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Autor Thema: Bettina Belitz - Dornenkuss  (Gelesen 470 mal)

nimue

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Bettina Belitz - Dornenkuss
« am: 08. Dezember 2011, 17:07:43 »

Bettina Belitz - Dornenkuss



Erstveröffentlichung in Deutschland: 2011
Verlag: Script5
Seiten: 813
Bindung: Hardcover

Es wird der Tag kommen, an dem du dir wünschst, jemand anderes zu sein.

Klappentext:

Elisabeth Sturm hat am eigenen Leib erfahren, welche Gier, welche zerstörerische Kraft und welches Grauen in der Welt der Mahre lauern und doch hält sie an ihrer Liebe zu Colin fest. Erschöpft und bis ins Mark verletzt, fürchtet und ersehnt sie den Tag, an dem er zurückkehrt und sie sich auf die Jagd nach Tessa machen, der uralten Mahrin, die ihr Glück bedroht. In Italien hoffen sie, Tessa auf die Spur zu kommen und Hinweise auf Ellies verschollenen Vater zu erhalten. Fast gegen ihren Willen findet Ellie in der Hitze, dem Meer und der Kargheit des Landes die Ruhe, nach der sie sich seit Monaten sehnt, und dankbar gibt sie sich diesem neuen, freien Leben hin. Als von unerwarteter Seite ein Verbündeter auftaucht, scheinen die Antworten auf Ellies Fragen plötzlich greifbar. Aber je tiefer sie in das Geheimnis der Mahre eindringt, desto größer werden Ellies Zweifel: Ist selbst ihre Liebe nicht stark genug, um gegen Colins Hunger zu bestehen?



Ab morgen startet die Leserunde hier. Vielleicht hat ja noch jemand Lust, sich spontan anzuschließen :winken:

Liebe Grüße
nimue
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Wenn Du keinen Menschen töten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an. (Leo Tolstoi)

HoldenCaulfield

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Bettina Belitz - Dornenkuss
« Antwort #1 am: 18. Dezember 2011, 12:36:24 »



Titel: Dornenkuss
Autor: Bettina Belitz

Allgemein:
812 S.; Script5; 2011

Inhalt:
Elli ist verzweifelt und ihre Angst um den verschwundenen Vater riesengroß. Gleichzeitig möchte sie nach wie vor Tessa, die Mahrin die ihr und Colin, den Mahr den sie so sehr liebt, das Leben zur Hölle macht endlich töten... Doch wie soll das gehen? Kann man Tessa einfach so töten? Colins Antwort auf diese Frage verwirrt nur und hilft keinem so recht... Gemeinsam mit ihrem Bruder Paul, Gianna und nicht zu letzt Tilmann, dessen Freundschaft Elli mehr denn je braucht, reist sie nach Italien um endlich Antworten zu finden und in der großen Hoffnung ihrer Mutter den Ehemann wieder zu bringen. Doch die Hitze des Landes reizt Elli nur und sie erlebt merkwürdige Dinge... das Land scheint auf sie keine gute Wirkung zu haben und Colin? Der benimmt sich abweisend und kommt ihr lieber nicht zu nahe. Elli kämpft mit der Situation und auch ihre Freunde scheinen langsam am Ende. Doch ein Verbündeter scheint auf einmal gefunden...

Meine Meinung:
Einfach hat es mir Bettina Belitz mit „Dornenkuss“ dem Abschluss ihrer Trilogie rund um Elli und ihre Liebe zum Mahr Colin wahrlich nicht gemacht. Dornig… ja so ist auch der Roman. An manchen Stellen ist es so wunderbar zu lesen und ich hatte die Stimmung von Splitterherz darin wieder entdeckt und an andern Stellen ist es irgendwie auch wieder voraussehbar. Aber so ganz leicht macht es sich die Autorin dann trotzdem nicht. Glück? Nein… wirklich glücklich ist hier lange Zeit keiner der Figuren. Zu vieles ist geschehen und wird passieren als das sich ein Gefühl von Sicherheit einstellen könnte. Aber irgendwie mochte ich diese Schwermut die über allem hängt. Es ist eben kein Spaziergang sondern der Versuch zu Retten was zu retten ist… mit der Ungewissheit was am Ende dabei wirklich herauskommen wird.

