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Autor Thema: Mike Lancaster - 0.4: Eine perfekte neue Welt  (Gelesen 130 mal)

mondy

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Mike Lancaster - 0.4: Eine perfekte neue Welt
« am: 19. Oktober 2011, 19:28:19 »



Inhalt
In ferner Zukunft werden drei Kassetten gefunden, auf welchen in Junge namens Kyle Straker seine Geschichte erzählt. „0.4 – Eine perfekte neue Welt“ ist die Abschrift dieser Kassetten, herausgegeben von Mike Lancaster als Buch … eine Medienform, die es eigentlich gar nicht mehr gibt.
Kyles Geschichte beginnt an einem gewöhnlichen Tag Anfang des 21. Jahrhunderts. Er und drei weitere Freiwillige lassen sich am Dorffest als Showeinlage hypnotisieren. Als sie wieder erwachen, sind alle Menschen um sie herum wie zu Eis erstarrt. Eine Stunde später fällt die Starre von den Menschen ab und alles scheint wie zuvor zu sein. Aber etwas hat sich verändert … etwas, das tief in den Menschen sitzt und langsam hervorkommt.

Meine Meinung
Ich kann und mag nicht weniger als  5ratten vergeben. Ich fand das Buch richtig super und habe es dementsprechend auch innerhalb eines Tages verschlungen. Es ist mit so viel Liebe zum Detail gemacht, dass ich mich von der ersten Seite an wohl in der Geschichte gefühlt habe.

Es fängt schon damit an, dass man das Gefühl vermittelt bekommt, man lebe in der Zukunft und würde jetzt das Buch lesen. Auf der ersten Seite wird beschrieben, wie man mit einem Buch (das es ja als Medium nicht mehr gibt) umzugehen hat. Dann klärt uns der „Herausgeber“ Mike Lancaster über den Hintergrund der 3 Kassetten auf, die er nur zu Papier bringt. Die Überschriften bezeichnen die jeweilige Kassette und welche Seite gerade läuft. Zwischendurch gibt es immer wieder kleine Anmerkungen des „Herausgebers“, die historische Begriffe (soweit möglich) erklären bzw. aktuelle Studien zu den Kassetten erläutern. Klar, das alles ist nicht neu, aber ich fands klasse. Zumal die Anmerkungen teilweise ziemlich kritisch sind und einem die Absurdität mancher Worte aufzeigen (z.B. Reality-TV).

Hinzu kommt noch, dass die Handlung wirklich spannend ist. Alles geschieht innerhalb weniger Stunden, aber dadurch, dass Kyle auch immer etwas über sich selbst oder andere Personen erzählt, wirkt das Ganze nicht gehetzt. Die Spannung baut sich kontinuierlich  auf und bleibt eigentlich bis zum Schluss bestehen. Alles wird nämlich nicht aufgeklärt (einfach, weil Kyle es selbst nicht weiß). Zum Schluss:
Spoiler (Klick zum Anzeigen/Verbergen)

Natürlich gibt es neben Kyle auch noch einen weiblichen Teenager, Lilly. Beide sind sehr sympathisch und meistens weit weg von dem typischen Teenie-Verhalten. Die Liebesgeschichte kommt dabei nur am Rande vor, es geht eher um die erschreckenden Ereignisse und die Schlussfolgerungen daraus.

Fazit: Tolles Jugendroman, der zumindest mich voll und ganz überzeugen konnte.
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Babsi

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Re: Mike Lancaster - 0.4: Eine perfekte neue Welt
« Antwort #1 am: 30. Oktober 2011, 21:41:41 »

Mir fällt nichts ein, was ich zu mondys Rezension noch dazufügen könnte. Das Buch hat mich auf jeden Fall sehr nachdenklich zurückgelassen.

Daher auch von mir 5ratten
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Liebe Grüße von Babsi

Wendy

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Re: Mike Lancaster - 0.4: Eine perfekte neue Welt
« Antwort #2 am: 27. Januar 2012, 23:30:35 »

Hallo, ihr Lieben!

Mondy, dass ich dieses Buch (in einem Rutsch, wohlgemerkt) gelesen habe, ist ganz alleine deine Schuld. :elch: Und ich muss dir ein dickes Danke dafür aussprechen.



Inhalt:
Mike Lancaster ist nur der Herausgeber des Buches, das wir hier lesen. Er schreibt darin die Geschichte von Kyle Straker nieder, die er auf drei alten Kassetten gehört hat. Dieses Buch wird in einer nicht genauer definierten Zukunft veröffentlicht und erzählt eine schockierende und spannende Geschichte.
Nachdem sich Kyle und drei weitere Personen bei einer Talentshow von ihrem Freund hypnotisieren lassen, hat die Welt sich verändert. Die Zuschauer, ja die ganze Stadt, scheint wie eingefroren. Kein Mensch bewegt sich, die Telefone sind tot, Computer spielen verrückt. Und nur vier Menschen sind übrig, um herauszufinden, was mit der Welt geschehen ist.

