Hallo, allerseits!
Dieses Buch lag mir schon lange am Herzen. Es ist in der BBC Big Read Liste sehr weit oben, zählt zu den Kinderbuch-Klassikern, die ich schon lange als Leselücke ansehe und dank SLW habe ich es jetzt endlich auch gelesen. Uneingeschränkt begeistert bin ich aber nicht.

Inhalt:Wind in den Weiden ist ein Klassiker der englischen Kinderliteratur. Seine Hauptpersonen, vier liebenswerte vierfüßige Gentlemen, haben schon Generationen von jungen und älteren Leserinnen und Lesern zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken gebracht - denn das, was Ratte, Maulwurf, Kröterich und Dachs so alles widerfährt, trägt oft sehr menschliche Züge. Und dennoch, auch wenn Dachs und Maulwurf in Höhlen hausen, die mit Mini-Menschenmöbeln ausgestattet sind, entspricht ihr Leben der Natur der Tiere. Sie leben in Freiheit, folgen dem Lauf des Jahres, vernehmen den Ruf der Heimat und sind glücklich, wenn sie beides haben: die Sicherheit des angestammten Baus und die unerschütterliche Treue ihrer Freunde.
Meine Meinung:Man gewöhnt sich schnell an die Idee, dass Maulwurf, Ratte, Kröte und Dachs Kleidung tragen, sich höflich und sehr englisch benehmen und in ihrem Bau jeweils mit Möbeln und Vorratskammer ausgestattet sind. Ich habe mir die Geschichte als Disney-Zeichentrick vorgestellt - da wundert man sich auch nicht über Hüte auf einem Krötenkopf.
Das Buch ist sehr episodisch und beinahe jedes Kapitel kann für sich gelesen werden. Einzig die Geschichte des Kröterichs hat ein wenig roten Faden in das Leben der vier Freunde gebracht. Kröterich war mir daher auch der liebste Charakter, nicht unbedingt weil ich ihn sympathisch fand - so ein aufgeblasener, lustiger Idiot

- sondern, weil bei ihm etwas passiert. Maulwurf und Ratte sind mir sehr ans Herz gewachsen, einfach weil sie so liebenswert sind.
Auch wenn die Geschichte sich oft lange zieht und ich über einige langweilige Stellen kämpfen musste, finde ich die Idee an sich süß. Damit könnte ich das ganze Buch zusammenfassen: Niedlich und süß. Aber Klassiker? Kann ich nicht verstehen. Ich bin schon kein großer Fan von Winnie the Pooh (Paddington ist MEIN Bär

) und stehe auch hier wieder vor einem Rätsel. Warum ist diese, zugegebenermaßen nette, Geschichte gar so beliebt? Dafür passiert mir viel zu wenig.
Mein größter Kritikpunkt ist aber, dass die Tiere sich durchgehend wie Menschen verhalten und - abgesehen vom Winterschlaf - nicht merkabar ist, dass es sich um Tiere handelt. Und das schlimmste ist, dass Menschen durchaus in der Geschichte vorkommen, aber nicht nur mit den Tieren sprechen können, sondern offenbar auch dieselbe Größe haben. Da reitet die Kröte auf dem Pferd, zieht Menschenkleider an und wird von einer Dame tatsächlich für einen Menschen gehalten?! Suspension of disbelief funktioniert bei mir nur zu einem gewissen Punkt. Und während ich nichts gegen sprechende, bekleidete Waldtiere habe, war mir das zu viel des Guten. Da wurde es einfach nur dämlich.
Weil die Kröte aber doch für viel Spaß gesorgt hat und ich besonders den nächtlichen Ausflug von Ratte und Maulwurf super fand, gibt es wohlwollende

Fazit: Muss man nicht gelesen haben, verspricht aber ein paar nette Lesestündchen.
Liebe Grüße,
Wendy