Ich bin auch durch damit.
GesängeEinerseits fand ich es schön etwas mehr über Mutz zu erfahren, andererseits hat es mich doch gestört, dass Anna Samarin so bereitwillig alles erzählt.
Die RotenEin Satz in diesem Kapitel hat sich regelrecht in meinem Kopf festgesetzt.
Soweit Mutz informiert war, stritten die, die einmal die Idee besessen hatten, immer noch über das Wesen der Idee, und das würde sich die Idee, nachdem sie nun selbst Menschen, Panzerzüge und Land gesaß, wohl nicht lange bieten lassen.
Das lässt die Schrecken erahnen, die die Idee noch über ihre Anhänger bringen wird.
Dazu passt dann auch der bereits zitierte Satz, dass die Revolution keine Verwendung für die beiden Tschechen hatte, die bereits erschossen worden waren.
Dass Mutz immer schon ein Stück weiterdenkt, zeigt sich darin, dass er statt die anderen vor dem Ansturm der Roten zu warnen, versucht mit ihnen zu verhandeln, um so viele Leben wie möglich zu retten. Im Moment sieht es allerdings nicht so rosig aus.
KannibalenHier nimmt Anna klar Stellung zu den Kastraten. Dass sie Samarins Meinung die Kastraten seien ein Zeichen der Hoffnung nicht teilt, ist gut zu verstehen.
Dass sie diese Art des Kannibalismus aus Gründen der Liebe eher gutheißt als aus politischen geht mir nicht recht in den Kopf. Sie erscheint mir immer egoistischer in ihrer Handlungsweise.
Im dunklen HimmelBalaschow ist von Selbstzweifel geplagt. Er hat also eingesehen, dass man mit einem Messerstreich die Liebe nicht töten kann. Es ist halt doch nicht so leicht ein Engel zu sein.
Was diese Vision zu bedeuten hatte, kann man nur erahnen. Will sein Unterbewußtsein ihm mitteilen, dass er seine Frau und seinen Sohn gegen die Feinde verteidigen soll?
Dass sie so viele Tiere im Wald versteckt haben sollen, hat mich recht überrascht. 2478 sind keine kleine Herde. Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Allerdings frage ich mich, ob alle von Balaschows Pferd wissen. Die Tschechen sicher nicht. Also ist er doch nicht so ganz seinem alten Leben entwachsen.
Bei Mutzens HinrichtungEin paar Momente glaubte ich echt, dass Mutz und seine Begleiter hier ihr Ende finden. Da habe ich die Rechnung ohne den begabten Heimwerker gemacht!

Dass die Russen bereits einen Film über das Morden in Staraja Krepost gedreht haben sollen, klingt schon etwas unwahrscheinlich. Ich war mir nicht bewußt, dass dieses Massaker schon länger her war. Auch dass man Mutz positiv darstellte, verwunderte mich. So viel Objektivität hätte ich den Roten gar nicht zugetraut. Schließlich sind die Tschechen ihre Feinde und Trotzki will sie alle tot sehen.
Was Bondarenko über den Weißen Garten zu erzählen hat, deckt sich nun gar nicht mit den Erzählungen Samarins.
Warum Filonow den Arzt wegen seiner Bemerkung über den Namen eines möglichen Enkel schlug habe ich leider nicht verstanden. Was ist denn an den Namen Melort Melortowitsch nicht in Ordnung?
Nun ist es sogar amtlich wer der Mohikaner ist.
Jetzt muss Mutz seinen Vorschlag in die Tat umsetzen.
Die LokomotiveWarum Samarin mit Aljoscha die Lokomotive ansehen wollte, musste einen Grund haben. Aber dass er das Kind sogar alles mitansehen ließ, fand ich grausam. Vielleicht wäre für den Jungen alles ganz glimpflich abgegangen, wenn er gesprungen wäre, allerdings war es verständlich, dass er sich vor lauter Angst nicht rühren konnte.
Die Natur der BürdeAnnas Wehgeschrei kommt etwas zu spät. Ihre Selbstsucht hat ihr ihr Kind entrissen und nun würde sie alles tun um die ungeschehen zu machen. Matula nutzt dies gehörig aus. Der Mann ist ein Schwein.
Als Samarin mit Aljoscha zurückkam, traute ich meinen Augen nicht. Ich hätte eher damit gerechnet, dass er in die Wälder flieht. Ob er in dem Jungen ein wenig sich selbst sieht?
ErklärungenOb der Albino wirklich so sehr auf die Anweisungen des Schamanen angewiesen gewesen wäre, oder ob er der Russin einfach nicht von sich aus helfen wollte?
Als Anna sich Josef so anbiederte, hätte ich ihr den Hals umdrehen können. Dass Mutz überhaupt auf ihr Gerede eingeht, wo er sich doch ebenfalls im Klaren ist, dass ihre Versprechungen von heute morgen Schnee von gestern sind.
Samarins BitteAlles hätte ich erwartet, aber nicht DAS!
Aber wenn man genauer darüber nachdenkt, passt es zu Samarins Vorstellung. Er sieht sich als einsamen Kämpfer, Sturm, der für die Zukunft des Volkes kämpft und dabei von keiner persönlichen Regung gestört werden möchte. Damit glaubt er sich die Gefühle aus dem Leib schneiden zu können. Da ist er aber bei Gleb an der völlig falschen Adresse, denn der hat selbst erst erkannt, dass dies nicht vereinbar ist. Liebe sitzt im Herzen und nicht in den verdammten Höllenschlüsseln.
Hat Samarin Gleb darin bestärkt zu tun, was nötig ist, oder kam diesem die Erkenntnis, dass er endlich das brennende Schwert ergreifen muss erst in diesem Moment?
Stolperseil für DämonenBalaschow besucht Aljoscha. Auch wenn der Junge nie erfahren wird, wer da an seinem Bett sitzt und mit ihm spricht, tut es ihm sicher gut.
Das geschenkte PferdWenn die Gemeinde gewußt hätte was Balaschow wirklich vor hat, wären sie brav zu Hause geblieben.
Ich konnte gar nicht glauben, dass er Matula mit seinem geliebten Omar davon reiten lassen wollte. Wie wollte er die Sache bewerkstelligen, wenn Matula einfach aufgesessen und weggeritten wäre?
Da ist der alte Husar noch einmal in ihm erwacht.
Inmitten der WeltenAnna hat also die erstbeste Gelegenheit ergriffen um ihre Versprechungen zu vergessen. Diese Frau ist mir einfach zuwider.
Mutz hat sicher damit gerechnet, aber getroffen hat es ihn dennoch.
Immerhin erweisen sie Balaschow einen letzten Dienst. Für seine Gemeinde bleibt er nur als gefallener Engel in Erinnerung.
Und Mutz? Welcher Zukunft wird er entgegen gehen? Vorerst bleibt ihm noch die Kameradschaft auf dem langen Weg nach Hause.