Tut mir leid, dass ich in diese Leserunde so gar nicht reinkomme, aber das Problem ist, dass ich noch kein Internet hab und immer wenn ich in der Uni sitze, wo ich Internet hab, hab ich keinen Shakespeare dabei.

Aber heute hab ich extra mal meinen Kindle mitgenommen und mir ein paar Minuten Zeit genommen.
Mir gefällt
Much Ado auch eher so mittelmäßig. Bei mir ist das so, dass ich Benedick und Beatrice einfach hervorragend finde, aber Hero und Claudio mich viel zu sehr nerven, weil sie einfach so konturlos sind (was natürlich Benedick und Beatrice wiederum noch wortgewaltiger erscheinen lässt... Wie Leonato so schön sagt:
If they were but a week married, they would talk themselves mad.). Auch den Bösewicht finde ich nicht so überzeugend. Er ist einfach kein abgrundtief böser Iago oder kein verschmähter und grollender Richard III. Aber man kann nicht alles haben.
Was ich bei dem Stück immer faszinierend finde, ist dass Shakespeare mitten in die Handlung springt und ständig andeutet, dass zwischen Beatrice und Benedick schon mal etwas mehr gewesen sein muss:
Don Pedro: Come, lady, come; you have lost the heart of Signior Benedick.
Beatrice: Indeed, my lord, he lent it me awhile; and I gave him use for it, a double heart for a single one: marry, once before he won it of me with false dice, therefore your Grace may well say I have lost it.
Don Pedro: You have put him down, lady, you have put him down.
Beatrice: So I would not he should do me, my lord, lest I should prove the mother of fools.
Aber so richtig schlau, wird man daraus ja nicht.
Interessant ist natürlich auch, dass Beatrice sich anfangs strikt weigert, sich verheiraten zu lassen. Es wird angedeutet, dass sie durchaus viele Interessenten hat (Leonato: "O! by means: she mocks all her wooers out of suit") und auch Don Pedro macht ihr ja einen Antrag. Beatrice ist Weise und komplett auf die Hilfe von Leonato angewiesen, was natürlich keine leichte Situation ist und sehr vergleichbar mit der von Rosalind in
As You Like It.
Ganz wundervoll finde ich in Akt 4 übrigens die Szene, in der Benedick und Beatrice zu einander finden. So viele schöne Zitate...

Benedick: I do love nothing in the world so well as you: is not that strange?
[...]
Beatrice: I love you with so much of my heart that none is left to protest.
... und schon wird die Romantik durch das schön subtile "Kill Claudio" unterbrochen. Tja, Beatrice weiß eben, was sie will... manchmal zumindest.
Dann ist mir noch was witziges aufgefallen: Als Benedick sich am Schluss darüber auslässt, dass er nicht gut reimen kann, kommt die Zeile: "I can find out no rime to lady but baby." Das ist mir vorher noch nie aufgefallen und als ich das Stück das letzte Mal im Theater gesehen hab, dachte ich, das hätte der Regisseur so eingebaut, da dieses "Baby" so unglaublich ironisch wirkt. Benedick, der Beatrice "Baby" nennt. Sehr modern.

Ich hab das Stück im Theater übrigens auch schon als Hip Hop Version gesehen: Beatrice und Benedick als Rapper, die sich Battles liefern und Don Pedro als schwuler Pimp.
