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Autor Thema: Anne Enright - Anatomie einer Affäre  (Gelesen 201 mal)

Spatzi79

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Anne Enright - Anatomie einer Affäre
« am: 03. Dezember 2011, 08:59:31 »



Zum Inhalt:

Gina ist mit Conor verheiratet, doch sie beginnt eine Affäre mit dem ebenfalls verheirateten Sean. Hat ihre Beziehung eine Chance oder ist sie von vornherein zum Scheitern verurteilt? Welche Rolle spielt Seans Tochter Evie in alldem?

Mein Eindruck:

Anne Enright hat einen ganz eigenen besonderen Schreibstil. Den muss man mögen, sonst wird man an ihren Büchern wenig Freude haben.
Ich hab anfangs etwas Schwierigkeiten gehabt, in das Buch hineinzufinden. Zu durcheinander waren mir teilweise die Sätze, die Personen, die Zeiten...
Aber wenn man sich auf diesen Stil und die Geschichte einlässt, ergibt sich ein sehr interessantes Buch.

Allerdings fiel es mir trotzdem schwer, die beschriebenen Gefühle der Charaktere nachzuvollziehen. Gerade am Anfang wirkt Ginas Verhalten nicht wirklich, als sei sie verliebt und Sean blieb mir das ganze Buch über zu blass.

Ein brisantes Thema, aber die Umsetzung war in diesem Buch leider nicht so mein Fall.

 2ratten :marypipeshalbeprivatmaus:
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nimue

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Re: Anne Enright - Anatomie einer Affäre
« Antwort #1 am: 03. Dezember 2011, 09:01:10 »

Ohje, das klingt jetzt so arg begeistert :hm: Momentan habe ich sowieso keine Zeit für das Buch, aber versuchen werde ich es wohl trotzdem. Zumindest mal reinschnuppern. Vielen Dank für Deine Meinung :winken:
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Wenn Du keinen Menschen töten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an. (Leo Tolstoi)

Spatzi79

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Re: Anne Enright - Anatomie einer Affäre
« Antwort #2 am: 03. Dezember 2011, 09:02:28 »

Hast du schon mal was von der Autorin gelesen?

Ich erinner mich ganz dunkel, dass ich Das Familientreffen gelesen habe und schon damals arge Probleme mit ihrem Stil hatte - in Zukunft werde ich wohl einen Bogen um diese Autorin machen, liegt mir leider einfach nicht so wirklich.
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nimue

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Re: Anne Enright - Anatomie einer Affäre
« Antwort #3 am: 03. Dezember 2011, 09:03:20 »

Nein, ich kannte die Autorin bisher noch gar nicht. Ich weiß auch nicht, wieso ich das Buch erhalten habe :schulterzuck:
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Spatzi79

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Re: Anne Enright - Anatomie einer Affäre
« Antwort #4 am: 03. Dezember 2011, 09:05:44 »

Damit nicht nur auf lb darüber gesprochen wird  :breitgrins:
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nimue

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Re: Anne Enright - Anatomie einer Affäre
« Antwort #5 am: 03. Dezember 2011, 09:21:14 »

Damit nicht nur auf lb darüber gesprochen wird  :breitgrins:

Ah  :breitgrins:
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kathchen

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Re: Anne Enright - Anatomie einer Affäre
« Antwort #6 am: 03. Dezember 2011, 10:53:34 »

Anne Enright hat einen ganz eigenen besonderen Schreibstil. Den muss man mögen, sonst wird man an ihren Büchern wenig Freude haben.

Vielen Dank für deine Meinung. Das Buch steht seit kurzer Zeit auf meiner Wunschliste, aber ich schätze, bevor ich es mir irgendwann zulegen sollte, werde ich mal wohl zuerst nach einer Leseprobe suchen  :winken:
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Re: Anne Enright - Anatomie einer Affäre
« Antwort #7 am: 15. Dezember 2011, 12:45:49 »

Ich erinner mich ganz dunkel, dass ich Das Familientreffen gelesen habe und schon damals arge Probleme mit ihrem Stil hatte - in Zukunft werde ich wohl einen Bogen um diese Autorin machen, liegt mir leider einfach nicht so wirklich.

