Leider etwas später als geplant, aber besser als nie

kommen hier meine Eindrücke zu den letzten Kapiteln:
Kapitel 25 - Blütenblätter im SturmSimon tut mir sehr leid, wie er in Jao é-Tinukai'i gefangen sitzt und nichts tun kann. Zudem sind ihm die Sithi fremd - genau wie er ihnen - und außer Aditu und seltener Jiriki hat er keine Gefährten, da ihn die anderen Sithi eher als fremdes Tier denn als Gefährten betrachten. Mich wundert es besonders, dass anscheinend auch Sithi, die Simon schon von ihrem Trip zum Urmsheim kannten (Ki'ushapo und Sijandi), ihn offenbar meiden. Kein Wunder, dass Simon nur noch weg will!
Wie kläglich er dabei aber scheitert, ist trotz allem amüsant zu verfolgen. Mir scheint, dass Aditu ihn indirekt unterstützen will, wenn sie ihm sagt:
"Sehr gut, Seoman", lobte ihn Aditu am nächsten Tag. Prüfend betrachtete sie das Shent-Brett und nickte. "Irreführung! Man entfernt sich von dem, was man eigentlich erreichen will. Du lernst."
"Es gelingt nicht immer", erwiderte er trübe.
Aditus Augen glitzerten. "Nein. Manchmal braucht man einen komplizierteren Plan. Aber es ist ein Anfang."

Währenddessen schlagen sich Binabik und Sludig immer weiter nach Süden zum Abschiedsstein durch. Dass die Hunen sie dabei sogar bis in den Aldheorte verfolgen, macht deutlich, dass sie scheinbar alle Ängste verloren haben.
Auch Ingen Jegger ist wieder da und furchtloser als zuvor. Der Auftrag, den er von der Nornenkönigin erhalten hat, geht über seine kühnsten Träume und sind in seinen Augen mehr wert als sein Leben. Ich ahne ganz schreckliches, denn jetzt jagt er jemand Größeres als unseren Küchenjungen und seine Freunde.

Die Begegnung Simons mit Amerasu war irgendwie gruselig. Ich hätte mir die Älteste der Sithi anders vorgestellt - viel aktiver und bestimmender. Doch die geballte Macht ihrer Erinnerungen hat sie ins Dunkle vertrieben, wo das Licht nicht so hell scheinen kann.
Kapitel 26 - Gemalte AugenMiriamel tut mir echt leid. Schon wieder hat Cadrach sie im Stich gelassen und sich aus dem Staub gemacht. Inzwischen hätte ich jegliches Vertrauen in ihn verloren und würde ihm nicht mal bis zu meiner eigenen Nasespitze trauen, geschweige denn mehr.

Immerhin gibt es noch Isgrimnur, der ihrer Fährte (ungefähr jedenfalls) folgt und sich Kwanitupul nähert. Ich frage mich allerdings, wie Miriamel dorthin kommen soll, wo sie doch gar nichts von Dinivans Plänen weiß??

In der nächsten Szene hätte ich Miriamel ohrfeigen können - wieso nur lässt sie zu, dass Aspitis sie entjungfert?? Glaubt sie echt, dass es danach besser wäre und sich dieser Lackaffe um sie kümmern würde? Sie kann ihm doch nichtmal sagen, wer sie wirklich ist! Oh, so ein dummes Gör.
Kapitel 27 - Der schwarze SchlittenBinabik und Sludig werden immer noch von den Hunen verfolgt, doch können sie kurz vor knapp noch den Abschiedsstein erreichen und über den See fliehen, durch den ihnen die Hunen nicht folgen können. Allerdings kam es mir etwas merkwürdig vor, wie viel Zeit Binabik noch in den Bau des Floßes investiert, wenn er den Atem der Hunen eigentlich schon im Nacken spüren müsste. Während der erste Hune schon zu sehen ist, sagt Binabik seelenruhig, dass er noch 2 Lagen für das Floß brauchen würde. So langsam sind die Hunen nun auch wieder nicht.

Währenddessen reist Eolair treu in Maegwins Auftrag durch die Lande auf der Suche nach Josua, trifft aber auf etwas, das er lieber nie gesehen hätte. Nach den Beschreibungen des Wagens zu urteilen, dürfte es sich um das selbe Nornengespann handeln, dass auch Simon ganz am Anfang auf dem Thisterborg gesehen hat. Was will die Rote Hand diesmal in Erchester?

Auch Isgrimnur, endlich in Kwanitupul angekommen, findet jemanden, den er nicht gesucht hatte: Camaris, der alte Kampfgefährte und beste Freund von Priester Johann lebt noch! Allerdings hat er sein Gedächtnis verloren ... Ich bin mir aber sehr sicher, dass er und sein altes Schwert Dorn wieder zusammenfinden werden.
Kapitel 28 - FunkenSimon sitzt noch immer bei den Sithi fest und trotz der vielversprechenden Unterhaltung mit Amerasu geht es nicht vorwärts ("Überstürzen!", tobte Simon. "Bis hier irgendjemand eine Hand rührt, bin ich tot!"). Als dann endlich eine neue Versammlung einberufen wird, verläuft sie aber komplett anders, als irgendjemand gedacht hatte.

Bevor Amerasu alles über Inelukis Pläne offenbaren kann, taucht Utuk'ku höchstselbst im Scherben auf und bringt Amerasu durch ihr Werkzeug Ingen Jegger zum Schweigen. Das Chaos, dass herrschte, die Verwirrung und die Unsicherheit hat Williams so eindringlich beschrieben, dass mir selbst mulmig wurde, obwohl ich gemütlich auf der Couch saß.

Obwohl es ein schwerer Schlag für die Sithi war, ihre Älteste zu verlieren, hat es ihnen immerhin gezeigt, dass sie sich nicht dem entziehen können, was außerhalb ihrer versteckten Stadt vor sich geht. Ob beabsichtigt oder nicht, mit ihrer Tat hat Utuk'ku dafür gesorgt, dass die Sithi handeln werden. Ein erster Schritt ist die Freilassung von Simon, aber zweifellos wird die Mobilmachung nicht lange auf sich warten lassen. Jiriki selbst sagt ja klar, dass die Nornen eine Grenze überschritten haben, nach der es kein Zurück gibt.
Was mir übrigens etwas überstürzt vorkam: Kaum hatten Simon und Aditu Jao é-Tinukai'i verlassen, war Simon auch schon am Abschiedsstein. Irgendwie fehlte mir hier etwas, auch wenn ich den Finger nicht drauflegen kann.

Fazit: Einige der verstreuten Truppenteile haben am Ende des 2. Bandes wieder zusammengefunden und nach vielen Flucht scheint es jetzt mit dem Abschiedsstein einen Ort zu geben, von dem aus zurückgeschlagen werden kann. Doch das "Wie" ist immer noch ein großes Rätsel.