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Autor Thema: Steffen Mensching - Jacobs Leiter  (Gelesen 467 mal)

tina

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Re: Steffen Mensching - Jacobs Leiter
« Antwort #15 am: 08. Oktober 2011, 16:15:48 »

Ich wieder und kann nur sagen, jetzt hat es mich gepackt. Mittlerweile bin ich auf Seite 141 und die Puzzleteile fügen sich successive zusammen. Eigentlich liest man hier 4 Geschichten gleichzeitig und irgendiwe gefällt mir das. Allerdings muss ich gestehen, dass ich noch etwas meine Probleme damit habe, die kleinen "Zwischendurchgedichte" in einen Kontext zur Geschichte zu bringen. Von wem sind sie? Von Mensching?

Besonders gut gefallen mir auch die verrückten New Yorker Mädels. Ich finde sie allesamt sehr sympathisch, lebensbejahend und witzig.

Menschings Mutter tut mir leid, dass sie keine Stelle findet, auf Grund der Tatsache, dass ihre Eltern nicht politisch konform sind. Ein bescheuertes System, welches sich der eigenen Resourcen beraubte, die es auf Grund seiner gebildeten Bürger hatte.

Viele Grüße Tina
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Doris

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Re: Steffen Mensching - Jacobs Leiter
« Antwort #16 am: 08. Oktober 2011, 21:28:26 »

Hallo JaneEyre, schön, dass du nun auch dabei bist. Halte durch! Wenn du dich mal eingelesen hat in die diversen Handlungsstränge, wird es besser. In dem Maße, wie ich die einzelnen Figuren und Hintergründe besser kenne, komme auch ich immer besser rein. Es kommt eine Struktur hinein und das Verwirrende ordnet sich. Allerdings gefallen mir nicht alle Geschichten gleichermaßen. Hildes Geschichte z. B. mag ich nicht so, weil da sehr viele Namen vorkommen und ich dem politischen Hintergrund nicht viel abgewinnen kann. Der Abschnitt mit Traudel oder dem Communisten-Club ist dagegen schon interessanter.

Menschings Mutter tut mir leid, dass sie keine Stelle findet, auf Grund der Tatsache, dass ihre Eltern nicht politisch konform sind. Ein bescheuertes System, welches sich der eigenen Resourcen beraubte, die es auf Grund seiner gebildeten Bürger hatte.

Wie recht du hast. Da werden Menschen an Taten gemessen, für die sie überhaupt nichts können. Keine Chance, sich selbst zu profilieren. Eigentlich wird man da zum Lügen gezwungen, um sich seine Möglichkeiten nicht zu zerstören. Ehrlichkeit zählt nicht viel.
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Re: Steffen Mensching - Jacobs Leiter
« Antwort #17 am: 10. Oktober 2011, 20:42:53 »

Allerdings muss ich gestehen, dass ich noch etwas meine Probleme damit habe, die kleinen "Zwischendurchgedichte" in einen Kontext zur Geschichte zu bringen. Von wem sind sie? Von Mensching?

Ich glaube schon. So würde er sogar noch über andere Menschen sprechen, weil er ihnen in seinem Buch nicht mehr Platz gönnen kann oder will. Auf diese Weise werden sie doch noch gewürdigt und verewigt. Auf jeden Fall reflektieren sie die Gegenwart, wie er sie in New York erlebt. Genau betrachtet könnten sie zusammengenommen  über jemanden berichten, der nach New York gekommen ist und versucht, dort Fuß zu fassen. Es ist viel die Rede von weniger privilegierten Menschen. Einen direkten Zusammenhang zu den Handlungssträngen kann ich bis auf ein Gedicht nicht erkennen. Möglich, dass trotzdem einer besteht, aber diesbezüglich ist bei mir der Groschen noch nicht gefallen.

Je länger ich lese, um so tiefer komme ich in die Geschichten rein, desto mehr wachsen mir die verschiedenen Charaktere ans Herz. Traudels Geschichte kommt im September 1950 (Seite 208) gerade an einen wichtigen Punkt. Sie will ihrem Vater zu Zahnprothesen verhelfen und bittet ihren Arbeitgeber, einen Zahnarzt, um Hilfe. Ich schätze, er wird sie das teuer bezahlen lassen, nämlich nicht nur mit Geld, sondern auch mit zwischenmenschlichen "Dienstleistungen".

