Ich habe das Buch ja schon vor einer Weile beendet, es hatte also genug Zeit zu sacken. Trotzdem lässt es mich immer noch etwas ratlos zurück. Das bezieht sich hauptsächlich auf Theres (oh, oh, ich muss ganz schön aufpassen, dass ich die beiden Namen nicht durcheinanderwerfe).
Man erfährt so gar nichts über ihre Herkunft. Gut, damit habe ich eigentlich sowieso gerechnet, aber dennoch hatte ich mir irgendetwas erhofft. Auch die fehlende Einbindung Jerrys im letzten Abschnitt befremdet mich etwas.
Drittens, Jerry: Mindestens einen kurzen Abschnitt darüber, was er sich dabei denkt, einfach so in die USA zu fahren ohne Theres (von der er ja weiss, dass sie unberechenbar ist), wäre schön gewesen.
So ungefähr ging es mir auch. Klar, er sieht in seiner neuen Beziehung eine Zukunft für sich und ist vielleicht sogar froh einige Zeit ohne Theres zu sein. Aber man erfährt auch gar nichts darüber, wie Theres darauf reagiert. Alles was dazu zu lesen ist, war, dass sie Jerry gebeten hat nicht zu diesem Festival zu kommen.
Theres ist nach wie vor ein Resonanzkörper, dieses Mal offensichtlich für die kaputten Seelen der anderen Mädchen.
Ist sie wirklich nur ein Resonanzkörper? Das glaube ich nicht so sehr. Sie hat den Mädchen vieles
eingeflüstert, hat es den Anschein. Ganz sicher waren die Mädchen bereits vorgeschädigt (mir fällt leider im Moment kein passenderer Ausdruck ein), aber Theres hat Impulse gesetzt und mit Mittel gearbeitet, die die Mädchen weiter unter Druck setzen. Man bedenke nur dieses lebendig begraben werden. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber mir war nie ganz klar, ob die Mädchen diesen roten Rauch wirklich wahrnahmen, oder ob er nur in ihrer Einbildung existierte. Für Theres gab es ihn, keine Frage, aber sahen ihn die anderen ebenso oder wurden ihnen das nur suggeriert? Die Mädchen war äußerst labil, und Theres Einfluss war gravierend. Ja, die Frage, was wäre gewesen wenn sie sich nie begegnet wären ... lässt mich darüber nachdenken, wie sehr wir von unserer Umwelt beeinflusst werden können. Nicht zu unterschätzen war hierbei auch ein gewisser Gruppendruck. Eines der Mädchen, ich habe den Namen vergessen, wollte sich dem Ganzen erst widersetzen.
Dass die Mädchen davon auch so begeistert sind, dass sie es gerne wiederholen würden, ist wirklich erschreckend. Hat das alles Theres mit ihren Einflüsterungen erreicht? Oder hat sie nur Gewaltbereite Mädchen um sich geschart?
Was ich dabei so erschreckend fand, war, dass Theres wahllos Menschen töten lässt. Bei Hansen könnte man noch anführen, dass sie einen persönlichen Groll auf ihn hegt, aber all die Menschen auf dem Festival. So sinnlos. Einfach den erstbesten.
Das Buch hinterlässt bei mir ein ungutes Gefühl, das ich nicht präzise definieren kann. So wie in Filmen, wenn der Bösewicht anscheinend stirbt, jedoch die Möglichkeit des Überlebens angedeutet wird.
Was die Beschreibung der Jugendlichen angeht, muss ich euch recht geben. Sehr gekonnt! Kleinigkeiten oft, aber die sind das i-Tüpfelchen dabei.