Elli ist in diesem Roman besonders Dornig… ich konnte mich zwar einerseits schon sehr gut in die hineinversetzten, aber andererseits hat sie sich schon sehr verändert und irgendwann überlegt man woran das wohl liegen könnte. Das man sie in diesen Szenen nicht mögen kann, ja das ist durchaus verständlich, auch wenn ich finde das sich ihre Freunde auch zum Teil nicht korrekt Verhalten Gerade Tilmann ist für mich hier die Rettung und nach wie vor die Figur aller drei Teile die ich am liebsten mag und ohne den ich vor allem Scherbenmond gar nicht weiter gelesen hätte... Auch die Szenen mit Colin sind oft einfach nur toll, da trifft Frau Belitz den richtigen Ton und ich persönlich fand das dann auch nicht kitschig oder übertrieben.

Gerade aber auch Ellis merkwürdige Verwandlung hat mir im Laufe des Romans aber  gefallen. Weil man als Leser Ellis Weg mit verfolgt und selbst schon ahnt was wohl dahinter steckt, trotzdem lernt man alles weiterhin nur aus Ellis Sicht kennen. Manchmal fand ich das fast ein wenig schade, irgendwie hätte es mich schon interessiert was Paul, Gianna (ja sogar sie, die ich nicht so mag *g*) und vor allem Tilmann von der ganzen Sache halten und was sie denken. Andererseits finde ich dennoch dass dies einen Teil der Spannung kaputt gemacht hätte.
Schwierig und sehr fragwürdig fand ich dagegen den Umgang und die Darstellung von Drogen im Roman... das hat mich Stellenweise wirklich gestört und ich fand das die Autorin sich hier  sehr an einer Grenze bewegt hat...

So langsam schließt sich dann der Kreis und Frau Belitz schafft die letzten Bezüge zu Splitterherz (den ich nach wie vor am besten finde) die durchaus einige Fragen klärt. Meiner Meinung nach werden letzte Fragen geklärt und schlüssig beendet, auch wenn hie und da durchaus etwas mehr Antworten schön gewesen wären.
Für mich war das Ende stimmig und passend. Ein einfaches Happy End das ist Bettina Belitz Sache nicht.

Spröde und Dornig endet Dornenkuss dann und lässt mich persönlich mit einem melancholischen Gefühl zurück.
Ich kann noch nicht genau sagen wie ich den Roman bewerte. Ich weiß es einfach noch nicht so recht. Denn, hm… irgendwie das richtige Splitterherzfeeling hat sich langfristig nicht eingestellt und es gibt immer mal wieder so ein auf und ab in der Handlung von der ich nicht so recht weiß wie mir das gefällt…

Mein Edit: Kommentar: Nicht meine letzten Worte dazu ;)

EDIT: Betreff angepasst (Autor - Titel). LG, Saltanah
« Letzte Änderung: 29. Dezember 2011, 16:33:50 von HoldenCaulfield »
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HoldenCaulfield

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Re: Bettina Belitz - Dornenkuss
« Antwort #2 am: 19. Dezember 2011, 11:15:24 »

Doch noch ein weiterer Kommentar ;)

Gegen Ende wirkt der Roman manchmal nicht so ganz ausgegoren. Da bleiben Fragen ungeklärt, die aber eventuell einen logischen Zusammenhang an manchen Stellen herbeigeführt hätten. Zudem bleibt bei mir mit ein wenig Abstand doch das Gefühl zurück, ein anderes Ende hätte doch irgendwie besser gepasst. Einerseits bin ich irgendwie zufrieden mit dem Roman und irgendwie dann doch auch wieder nicht. Zerrsplitterte Holden :breitgrins: Nein im ernst, aus diesem Grund kann ich einfach keine Bewertung abgeben, ich entscheide mich sekündlich um :breitgrins:

Interessant wäre nun aber ein Reread von Splitterherz, da ich vieles mit meinem jetzigen Wissen ganz anders lesen werde.
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Re: Bettina Belitz - Dornenkuss
« Antwort #3 am: 19. Dezember 2011, 12:08:40 »

Huhu Holden,

nimue hatte schon einen  Thread für Dornenkuss angelegt: hier.

Schöne Zusammenfassung deiner Eindrücke. Mein Kommentar kommt dieser Tage, muß erst noch ein bißchen grübeln und formulieren.
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Ich lese gerade: Fred Vargas "Die Nacht des Zorns"

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Re: Bettina Belitz - Dornenkuss
« Antwort #4 am: 26. Dezember 2011, 14:14:12 »

Mit Dornenkuss legt Bettina Belitz nun endlich den letzten Band der Trilogie um Ellie Sturm und Nachtmahr Colin vor. Nach den turbulenten Ereignissen am Ende des zweiten Bandes fängt die Geschichte diesmal wieder sehr ruhig an. Nach einer Verschnaufspause daheim im Westerwald reisen Ellie, Paul und Gianna nach Italien, wo sie sich mit Colin treffen wollen um endlich dessen Schöpferin Tessa zu vernichten sowie Ellies verschwundenen Vater zu finden.

Nachdem ich von Splitterherz begeistert und von Scherbenmond eher enttäuscht war, bin ich mit gemischten Erwartungen an Dornenkuss herangegangen. Dass ich das Buch in einer Leserunde lesen konnte, hat es mir sehr erleichtert, viele Zusammenhänge wären mir ansonsten wahrscheinlich entgangen. Streckenweise ging mir Ellie so auf die Nerven, dass ich einige Abschnitte lieber nur überflogen hätte. Aber auch die anderen Charaktere hatten so ihre Macken, wobei mir GIanna zwar auch hier nicht wirklich sympathisch wurde, ich sie aber immer noch als weniger schlimm als in Scherbenmond empfunden habe. Von wem ich in diesem Band schwer enttäuscht war, war Colin. Schon in Scherbenmond hat er sich größtenteils schrecklich benommen, aber dort diente das ja immerhin noch einem bestimmten Zweck. Hier in Dornenkuss konnte ich die angebliche große Liebe zwischen ihm und Ellie nur ganz selten spüren, was mich vor allem im zweiten Teil des Buches zunehmend irritiert hat.

Die Handlung wird über eine ziemlich lange Zeit sehr langsam aufgebaut. Zwischendurch wird eine für mich eigentliche Schlüsselszene auf wenigen Seiten abgehandelt, da hatte ich viel mehr erwartet.

Insgesamt führt die Autorin den Leser hier durch viele Tiefs und Hochs, wobei für ich leider erstere überwogen haben. Nur ganz wenige Szenen haben mich an die Faszination bei Splitterherz denken lassen

Sehr unzufrieden war ich mit dem Ende. Ohne hier zu viel verraten zu wollen, frage ich mich, ob den Lesern hier nicht einfach etwas mehr hätte zugetraut werden können, stattdessen muss diese großartige Geschichte ein dermaßen banales Ende finden? Für mich war das wirklich enttäuschend und ich bin nach wie vor der Meinung, dass das Ende von Splitterherz auch ein gutes Ende für die Geschichte an sich gewesen wäre – man hätte da nicht unbedingt eine Trilogie draus machen müssen.

Schön fand ich, dass am Ende einige Dinge aufgeklärt wurden, die auch einiges in den Vorgänger-Bänden klarer werden lassen.