Auch beim Communisten-Club wird es zunehmend spannend. Die Namen Marx und Engels fallen mehrfach und lassen vermuten, dass wir die Geburtsstunde des Marxismus erleben werden.

Warum erzählt uns Mensching gerade diese Geschichten? Bei seiner Mutter ist es verständlich, das ist Familienhistorie, aber die anderen? Ob er das alles selbst so erlebt hat?
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Re: Steffen Mensching - Jacobs Leiter
« Antwort #18 am: 10. Oktober 2011, 23:38:47 »

Warum erzählt uns Mensching gerade diese Geschichten? Bei seiner Mutter ist es verständlich, das ist Familienhistorie, aber die anderen? Ob er das alles selbst so erlebt hat?

So wie ich es verstanden habe, beruht alles auf tatsächlich erlebtes. Ich habe etwas recherchiert und festgestellt, dass all die Personen, wie zum Beispiel Hilde Berger und ihre Familie und auch der Emmigranten-Stammtisch existierten. Ich lese immer wieder gerne über Hildes Geschichte, sowie ich auch sehr gespannt bin, was bei Max Martin herauskommen wird. Ich finde es übrigens schön, dass jeder seine ganz besonderen "Lieblingsgeschichten" hat, so dass für jeden etwas dabei ist, auf das man sich freut, wenn man mehr erfährt, aber auch Menschings Familiengeschichte finde ich absolut interessant. Ich wollte noch mehr schreiben, aber ich habe leider gerade das Buch nicht zur Hand. Morgen mehr davon.

Viele Grüße Tina
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Doris

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Re: Steffen Mensching - Jacobs Leiter
« Antwort #19 am: 11. Oktober 2011, 21:40:12 »

Hildes Geschichte und auch die anderen werden immer spannender. Ich bin jetzt auf Seite 267 und an dem Punkt, wo ich es bedauere, dass es nicht wenigstens von zwei oder drei der Geschichten ganze Bücher gibt. Nach dem doch holperigen Anfang bin ich nun richtig drin und ärgere mich höchstens, dass die einzelnen Abschnitte immer nur so kurz sind. Ich finde sogar die Ex-Libri-Aufzählungen spannend  :breitgrins:.

In Zusammenhang mit den Versen ist mir eine Stelle aufgefallen, als Mensching beim Transport der Bücher einen Bus sieht, von dem aus Touristen das Leben auf den Straßen beobachten, ohne selbst einen Fuß darauf zu setzen, gerade so, als wollten sie in sicherer Entfernung bleiben. Er sieht sich wahrgenommen als einen Einheimischen. Legt er vielleicht deshalb Wert darauf, von den Menschen zu berichten, die auf der Straße leben und keine Möglichkeit haben, jemals an die Stelle der Touristen zu treten? Sonst stehen sie in keiner Beziehung zu den Personen in seinem Buch oder zu Mensching selbst und geben deshalb keinen Anlass, sie zu erwähnen.


Ich habe übrigens ein Buch, das für Steffen Mensching interessant wäre: Das Werk- und Spruchbuch für alle Tage des Jahres. Innen ist die Widmung
Zum freundlichen Gedenken an Ihre Bertha Oppenheimer. Hannover, den 17. August 1911
mit ganz feiner Feder akkurat geschrieben. Dann ist noch ein Ex Libris drin von M. und T. Rothschild, außerdem lag ein selbst gemaltes Aquarell als kleines Lesezeichen darin mit Datum 1918. Bei Wikipedia habe ich die Namen Bertha Oppenheimer und Rothschild gefunden und schon oft überlegt, wie sie als Juden wohl den Krieg überstanden haben.
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Re: Steffen Mensching - Jacobs Leiter
« Antwort #20 am: 13. Oktober 2011, 22:34:41 »

Nathans Geschichte wird um Seite 300 herum etwas mühsam, da sie zu keinem Ergebnis führt, sondern immer mehr Fragen aufwirft, die verwirrend sind und zu keinem Ergebnis führen. Mensching lässt sich aber nicht entmutigen und recherchiert immer intensiver.

Am 1. Dezember betritt Mensching zum ersten Mal Jacobs Wohnung und das löst einiges an Zurückhaltung und lässt ihn eine Reihe persönlicher Fragen stellen. Auch seine Einrichtung vertieft das Bild, das man bisher von Jacob hatte. Eine Wohnung ist immer ein bisschen der Spiegel des Charakters.