Meine Meinung:
Beginnen wir am Anfang. Ich habe das Buch auf englisch gelesen und muss ein riesiges Kompliment zur Covergestaltung aussprechen. Nicht nur finde ich es wesentlich ansprechender als das (etwas nach Boylove-Science Fiction aussehende) deutsche Cover. Der Coverdesigner hat offenbar auch das Buch gelesen. :breitgrins:
Die Rahmenhandlung ist großartig umgesetzt. Ganz zu Beginn lesen wir erst einmal, wie ein Buch eigentlich funktioniert, dass man von links nach rechts und von oben nach unten liest, dass die aneinandergereihten Buchstaben Wörter ergeben und dass diese in unserem Kopf in Bilder umgewandelt werden. Was für eine Welt muss das sein, in der Menschen nicht mehr wissen, was ein Buch ist? :entsetzt:
Und somit ist man schon vor dem eigentlichen Anfang gespannt, was da auf einen zukommt.

Die Kapitel unterteilen sich in Kyles Erzählung auf den jeweils zwei Seiten von drei alten Kassetten. Er erzählt in jugendlicher Sprache - er ist ja auch 15 Jahre alt - und scheint in unserer Zeit zu leben. Es gibt iPods und Computer, McDonald's und Amazon, soziale Netzwerke im Internet und alles, was wir sonst aus unserem Alltag kennen.
Offenbar sind viele dieser Dinge den fiktiven Leuten, für die dieses Buch publiziert wurde, aber nicht mehr so bekannt. Denn immer wieder setzt der Herausgeber kleine Kästen mit Erklärungen in die Handlung. Darin erläutert er etwa, was Golf ist und zieht wenn es um Redewendungen geht so manchen Fehlschluss. Der für mich aber höchst amüsant zu lesen war.

Mir persönlich hat der Titel ein bisschen zu viel verraten. Das große Geheimnis war mir also schon beinahe vor der Lektüre klar, spätestens als die ersten Hinweise gefallen sind. Das hat der Spannung aber keinen Abbruch getan, sondern sie fast noch gesteigert. Immerhin will man ja wissen, wie der Autor diese Idee erklärt, wie sie tatsächlich wahr sein könnte. Hier wurde ich leider ein wenig enttäuscht, denn Erklärungen gibt es kaum. Theorien, ja. Und diese sind erschreckend und haarsträubend zugleich. "Eine perfekte neue Welt" heißt der Untertitel (auf Englisch "it's a brave new world"), angelehnt an Aldous Huxleys Science Fiction Klassiker. Und ebenso verstörend ist die Geschichte allemal. Allerdings eher, weil sie mich zum Nachdenken über die echte Welt gebracht hat. Und hier muss ich ein bisschen spoilern:
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Dieser Denkanstoß ist es auch, der dem Buch von mir eine Extra-Ratte einbringt. Die sehr einfache und teilweise ungeschickte Sprache kann man zwar dem jugendlichen Erzähler zuschreiben, sie hat mich aber doch zeitweise ein wenig gestört. Es wird sehr viel wiederholt, Sätze immer und immer wieder identisch abgedruckt und das meiner Meinung nach oft unnötig. Die Stimmung hätte auch so gepasst. Die Charaktere bleiben, inklusive Ich-Erzähler, sehr flach. Ich denke, man hätte aus der Geschichte mehr rausholen können, aber ich hatte damit ein paar sehr kurzweilige und spannende Stunden und würde es jedem weiterempfehlen, der nichts gegen Jugendliteratur hat, die sich auch wie solche liest.

4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

Danke für den Tipp, mondy! :bussi:

Liebe Grüße,
Wendy
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mondy

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Re: Mike Lancaster - 0.4: Eine perfekte neue Welt
« Antwort #3 am: 28. Januar 2012, 18:33:03 »

Hihi, das freut mich jetzt ungemein. Schön, das ich mal jemanden inspirieren konnte und es sich auch noch gelohnt hat. :klatschen:

Das Cover der englischen Ausgabe finde ich sehr interessant, viel passender als das hässliche deutsche Cover.Die vielen Wiederholungen sind mir gar nicht so aufgefallen, wäre spannend zu sehen, ob das in der deutschen Ausgabe auch so ist. Leider hab ich das Buch nicht mehr da, um zu vergleichen, aber ich schau demnächst mal in der Buchhandlung.   
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Wendy

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Re: Mike Lancaster - 0.4: Eine perfekte neue Welt
« Antwort #4 am: 28. Januar 2012, 21:49:02 »

Diese Wiederholungen waren ja gewollt. Ich nehme an, die sollten Stimmung machen. Wenn Kyle etwa wiederholt, was der Arzt gesagt hat, als er bei ihnen zuhause war. Da pickt er sich einen Satz raus und der wird immer wieder zwischen die nächsten Sätze gesteckt. Wie gesagt, Kyle ist es da vielleicht wirklich so durch den Kopf gegangen und er ist schließlich der Erzähler. Insofern ist das in Ordnung. Es war halt einfach nicht mein Geschmack.
Das gleiche passiert vorher als alle erstarren. Da denkt er auch immer und immer wieder ein- und denselben Satz. Aber das ist wirklich kein schlechter Stil oder so. Man muss das halt mögen - oder übersehen.  :breitgrins:
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