"The Gathering" hat mir auch nicht gefallen.
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kathchen

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Re: Anne Enright - Anatomie einer Affäre
« Antwort #8 am: 04. Januar 2012, 14:41:52 »

 :winken:

Ich habe das Buch gestern Abend angefangen und bisher die Hälfte geschafft. Und ich bin noch zwiegespalten, wie es mir bisher gefällt. Einerseits ist die Sprache zwar gewöhnungsbedürftig, aber ich finde es nicht schlecht. Allerdings war es mir am Anfang zu viel Wiederholung, da wurde fast auf jeder Seite breitgetreten, dass Gina gerade aus Australien zurückgekommen ist  :rollen:
Ansonsten empfand ich es anfangs recht spannend, aber mittlerweile plätschert das alles so vor sich hin. Es lässt sich zwar eigentlich flüssig lesen, aber wirklich gefesselt bin ich nicht mehr. Zumal mir die Figuren, vor allem die Ich-Erzählerin Gina einfach zu distanziert sind, von Liebe kann ich bisher nichts merken.

Aber mal sehen wie die zweite Hälfte wird  :winken:
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kathchen

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Re: Anne Enright - Anatomie einer Affäre
« Antwort #9 am: 06. Januar 2012, 20:18:43 »

So, fertig und meine Meinung zum Buch :)

Bereits am Titel "Anatomie einer Affäre" kann man als Leser gut erkennen, worum es in dem Roman geht. Die Ich-Erzählerin Gina lernt auf der Gartenparty ihrer Schwester den Familienvater Seán kennen. Danach trennen sich ihre Wege, bis sie sich wenige Jahre später wiedertreffen. Gina, die selbst verheiratet ist, fängt mit ihm eine länger anhaltende Affäre an...

Da ich bereits kurz nach Erscheinen des Buch mehrere begeisterte Stimmen zu dem Buch gehört hatte, bin ich mit großen Erwartungen an das Buch gegangen, doch leider konnten diese dem Buch nicht ganz gerecht werden.
Das fing bereits auf den ersten Seiten an. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Ich mochte ihn anfangs sehr gerne, nur die ständigen Wiederholungen hatten mich etwas genervt. Ich schätze, es sollte, zumindest so wie es die Autorin teilweise ausdrückt, wohl „poetisch“ anmuten, ich kam mir  als Leser nicht ganz ernst genommen vor, wenn auf wenigen Seiten mehrfach erwähnt wird, das Gina aus Australien zurück ist oder die Feier in einem Garten stattfindet. Später jedoch hatten sich manche Sätze dann doch recht "ordinär" gelesen, was für mich so nicht ganz zusammen passte.
Die Autorin beschreibt zwar alles sehr ausführlich, allerdings bleibt, für meinen Geschmack, doch alles ziemlich blass. Die Orte und vor allem die Charaktere wirken sehr austauschbar und haben wenig eigenes an sich.
Im Laufe des Romans jedoch hatte ich den Stil ein wenig über, zusammen mit mehreren Zeitsprüngen wurde es zunehmend verwirrter und leider nicht mehr ganz nach meinem Geschmack.

