellies Vater. Als sich ihnen dann auch noch Paul, Gianna und Tillmann anschlossen, habe ich mich auf die kommende Handlung noch mehr gefreut. Doch genau das hat in der ersten Hälfte des Buches gefehlt: Handlung. Ellie zickt rum und es wird viel geredet. Dabei gibt es dennoch den ein oder anderen wirklich schönen und tiefsinnigen Moment.
Dann kommt es endlich zum lang ersehnten Kampf mit Tessa, aber dieser hat den Namen Kampf kaum verdient. Es war enttäuschend, mit welch kurzer Szene dieses Ereignis abgehandelt wurde.
Danach wäre der Weg eigentlich frei für eine glückliche Beziehung zwischen Colin und Ellie. Allerdings sind das seltene Gäste in diesem Buch: Glückliche Gefühle und Colin. Vor allem Colin habe ich schmerzlich vermisst, denn er taucht leider viel zu selten auf.
Etwas frischer Wind kommt mit einer neuen Person ins Spiel, bei der Ellie scheinbar endlich etwas zur Ruhe kommt und sich erholt. Auch sonst hat die Autorin ein paar interessante Ideen, vor allem zum Ende hin, was mich etwas mit dem Buch versöhnt hat.
Für meinen Geschmack dauert es viel zu lange, bis sich Ellie auf die Suche nach ihrem Vater macht. Als es endlich so weit ist, wird die Geschichte etwas spannender.
Am Ende wird vieles erklärt und man sieht die ganze Reihe und Ellie mit anderen Augen. Doch leider ändert es nichts daran, dass dieses Buch für mich ein Wechselbad zwischen, Gefallen, Unverständnis und Langeweile war. Wie schon beim Vorgänger „Scherbenmond“ ist für die Anzahl an Seiten einfach nicht genug Handlung da.
Bedenklich finde ich auch, wie hier mit dem Thema Drogen umgegangen wird. Egal mit welcher Begründung, wird hier doch die Einnahme von Drogen als Lösung dargestellt.
Leider fand ich auch das Ende in Bezug auf Ellie und Colin unbefriedigend. Ich möchte nicht zu genau darauf eingehen, um nichts zu verraten, doch manchmal ist es merkwürdig, wenn sich ein Wunsch erfüllt und es sich trotzdem nicht richtig anfühlt.
Fazit: Ein schwermütiger Jugendroman über die Kraft der Manipulation und der Liebe, leider mit einigen Längen und nicht immer ganz logisch.
Ich habe lange mit mir gerungen und mich doch für

entschieden.
Liebe Grüße
Aurian