Aldawen und ich lesen gemeinsam nun diesen 7. Teil und ich bin nun auf Seite 52 vorgedrungen.
Ich bin zwar schon viel weiter, aber dadurch, daß ich die Bände schon zigfach genossen habe, lese ich natürlich auch nicht mehr wirklich Wort für Wort. Laß Dich also keinesfalls hetzen, ich bleibe an Deiner Seite

Allerdings ist seine Verletzung ja furchtbar und bedeutet doch sicher das Ende seiner Karriere, falls er überlebt, oder? 
Nun ja, Kapitäne mit Holzbein kommen zwar vielleicht in Piratenfilmen ganz gut, aber für einen Kriegseinsatz bei der Royal Navy ist das eher hinderlich, das stimmt.
Die Briten setzten in dieser Schlacht einen Brander ein. So ganz konnte ich den Vorgang nicht nachvollziehen. Es war ein brennendes Schiff, um damit die feindlichen Schiffe in Brand zu setzen, richtig? Aber was passierte mit der kleinen Besatzung, die es doch hatte, wenn ich das richtig gelesen habe. Wurde das Schiff bei dem Vorgang nicht selbst ganz zerstört?
Ja, wird es. Man nimmt dafür – sofern möglich – ein Schiff, das sowieso kurz vor dem Abwracken steht. Dann bleibt eine kleine Besatzung an Bord, um dafür zu sorgen, daß der Brander die richtige Richtung nimmt und wird, so lange wie möglich, wenn auch in sicherem Abstand, von einem weiteren Schiff begleitet. Sobald Strömung, Windverhältnisse und Abstand zum Ziel gewährleisten, daß der Brander dieses erreicht, verläßt die Mannschaft das Schiff, dafür wird bspw. ein Beiboot schon fertig zum Absetzen mitgeführt, mit dem man dann zu dem Begleitschiff der eigenen Flotte zurückpullt.
Hornblower ist ganz schön eifersüchtig, er freut sich ja fast darüber, dass Leighton sterben könnte und Barbara dann für ihn frei wäre. So böse Gedanken ist man ja von ihm fast nicht gewöhnt.
Ja, ganz ungewohnte Züge an Hornblower. Aber die Umstände erklären es natürlich recht gut. Zum einen liebt er Maria nicht gerade überschwenglich, Lady Barbara dagegen schon. Leighton ist (oder vielleicht auch war) ein Idiot, der als Admiral sowieso eine Fehlbesetzung ist. Und dann hat Hornblower auch gerade keine echte Ablenkung von solchen Gedanken. Es ist aber auch eine Krux

Dass er eine erlaubte Kriegslist angewendet hatte, ist den Franzosen ja ziemlich egal. Wobei ich finde, dass eine erlaubte List ja schon fast wie ein Widerspruch klingt.
Eine List war es schon, weil die Franzosen nicht ahnen konnten, daß die Flagge nicht echt war. Das ganze hat ja auch nur funktioniert, weil die
Sutherland ursprünglich ein holländisches Schiff war, also durchaus von einer „befreundeten“ Nation an Frankreich überstellt sein konnte. Ein in England gebautes Linienschiff wäre hier aufgefallen.
Gab es denn eine ganze Auflistung von erlaubter und nicht erlaubter List?
Wohl eher nicht, aber Erfahrungswerte und so etwas wie Gentlemen's Agreements. Das ist im Grunde nicht soviel anders als beim Ehrenwort. Heutzutage fällt uns die Vorstellung schwer, aber wie ich schon mal gesagt hatte: Die Massenarmee als quasi komplette Aushebung aller wehrtauglichen Jahrgänge ist erst eine „Erfindung“ der Französischen Revolution, vorher standen sich hier vergleichsweise kleine Gruppen von Spezialisten gegenüber, die die Kriege geführt haben. Man konnte davon ausgehen, daß jede Seite solche Tricks kannte und sie anwandte und deshalb hat man sie auch nicht gegeneinander aufgerechnet. Napoleon tut das hier ja auch nur, weil er von anderen Problemen wie bspw. gegen Wellington ablenken muß. Das ist nicht gut für die Motivation dieser zusammengewürfelten Truppen.
Brown finde ich sehr sympathisch. Er tat mir etwas leid unter den beiden Vorgesetzten. Muss ja wirklich eine unangenehme Situation sein, gleich mit zweien auf so engem Raum zusammen sein zu müssen, wenn man den Abstand sonst gewöhnt ist. Schön jedenfalls, wie sensibel Hornblower hier wieder auf ihn eingegangen ist, um ihn nicht zu beschämen. 
Ja, ich mag Brown auch sehr gerne. Hornblower beweist hier auch mal wieder, auch wenn er sich selbst keine Rechenschaft darüber ablegt, warum seine Leute ihn so lieben. Die Rücksicht, die er auf Browns schwierige Lage als einziger Matrose mit zwei Offizieren nimmt, wird Brown schon sehr genau registrieren, auch wenn dieser sich selbst genauso wenig Rechenschaft darüber ablegt wie Hornblower, was das in ihm auslöst (außer der unmittelbaren Erleichterung, nicht ständig beobachtet zu werden).
Es liest sich schon gleich ganz spannend, wobei ich es auch etwas seltsam finde, dass der Schauplatz eine enge Kutsche ist. 
Richtige Schiffe sind hier Mangelware, das hatte ich Dir ja schon gesagt. Deshalb mag ich den Band ja auch weniger
