Das Buch liegt in den Buchhandlungen in Folie eingeschweißt aus, nichts weist darauf hin, was den Leser erwartet. Epikurettenschwindel...
Ich denke nicht. Ohne das Buch jetzt selber zu kennen: Das
ist wirklich alles, was wir von Epikur haben. 3 Briefe. Zitate, Umschreibungen seiner Lehre von Dritten, Späteren. Wenn Du auf amazon in der Ausgabe der "Wege zum Glück" von Artemis & Winkler blätterst (=>


) - Sammlung Tusculum, hat also einen Namen! -, fängt das Ganze an mit Fragmenten und hört auf mit einer Spruchsammlung. Das meiste nicht von sondern über Epikur. Sondern von Plutarch, von Diogenes Laertius, von Seneca ... Es gibt kein Werk von Epikur. Die paar Sätze, die wahrscheinlich echt sind und uns überliefert worden sind, füllen vielleicht 2 oder 3 Blätter A4. Den Rest haben wir aus zweiter, dritter Hand. Lästermäuler, wie Diogenes Laertius, der über alle antiken Philosophen zusammengetragen hat, was er irgendwie finden konnte, ohne sich um die Qualität der Quelle oder Fragen des Urheberrechts grosse Gedanken zu machen - Hauptsache, es war pikant und machte was her. Eklektiker wie Seneca, der von überall her Steinchen zusammentrug, um sein eigenes philosophisches Mosaik zu vollenden. (Und natürlich nur Steinchen nahm, die in sein Bild passten.)
Kein Schwindel. Wohl eher stillschweigende Voraussetzung, dass der Leser/Käufer das weiss. Das ist das Problem mit Anaconda: Sie lassen den Leser/Käufer mit dem Text allein. Anaconda darfst du nur kaufen, wenn du weisst, was du willst: Eine billige, gute, aber veraltete Übersetzung eines klassischen Textes. Ohne weiterführende Information. Die musst du dir selber besorgen.