Was aber eine Bewertung insgesamt angeht, bin ich immer noch ziemlich unschlüssig….
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Wendy

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Re: Bettina Belitz - Dornenkuss
« Antwort #5 am: 29. Dezember 2011, 16:13:48 »

Hallo ihr Lieben!

Wer die Leserunde mitgemacht oder -verfolgt hat, weiß ja, was jetzt kommt. Ich möchte vorausschicken, dass es mir wirklich sehr, sehr Leid tut. Ich habe Splitterherz so gerne gelesen und fand es eine außergewöhnlich gute Geschichte, die wunderschön erzählt wurde. Dass in Scherbenmond schon kaum mehr etwas davon zu sehen war, konnte ich noch verkfraten, hat mich doch die Hoffnung getrieben, dass der letzte Band und somit Abschluss dieser Nachtmahr-Trilogie, alles wieder wettmacht. Leider wurde es nur noch schlimmer.

Die Ich-Erzählerin Ellie ist das gesamte Buch über unerträglich. Sie zickt, sie ist unreif, sie entwickelt sich sogar zurück. Da hat sie doch am Ende von Band 1 ihre Angst überwunden und ist ein Stückchen erwachsener geworden, aber davon merkt man hier gar nichts mehr. Im Gegenteil. Ihr Benehmen mag Gründe haben, aber so etwas kann man auch anders schreiben. Nämlich so, dass man als Leser - ohne die Lösung zu kennen - mit der Protagonistin mitfühlt. Bei Ich-Erzählern ist es nochmal wichtiger, dass man zumindest eine kleine Beziehung zur Heldin aufbaut. Sonst kann man sich das ganze Buch sparen, wenn einem egal ist, was mit Ellie passiert und wie es ihr geht. Leider ging es mir 780 von diesen 800 Seiten so.

Der Schreibstil selbst hat auch arg nachgelassen. Während in Band 1 noch schöne, blumige aber nicht kitschige Sprache verwendet wurde und ich das Gefühl hatte, Bettina Belitz kann schreiben, sie weiß was sie macht, hat man auch hier schon den Verfall in Band 2 gespürt. Band 3 ist ein wahres Wrack. Wenn Gefühle beschrieben werden, artet das meist in endlos langem, zähen Kitsch aus. Die Autorin versucht, ihre Charaktere jugendlicher oder frischer wirken zu lassen, indem sie sie seltsame Wortkonstruktionen verwenden lässt. Wenn Ellie von "chilliger" Musik spricht, dann kann man sich das vielleicht gut in der echten Welt vorstellen, aber die Charaktere in diesem Buch reden sonst nicht wie echte Menschen. Es ist ein Roman. Und diese eingesträuten, wanna-be-modernen (jetzt tu ich's auch!) Wörter haben mich jedesmal gestoppt und gestört. Es muss schon eine gewisse Kontinuität geben.

Womit wir auch beim dritten Punkt wären: Kontinuität. Ich glaube nicht - egal, was Frau Belitz behauptet - dass von vornherein geplant war, eine Trilogie zu schreiben. Dazu ist Band 1 viel zu unabhängig von allem, was danach kommt. Band 2 und 3 haben eine gemeinsame Handlung, einen Bogen (wenn auch nicht sonderlich spannend). Es wurden aus Band 1 einfach nur die Charaktere übernommen. An Handlung ist in den Folgebänden generell nicht viel vorhanden, Dornenkuss aber beeindruckt fast mit einer Handlung, die vermutlich auf 70 Seiten Platz gefunden hätte. :rollen:
Die Charaktere - sofern sie überhautp erwähnt werden in diesem Ellie-Egomanietrip - treten nur kurz auf, sagen klischeehafte Dinge oder treten nur am Rande als stille Beobachter auf. So spricht Paul im gesamten Buch vielleicht 15 Sätze. Tillmann ist schweigsam und mit ihm pappt uns Frau Belitz auch noch eine riesige Moralpredigt aufs Auge, dass meine Augen so lange rollen ließ, dass ich Angst hatte, sie würden mir stecken bleiben. :rollen: :rollen: :rollen:
Wie in Band 2 die "Schwuletten"-Aussage, so kommt hier wieder die Drogenpredigt (die ja auch in Scherbenmond schon erwähnt wurde) zum Einsatz. Wenn man so eine Message rüberbringen möchte, muss man auch gut schreiben können. Hier winkt leider nur der überdimensionale Zeigefinger. Schade.