Im Jacobi-Kapitel gefiel mir auf Seite 309, wie sich Jacobi des eingebildeten Kranken entledigt  :breitgrins:.  Ob die Ähnlichkeit der Namen Jacob - Jacobi Zufall ist?

Im Abschnitt um Nathan berichtet Mensching, dass er auf der Straße ein Buch entdeckt, und da er "allen Dreck aufhebt, wenn er nur zwischen zwei Buchdeckeln steckt", und getreu diesem Motto nimmt er es mit. Ein Name und diverse Anmerkungen im Text setzen sofort wieder den Denkprozess in Gang, wer sich hinter diesen Einträgen verbirgt. Er hat das wirklich im Blut. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es weniger die Bücher sind, als ihre Besitzer, die den Reiz für ihn darstellen.
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JaneEyre

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Re: Steffen Mensching - Jacobs Leiter
« Antwort #21 am: 14. Oktober 2011, 07:39:23 »

Ihr Lieben,

sorry, dass ich euch so Allein lasse, aber ich schlafe seit Tagen total schlecht und bin abends nach der Arbeit (ich arbeite auch noch zweimal abends nebenbei) einfach zu müde, durch den fehlenden Schlaf. Ich konnte die Tage noch keine Seite lesen. Ich hoffe ich komme am WE dazu, aber da seid ihr sicher schon durch mit dem Buch... blöd gelaufen.. :redface:
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Mira

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Re: Steffen Mensching - Jacobs Leiter
« Antwort #22 am: 14. Oktober 2011, 14:51:06 »

Hallo zusammen,

ich schleiche mich mal in eure Leserunde rein. Ich hatte ja schon im Vorschlags-Thread meine Interesse bekundet, aber da ich momentan umziehe (oder es nächste Woche tun werde) und ich diese Woche mein Studium begonnen habe, war ich mir nicht sicher, ob das der rechte Zeitpunkt für das Buch ist. Nichtsdestotrotz habe ich es Anfang der Woche angefangen. Allerdings komme ich wie erwartet nur langsam voran, da ich momentan fast ausschließlich während meiner Zugfahrten Zeit dazu finde. Und da ist Ablenkungsrate doch sehr hoch.

Bis zur Seite 115 habe ich es immerhin geschafft. Es stimmt, man kommt langsam in das Buch rein, aber man gewöhnt sich an den Stil. Mir gefällt er inzwischen sogar sehr gut, auch wenn ich viele Sätze mehrmals lesen muss, um zu verstehen, wer redet oder um wen es gerade geht. Viel schwieriger fällt es mir, die inhaltlichen Sequenzen zusammenzusetzen. Gerade da ich das Buch immer nur in kleinen Abschnitten lese, muss ich hin und wieder zurückblättern und mir das Vorangegangene ins Gedächtnis zurufen.
Mit Hildes Geschichte komme ich dabei beispielsweise besser zurecht als mit Traudls.

Allerdings musste ich auch feststellen, dass ich an vielen Stellen an die Grenzen meines Geschichtswissen stoße. Vieles ist mir zwar vage bekannt, also Namen, Parteien, Ideologien, aber oft bin ich mir nicht sicher, ob ich die Zusammenhänge richtig verstehe. Hin und wieder habe ich schon einige Dinge nachschlagen müssen. Insbesonders das Thema Kommunismus während der NS-Zeit, aber auch die Strukturen in der DDR. Beides, also sowohl 2. Weltkrieg als auch die Zeit der DDR, ist mir dabei gleich fremd. Ich kenne es nur aus dem Geschichtsunterricht und es fällt mir dementsprechend schwer, mich in die Situationen hineinzuversetzen.

