Hallo zusammen,
Was für ein Ende!
Cash Daddy hatte ihm ja vorher schon geraten, sein Geld im Telekommunikationsbereich oder IT-Business anzulegen, um sich nach außen einen respektablen Anstrich für die Herkunft seines Einkommens zu geben. Und genau das hat er getan. Ich glaube zwar, daß er im ersten Moment das Angebot von Protocol Officer wirklich und ernsthaft ablehnen wollte, aber getan hat er es letztlich nicht. Vielleicht betreibt er das Geschäft nicht mehr in ganz so großem Stil wie Boniface, mit weniger Leuten, um weniger Gefahr zu laufen, damit erwischt zu werden. Aber aufgegeben hat er es nicht. Und seine Mutter akzeptiert seine Machenschaften sicher nicht, d.h., sie würde es nicht tun, wenn sie wüßte, daß er ihnen noch nachgeht. Aber sie sieht jetzt eine schöne Fassade und damit ist der Frieden wiederhergestellt.
Ja, genauso habe ich das auch verstanden. Er hat Cash Daddys Rat umgesetzt, eine Fassade aufgebaut, mit dieser seine Mutter beruhigt und macht im "Hinterzimmer" weiter. Und das sogar direkt vor seiner ahnungslosen Mutter. Ganz schön clever.

Wobei ich selbst allerdings auch bei Cash Daddys Tod dachte, dies ist jetzt endgültig der Punkt, der ihn wieder auf den rechten Weg führt und deshalb auch das Gefühl hatte, das seine Ablehnung in dem Moment schon ernst gemeint war. Besonders, da Azukas Verschwinden vorher und Merits Ablehnung ja beides schon Punkte waren, die ihn verunsichert hatten. Wie Doris, dachte ich gerade bei Merits Verhalten, dass dies die Gelegenheit wird, die ihn zum Absprung bringt und als sie es nicht war, war ich mir bei Cash Daddys Tod dann fast sicher.
Die Autorin hat das aber auch gut gemacht, denn alles wirkt so positiv, als hätte Kings zu sich selbst zurückgefunden ..... aber dann ruft Winterbottom an!!! Das erinnerte mich an manche Szenen in Filmen, wo man auch denkt, alles ist gut und dann springt kurz vor dem Abspann der totgeglaubte Dorfschreck mit gezücktem Messer auf einen der endlich entspannenden Einwohner, oder so. Und ZACK ist alles dahin.

(Wobei mich das Foto von Thelma eigentlich schon hätte warnen können. Wie hatte er über die leichten Frauen gesagt, mit denen er seine Zeit verbrachte: diese Frauen heißen alle ..., .... und Thelma

)
Dass Kings den Absprung nicht geschafft hat, finde ich schon sehr schade, aber trotz allem finde ich das am Ende doch passend, denn er steckte schon sehr tief da drin, auch von seiner Einstellung her, finde ich. Sein Argument, er tue es für die Familie, fühlte sich irgendwann, für mich zumindest, nicht mehr immer ganz ehrlich an, sondern manchmal wie ein halbherziger schon längst gewohnter Spruch, der nicht immer aus tiefer Überzeugung kam, bzw. auch wie eine glücklich passende Entschuldigung klang, mit der er vielleicht auch sich selbst beruhigte. Die Momente, bei denen ich dann dachte, er hört endlich auf, waren zwar schon ein starker emotionaler Schock für ihn, aber reichten dann wohl doch nicht aus, sein gewohntes Leben wirklich aufzugeben. Im Nachhinein war es dann eher Wunschdenken, dass Kings sich aufgrund der Negativbeispielen irgendwie beeinflussen lassen würde. Irgendwie scheint das doch auch wie eine Sucht zu sein, aus der man nicht mehr so leicht herauskommt, auch wenn der Verstand einem immer wieder sagt, was daran falsch ist. Denn wenn ich daran denke, wie sehr er ausgeflippt ist, als Godfrey ihm mitteilte, er wolle sein Studium beenden und auch lieber Geld verdienen, wurde ja schon deutlich, wie sehr er das eigentlich innerlich ablehnt. Doch wie bei einer Sucht, kann er doch nicht davon lassen.
Aber ich denke auch, er macht es nicht mehr in so großem Stil. Vorsichtiger ist er wohl doch geworden. Er hat nun eben seine eigene Entscheidung getroffen und da lässt er sich nichts mehr vorschreiben. Er macht von allem etwas, wie es ihm gefällt.