Für mich war dieses Buch fast nur gezeichnet von Langeweile, Charakteren, um die ich mich nicht mehr schere und keinerlei Handlung, Spannung oder Zusammenhang zu irgendetwas, das in Splitterherz begonnen hätte. Die paar offenen Fragen und Pläne werden so schnell abgehandelt, dass man sich fragt, wieso sich die Autorin überhaupt die Mühe gemacht hat ein Buch zu schreiben. Eine Twitter-Nachricht hätte es auch getan. Und bei gewissen Fragen machte sie es sich so leicht, dass ich persönlich (zu diesem Zeitpunkt eh schon sehr, sehr voreingenommen) es für billig und faul hielt, sich so aus der Affäre zu ziehen. Wenn man eine Idee anfängt und dann nicht mehr weiterweiß, kann man sich als Autor doch nicht einfach so rausschummeln!  :grmpf:
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Allein das Schreiben dieser Rezi hat mich gerade total wütend gemacht. Was für eine Zeitverschwendung.
Ich sage es nochmal: Ich  möchte niemandem auf die Füße treten, der das Buch mochte. Ich bin halt mit gewissen Erwartungen herangegangen und habe vor allem im letzten Jahr (auch wegen Schatz, der viel übers Schreiben liest) ganz andere Arten gelernt, ein Buch zu lesen. ich kann über vieles hinwegsehen, wenn mich das Buch unterhält. Dann dürfen gerne auch die Charaktere mal doof sein oder sich komisch benehmen. Aber dieses Buch war eine Qual.

Fazit: Ich bin unglaublich enttäuscht und werde nie wieder ein Buch von Bettina Belitz anfassen.

:marypipeshalbeprivatmaus:
gibt's für das Ende, das doch noch eine kleine Überraschung bereithielt und bei dem gaaaanz sachte die alte Bettina Belitz von Scherbenmond durchgeglitzert hat.

Liebe Grüße,
Wendy
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HoldenCaulfield

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Re: Bettina Belitz - Dornenkuss
« Antwort #6 am: 29. Dezember 2011, 16:25:07 »

Zu Deiner Theorie Band eins und zwei: Das glaube ich langsam auch...

Ich weiß zwar nach wie vor nicht wie ich bewerten soll, aber ein klein wenig positiver fällt es bei mir nach vor aus :breitgrins: Ich hab grade meinen ersten Eindruck von oben (der recht früh nach dem Lesen entstand) nochmal durchgelesen und manches würde ich jetzt immer noch so sehen, anderes seh ich auch durch die Leserunde etwas kritischer. Vor allem die Ungereimtheiten am Ende, aber auch das es sich Frau Belitz mit so mancher Lösung ein bissl einfach gemacht hat.
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Re: Bettina Belitz - Dornenkuss
« Antwort #7 am: 29. Dezember 2011, 16:31:08 »

Weniger wäre mehr gewesen

Im Abschlussband dieser Trilogie reisen Ellie und ihre Freunde nach Italien, um Tessa unschädlich zu machen und Ellies Vater zu finden. Zwei große Ziele, die im Verlauf des Buches ein bisschen untergehen. Bettina Belitz beschreibt hier seitenweise irgendwelchen Alltagskram, der die Handlung kein bisschen vorwärts bringt, während sie entscheidende Vorkommnisse mit wenigen Sätzen abhandelt.