Um mich übrigens auf den Bahnfahrten etwas von dem Lärm abzugrenzen, höre ich Musik. Vorwiegend Instrumentales auf dem ipod, damit mich auch der Gesang nicht ablenkt. Bei der letzten Zugfahrt ist mir erst danach aufgefallen, dass ich die ganze Zeit über den Soundtrack von Schindlers Liste gehört hatte. Irgendwie auf eine seltsame Weise passend.
Ein etwas lustigerer Zufall ereignete sich kurz davor, noch auf der Fahrt. Ich war gerade bei einem Kapitel angelangt, das mit Düsseldorf Flughafen (Seite 80) betitelt war. Um meine Station nicht zu verpassen, schaute ich aus dem Fenster um mich zu vergewissern, wo ich genau war. Und was trifft mein Blick? Das Bahnhofsschild: Düsseldorf Flughafen. Mein Sitznachbar war über meine amüsierte Reaktion etwas irritiert  :breitgrins:

« Letzte Änderung: 14. Oktober 2011, 14:53:14 von Mira »
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Doris

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Re: Steffen Mensching - Jacobs Leiter
« Antwort #23 am: 14. Oktober 2011, 22:01:03 »

@ JaneEyre, mach dir keinen Stress. Selbst wenn ich bald durch bin mit dem Buch (aktuell auf Seite 360), werde ich den Thread trotzdem weiter verfolgen und auch kommentieren, sofern mir etwas dazu einfällt.

@ Mira, schön, dass du auch mitmachst! Bei mir geht es auch langsam voran, ich lese pro Tag etwa 25 - 30 Seiten, mehr kriege ich nicht rein in meinen Kopf. Für mich ist schon allein die Optik des Druckbildes ermüdend, und der Inhalt ist ja auch nicht ohne. Beim Lesen brauche ich absolute Ruhe, da läuft noch nicht einmal das Radio. Mein Hintergrundwissen hält sich auch in Grenzen, wobei ich bei Hildes Geschichte wenigstens noch einiges weiß. Wenn es um den Communisten-Club geht, weiß ich bestenfalls Bruchstücke. Mich reizt allerdings zunehmend, mehr über Steffen Mensching zu erfahren, denn eine der Geschichten dürfte seine eigene sein. Das würde ich gerne mit ein paar Fakten vertiefen.
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Re: Steffen Mensching - Jacobs Leiter
« Antwort #24 am: 15. Oktober 2011, 12:56:30 »

Seite 274

@JaneEyre
@Mira

Keine Sorge, ich bin auch nicht sehr weit, denn ich lese nebenher noch ein Buch, welches nicht so ohne ist und ich mir somit jetzt zwei angelacht habe, die Zeit brauchen.

Mich reizt allerdings zunehmend, mehr über Steffen Mensching zu erfahren, denn eine der Geschichten dürfte seine eigene sein. Das würde ich gerne mit ein paar Fakten vertiefen.

Das interessiert mich auch. Ich musste daran denken als Mensching und Jacob mit ihrem vollgepackten Handkarren völlig erschöpft an der Straße standen und eine Touristin das Empire State Building fotografiert und Mensching sich fragte, ob sich wohl die Verwandtschaft zu Hause fragen wird, was das für zwei verrückte Vögel auf dem Foto sind.  :breitgrins:

Ich finde es schade, dass Mensching nicht mehr erfährt über Max, da die ältere Frau Rieger nicht mit ihm sprechen möchte, aber ich kann verstehen, dass man irgendwann gewisse Dinge hinter sich lassen möchte, sie nicht mehr neu aufwühlen, weil man ansonsten wohl im Leben gar nicht mehr zur Ruhe kommt. Naja, vielleicht kommen ihm ja noch aus einer anderen Ecke Informationen zu.

Allerdings musste ich auch feststellen, dass ich an vielen Stellen an die Grenzen meines Geschichtswissen stoße. Vieles ist mir zwar vage bekannt, also Namen, Parteien, Ideologien, aber oft bin ich mir nicht sicher, ob ich die Zusammenhänge richtig verstehe. Hin und wieder habe ich schon einige Dinge nachschlagen müssen. Insbesonders das Thema Kommunismus während der NS-Zeit, aber auch die Strukturen in der DDR. Beides, also sowohl 2. Weltkrieg als auch die Zeit der DDR, ist mir dabei gleich fremd. Ich kenne es nur aus dem Geschichtsunterricht und es fällt mir dementsprechend schwer, mich in die Situationen hineinzuversetzen.