In Gina konnte ich mich einfach nicht hineinversetzen oder sie verstehen. Sie blieb mir das ganze Buch über fremd, unsympathisch und zu distanziert. Dabei brauche ich für ein gutes Buch unbedingt eine Person, mit der ich mitfühlen kann, die mich emotional anspricht, da wird auch Un-/Sympathie nebensächlich. Leider, war das hier nicht der Fall. Die Figuren blieben mir weiterhin egal.
Was mir ebenfalls gefehlt hatte, sind Gefühle und Leidenschaft. Besonders letzteres erwarte ich von einem Roman, indem es um eine Affäre gehen sollte. Auf mich wirkte es einfach zu steril, auch wenn der Schreibstil in diesen Momenten, in denen es nur um Gina und Seán ging, drastischer wurde. Die sich entwickelnde Liebe zwischen Seán und Gina konnte ich einfach nie spüren oder Gründe, warum ausgerechnet diese Affäre scheinbar so lange anhält, dass sich selbst da der schleppende Alltag einschleichen und das Aufregende nehmen konnte. Und es trotzdem weitergeht. Ja, Gina ist innerlich aufgewühlt und zerrissen, aber ihre Liebe zu Seán konnte ich ihr trotzdem nicht abnehmen. Oder Seán, über den und vor allem dessen Gefühle man nicht allzu viel erfährt, wie ich finde.

Hat das Buch noch äußerst spannend und interessant angefangen, so fängt es im Mittelteil doch an zu plätschern und ich musste mich teilweise doch etwas zum Weiterlesen "zwingen", auch wenn ich nie soweit war, das Buch abbrechen zu wollen. Vor allem die Frage, was mit Evie, der Tochter von Seán ist, schwebt ständig über den Seiten und hat mich dazu animiert, weiterzulesen.

Auch wenn mir vieles an dem Roman nicht gefallen hat, empfand ich es dennoch nicht als Zeitverschwendung. Zeitweise habe ich den Roman sogar gerne gelesen und es konnte mich für wenige Stunden unterhalten. Die englischen Kapitelüberschriften haben mir gefallen, zumal diese auch stets Interesse zum Weiterlesen geweckt hatten.

Schade, so viel Lärm um wenig. Das Thema wäre definitiv noch ausbaufähig gewesen, wie die Charaktere selbst. Daher, muss ich gestehen, wird mir das Buch wohl auch nicht allzulange im Gedächtnis bleiben, denn dafür war es mir doch zu oberflächlich und es konnte mich auf keinster Weise wirklich berühren.

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Re: Anne Enright - Anatomie einer Affäre
« Antwort #10 am: 06. Januar 2012, 20:27:50 »

Die englischen Kapitelüberschriften haben mir gefallen, zumal diese auch stets Interesse zum Weiterlesen geweckt hatten.

*g* das sind Songtitel, wie uns die Verlagsmitarbeiterin, die die Leserunde, in der ich das Buch gelesen habe (argh, was für ein Schachtelsatz) erklärt hat...
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kathchen

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Re: Anne Enright - Anatomie einer Affäre
« Antwort #11 am: 06. Januar 2012, 20:33:33 »

Ah! Ich hatte es mir sogar schon fast gedacht, weil mir der ein oder andere Titel sehr bekannt vorkam. Allerdings konnte ich nicht mit allen etwas anfangen, also hatte ich die Vermutung schnell wieder verworfen *g*
Danke für die Anmerkung :)
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Re: Anne Enright - Anatomie einer Affäre
« Antwort #12 am: 06. Januar 2012, 20:39:51 »

Echt? Ich wäre ohne den Hinweis überhaupt nicht draufgekommen, ich bin aber auch jemand, der nicht so recht auf Überschriften achtet...  :redface:
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Re: Anne Enright - Anatomie einer Affäre
« Antwort #13 am: 06. Januar 2012, 21:06:42 »

Da ich mittlerweile nur noch in wenigen Bücher auf Kapitelüberschriften stoße, achte ich wohl vermehrt darauf. Und bei manchen Überschriften hatte ich glatt einen Ohrwurm, aber ich dachte dennoch, das wäre zu weit hergeholt.  :breitgrins: (Z.B. bei "Stop! In the Name of Love" (S. 192) oder "Knocking on Heaven's Door" :herz: (S. 253))
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Re: Anne Enright - Anatomie einer Affäre
« Antwort #14 am: 06. Januar 2012, 21:15:50 »

Jaaa, die beiden sagen sogar mir Musik-Muffel was  :breitgrins:
Aber die Titel am Anfang kannte ich alle nicht und war daher überrascht über den Hinweis!
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