Mit den Charakteren stand ich bei diesem Band größtenteils auf Kriegsfuß. Ellie entwickelt sich noch nerviger als bereits in den vorherigen Bänden, Colin glänzt durch fast dauerhafte Abwesenheit, Paul und Gianna bleiben relativ blass. Lediglich Tillmann erweist sich als starker, wenn auch etwas zweifelhafter, Charakter.

Langweilige Abschnitte wechseln sich mit gefühlvollen oder spannenden ab. Aber da Colin fast nie auftritt, fehlt der Geschichte irgendwie der Zauber. Und wenn er mal auftritt, reagiert er eher abweisend gegenüber Ellie. Die ganze Zeit fragte ich mich beim Lesen, wo hier eigentlich die große Liebe geblieben ist. Davon ist nicht mehr viel zu spüren. Insgesamt herrscht eine recht düstere Atmosphäre, was sich ja auch schon im Cover widerspiegelt.

Trotz allem lassen sich auch die langweiligen Abschnitte gut lesen, da die Autorin es versteht, durch ihre Sprache zu begeistern. Ein weiteres Plus ist, dass die Auflösung am Ende wirklich logisch erscheint und die meisten Fäden zusammenlaufen. Der Leser erkennt schließlich, dass all das Nervige, das ihm beim Lesen untergekommen ist, seinen Sinn in der Handlung hat.

Mit dem Ende kann ich gut leben, wobei ich mir aber auch jedes andere Ende vorstellen könnte.

 3ratten
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HoldenCaulfield

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Re: Bettina Belitz - Dornenkuss
« Antwort #8 am: 29. Dezember 2011, 16:35:39 »

Bei mir schleicht sich dagegen immer mehr der Wunsch ein das Ende wäre noch etwas dorniger gewesen...
Colins Gefühle und er als Person fehlen wirklich so lange das man sich fragt ob das eigentlich noch Liebe ist. Sein ganzes Verhalten ist zum Teil sehr fragwürdig und irgendwie wünscht man sich da den Colin aus Band eins, ja sogar aus Band zwei zurück.
Paul als Figur erscheint ja fast unnötig... und Gianna... nun ja sie ist mir zumindest ein bissl sympathischer als in Scherbenmond...
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Re: Bettina Belitz - Dornenkuss
« Antwort #9 am: 29. Dezember 2011, 18:15:11 »

ohwehohweh.... ihr macht mir ja Hoffnungen  :zwinker:

Aber Wendy... Du kannst es ruhig mal mit "Luzie & Leander" versuchen. Die Reihe ist echt süß  :winken:
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Re: Bettina Belitz - Dornenkuss
« Antwort #10 am: 29. Dezember 2011, 22:27:07 »

ohwehohweh.... ihr macht mir ja Hoffnungen  :zwinker:

Aber Wendy... Du kannst es ruhig mal mit "Luzie & Leander" versuchen. Die Reihe ist echt süß  :winken:

Ja, ich hab eure Rezis hier verfolgt und auch schon dran gedacht. Vielleicht (ein ganz, ganz großes Vielleicht!) probiere ich es in ein paar Jahren noch  mal mit einem von diesen Büchern. Fürs erste habe ich aber genug von Frau Belitz und ihren zeitstehlenden dicken Wälzern ohne Inhalt. Dann lieber ein Stephen King, wo man wenigstens weiß, dass sich die 600 seiten Aufbau lohnen.  :zwinker:
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HoldenCaulfield

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Re: Bettina Belitz - Dornenkuss
« Antwort #11 am: 29. Dezember 2011, 22:36:24 »

Zitat von: Wendy
Dann lieber ein Stephen King, wo man wenigstens weiß, dass sich die 600 seiten Aufbau lohnen.  :zwinker:
Das ist Ansichtsache :breitgrins:
Aber ich denke nach diesem Lesedesaster, widme Dich lieber Alexia, mit ihr kann man das wunderbar Kurieren. ;)
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Re: Bettina Belitz - Dornenkuss
« Antwort #12 am: 30. Dezember 2011, 01:39:47 »

