An seinem 100. Geburtstag hat Allan Karlsson die Nase voll von dem muffigen Altersheim, in dem er lebt, von der gestrengen Schwester Alice und vor allem von den vielen bescheuerten Vorschriften, die nur dazu angetan scheinen, den Bewohnern auch noch das letzte bisschen Spaß am Leben zu nehmen. Also haut er einfach ab, bevor die Feierlichkeiten zu seinem Ehrentag beginnen, klettert in seinen Pantoffeln aus dem Fenster und macht sich auf den Weg zum Busbahnhof.
Dort kommt er auf unorthodoxem Wege in den Besitz eines verschlossenen Koffers, dessen Besitzer sich ihm auf die Fersen setzt. Und während Allan auf der Flucht vor diesem Typen und vor der Polizei ist, die sowohl ihn als auch den Kofferbesitzer sucht, findet er immer mehr Weggefährten, alle mehr oder weniger exzentrisch, die ihm auf der Reise quer durch Schweden zur Seite stehen.
Doch die Verschwindenummer am 100. Geburtstag ist nicht das einzige Ungewöhnliche, das Allan in seinem Leben zugestoßen ist. In Rückblenden erfährt der erstaunte Leser, dass Allan Franco und Stalin, Mao und Truman und vielen anderen Berühmtheiten der Zeitgeschichte begegnet ist und bei einigen weitreichenden Entwicklungen des 20. Jahrhunderts mehr oder minder bewusst die Finger im Spiel hatte.
Ein durchgeknalltes, skurriles, überdrehtes Märchen für Erwachsene, so lässt sich dieses Buch wohl am besten zusammenfassen. Dessen muss man sich bewusst sein, ansonsten wirken die Figuren gar zu überzeichnet und die Geschehnisse an den Haaren herbeigezogen. Wer akzeptiert, dass es sich hier nicht um eine realitätsnahe Geschichte handelt, kann sich aber auf einigen Spaß einstellen.
Allan und seine Freunde kommen mir fast vor wie eine Bande von Outlaws, wie sie durch die Lande ziehen und von einer schrägen Situation in die andere stolpern und für Probleme ziemlich, äh, kreative Lösungen finden. Der Humor ist ganz schön schwarz, was mir ausnehmend gut gefallen hat.
Die Szenen in der Vergangenheit fand ich allerdings nur teilweise gelungen, gerade die ersten zogen sich für meine Begriffe doch ein wenig zäh dahin und konnten mich nicht durchgängig fesseln. Dafür leider etwas Abzug bei einem ansonsten wirklich witzigen und originellen Roadmovie mit Opa.

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