Das kann ich gut nachempfinden. Der zweite Weltkrieg und die NS-Zeit die sind mir mit ihren Fakten gegenwärtig, aber wenn es um Kommunismus geht und vor allem um die Anhänger Trotzkis, dann merke ich auch meine Defizite. Ganz verstanden habe ich den Unterschied zwischen Trotzkisten und normalen Kommunisten immer noch nicht, aber ich habe es jetzt einfach mal als gegeben hingenommen und nicht weiter recherchiert.  :redface: Peinlich, aber mein anderes Buch lässt mich schon soviel nachschlagen, dass ich diesbezüglich wohl etwas nachlässig geworden bin, weil ich nicht vor lauter nachschlagen meine Bücher auf die Seite legen möchte.

Viele Grüße Tina
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Re: Steffen Mensching - Jacobs Leiter
« Antwort #25 am: 17. Oktober 2011, 23:11:44 »

Bei Nathan blicke ich derzeit nicht ganz durch. Ein Abschnitt seiner Geschichte ist mit "Nathans Briefe" überschrieben, ein anderer mit "Nathans Spuren". Außerdem zieht es sich sehr in die Länge, ohne dass ein wesentlicher Fortschritt zu erkennen ist. Die Suche im Telegrammstil ist nicht besonders geeignet, bei mir Aufmerksamkeit zu wecken. Von dem Jungen in Berlin ist dagegen nichts mehr zu lesen.

Ich bin fast fertig mit dem Buch. Angesichts der wenigen verbleibenden Seiten befürchte ich, dass wenigstens einige der verschiedenen Handlungsstränge ins Leere laufen. So wie es Mensching bei seinen Recherchen sicher auch ergangen ist. Es wird zwar gezeigt, dass jeder noch so unscheinbare Mensch eine Geschichte hat, doch ist sie meist nicht sonderlich aufregend oder interessant für Außenstehende.
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Re: Steffen Mensching - Jacobs Leiter
« Antwort #26 am: 18. Oktober 2011, 22:20:07 »

Ich bin heute fertig geworden. Wie ich befürchtet hatte, gibt es nicht für alle Handlungsstränge ein richtiges Ende, teilweise versickern die Aktivitäten gewissermaßen im Nichts, weil es für Mensching keine weiteren Spuren mehr zu entdecken gibt und die Hauptpersonen verstorben sind. Hildes Geschichte wurde zum Schluss hin nochmals sehr interessant durch ein Thema, das durch eine Verfilmung sehr bekannt wurde. 

Abgesehen von seinem Bücherzuwachs ist Steffen Mensching auch um einige neue Freundschaften reicher geworden. Ob er wohl sagen könnte, was von beidem er als wertvoller einschätzt?

Nun lasse ich das Buch noch ein wenig sacken und bin gespannt auf eure weiteren Kommentare.
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Re: Steffen Mensching - Jacobs Leiter
« Antwort #27 am: 19. Oktober 2011, 21:41:15 »

Ich lese dieses Buch auf jedenfall weiter, weil es mir ausgesprochen gut gefällt, aber die Woche war so stressig, dass ich fast nicht zum lesen kam. Ich hoffe jetzt auf das Wochenende.

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Re: Steffen Mensching - Jacobs Leiter
« Antwort #28 am: 23. Oktober 2011, 20:49:08 »

Ich bin mittlerweile kurz vor dem Ende auf Seite 404. Ich finde es immer faszinierend, wobei faszinierend in diesem Fall vielleicht nicht das geeignete Wort ist, wenn man in einem Buch von etwas liest, was man zuvor in einem anderen Buch Thema war. So ging es mir bei Hildes Geschichte 13. Dort wird von dem Schriftsteller Bruno Schulz berichtet, welcher auf Grund eines schwachsinnigen Racheaktes auf der Straße erschossen wurde. Von diesem Autor habe ich auf Grunde des Buches von David Grossman - Stichwort Liebe, auch das Buch Die Zimtläden gelesen. Generell berührt mich Hildes Geschichte ganz besonders.

Die Geschichte von Abraham Jacobi ist auch sehr erschütternd. Er kommt mir vor wie ein zweiter Hiob, denn ihm gönnt das Schicksal ja auch keine Ruhe.

Es ist unglaublich, wie sich auf Grund von Steffen Menschings akribischer Recherche so nach und nach die Puzzleteilchen von Max Martins Leben zusammenfügen.

So, nun werde ich noch die letzten Seiten lesen, denn viele sind es nicht mehr.

Viele Grüße Tina
Auch die Familiengeschichte von Mensching selbst ist ein sehr interessantes Zeitzeugnis.
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