Nachdem ich eure Rezis gelesen habe, bin ich ja fast froh, dass ich keine Zeit für die Leserunde hatte  :rollen: Wirklich schade, dass die Reihe so stark nachgelassen hat!
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Re: Bettina Belitz - Dornenkuss
« Antwort #13 am: 04. Januar 2012, 20:18:00 »

Hallo Ihr Lieben,

dann will ich mich auch mal an einem Fazit zu diesen "dornigen" Buch versuchen...  :zwinker:

Meine Meinung:
Mit "Dornenkuss" beendet Bettina Belitz die Trilogie um Ellie und Colin auf eine wirklich "dornige" Art und Weise, was für mich das Schreiben einer Rezi echt nicht einfach macht.

Einerseits ist dieser Band wirklich, wie der Titel schon sagt:dornig, widerspenstig, nicht einfach zu lesen und teilweise einfach nur nervig. Gut dreiviertel des Buches musste ich mich über Ellie ziemlich viel aufregen, über die ganzen gefühlten "nebenbei" Schauplätze ärgern und habe mich oft gefragt, wo das alles hinführen soll. Erst nach fast 600 Seiten, wird endlich klar, warum sich Ellie so verhält, was die ganzen Tiraden sollten und viele Begebenheiten der vorhergehenden Seiten bzw. sogar der vorhergehenden Bände, machen auf einmal Sinn.

Alle Figuren bis auf Ellie verkommen leider auf den ersten 600 Seiten zu kompletten Randpersonen und nur die nervige und für mich einfach nicht mehr nachvollziehbare Ellie steht im Vordergrund. Von der angeblich großen Liebe zwischen ihr und Colin spürt der Leser gar nichts mehr und oft habe ich mich gefragt, wie man von Liebe sprechen kann, wenn da einfach nichts bei mir als Leser wirklich ankommt.

Der Schreibstil von Bettina Belitz hat es jedoch trotzdem immer noch geschafft mich in seinen Bann zu ziehen und auch wenn ich das Buch oft gerne in eine Ecke gefeuert hätte, konnte ich es doch nicht aus der Hand legen. Zu stark war der Drang wissen zu wollen, wie es mit Ellie und Colin weitergeht und wie diese furchtbare Stimmung noch gerettet werden soll.

Und schließlich als ich die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben hatte, schafft die Autorin für mich die große Wende. Endlich kommt Licht ins Dunkel und ich als Leser habeendlich nachvollziehen können, was mit Ellie los ist, warum sie so reagiert und wieso alle anderen Figuren gefühlt so im Hintergrund gelandet sind. Die letzten 100 Seiten bieten dann eine Fülle an klärenden Gesprächen und bringen die lang erhoffte Auflösung ans Licht. Dafür, dass Kommunikation und klärende Dialoge auf den ersten 600 Seiten des Buches fast komplett gefehlt haben, wurden sie dann teilweise auf den letzten 100 Seiten nachgeholt.

Das Ende ist für mich dann überhaupt nicht mehr "dornig" gewesen, sondern hat mir persönlich sehr gut gefallen und dem ganzen Buch große Pluspunkte bei mir eingebracht. Denn am Ende war sie wieder da: Die melancholische und beinahe poetische Stimmung, die Bettina Belitz doch eigentlich so gut herauf beschwören kann und die mir so lange in diesem Band gefehlt hat.

Für die ersten 600 Seiten hätte das Buch von mir wenn überhaupt noch einen Gnadenpunkt für das teilweise Aufblitzen des schönen Schreibstils bekommen. Die letzten 100 Seiten würde ich dann wieder mit vollen 5 Punkten bewerten. Nimmt man das zusammen, bekommt das Buch von mir 3 Ratten und ich denke das ist auch die faire Bewertung. Schade finde ich, dass die Autorin es dem Leser so lange so schwer macht und erst am Ende wieder zeigt, was sie doch eigentlich richtig gut kann.

 3ratten

Liebe Grüße
Tammy  :winken:
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Re: Bettina Belitz - Dornenkuss
« Antwort #14 am: 06. Januar 2012, 00:59:49 »

Auch ich bin euch ja noch meine Meinung zum Buch schuldig. Wie schon in der Leserunde zutage kam, gehöre ich zu denen, die von Dornenkuss eher enttäuscht sind, obwohl ich die ersten beiden Bände auch nicht überragend fand.

Mein erster Kritikpunkt ist, daß alles viel zu langatmig geschrieben wurde. Die Handlung kommt nicht voran. Ständig liest man Überlegungen und Empfindungen der Hauptperson Ellie. Besonders ihre Gedanken irren hin und her und führen zu nichts - auch dann nicht, wenn sie eigentlich an einem konkreten Problem grübelt und eine Lösung oder eine Entscheidung dringend erforderlich wäre. Das einzig Rettende daran ist, daß Bettina Belitz diese Innenschau originell genug schildert, daß man weiterliest.

Viel Rätselhaftes wird aufgebaut, das sich am Ende nicht alles löst. Manches wird von den Personen des Buches gar nicht als rätselhaft oder unverständlich wahrgenommen. An diesen Stellen war ich immer etwas irritiert. Ellie denkt und handelt an vielen Stellen viel unüberlegter, uninformierter und unreifer, als es ihrem Alter und ihrem "Status" als Einserabiturientin entspräche. Und nicht alles davon erklärt sich durch
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Kommen wir zu den Mahren. Bettina Belitz hat hier gute Ideen, aber insgesamt wirkt alles rund um Mahre und ihre Eigenschaften, wie man sie besiegen, töten, verwandeln kann usw. unausgegoren und konzeptlos. Wenn ein Autor über solch ein Thema drei Bände schreibt, erwarte ich eine gewisse Stimmigkeit, ein Gesamtkonzept und das war hier nicht gegeben. Gerade die Lösung Colin betreffend am Ende hat mir diesbezüglich überhaupt nicht gefallen, das wirkte willkürlich und beliebig, wie in Zeitnot dahingeschustert.

Auch die Dynamik zwischen den Personen war mir rätselhaft. Gianna verstehe ich ja überhaupt nicht, bis dahin, daß mir manche Dialoge mit ihr völlig unverständlich geblieben sind. Tillmann fand ich noch am interessantesten, aber was manchmal zwischen den Freunden in dem italienischen Ferienhaus ablief, war mir ein Rätsel. Nicht verstanden habe ich auch, warum Colin und Ellie so wenige Begegnungen und so wenig Interaktion hatten - im Abschlußband einer Serie, in der es um die Liebe der beiden geht, hätte ich da mehr erwartet. Colin hat mir oft gefehlt und ich hätte auch mehr Aktivität von ihm erwartet.

Überhaupt finde ich, daß die Autorin die großen Themen, die sich aus dem Verlauf der Handlung ergeben, verschenkt zugunsten der Klein-Klein-Innenschau von Elisabeth. Immer, wenn eine interessante Frage auftauchte (wie die Folgen des Befallens von Personen durch Mahre für deren Identität, oder die Schwierigkeit, jemanden zu töten den man liebt) ließ Frau Belitz diese immer ganz schnell wieder fallen. Nichts davon wurde richtig ausgearbeitet. Schade!

Trotz alledem habe ich das Buch mit Vergnügen gelesen und hatte hin und wieder meinen Spaß. Nur läßt das Buch mich leider am Ende ziemlich ratlos zurück. Aber wegen der guten Ideenansätze und weil das Buch schon auch unterhaltsam ist, kann ich es gerade noch, mit gutem Willen, mit zwei Leseratten bewerten. Die Leserunde hat mir übrigens Spaß gemacht, ich glaube ohne euch wäre ich noch verwirrter gewesen!

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Ich lese gerade: Fred Vargas "Die Nacht des Zorns"

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