
InhaltNach einem Einbruch in ihre Wohnung flieht Gunnur geschockt in ihr Landhaus, sie braucht Abstand von der Stadt. Mit im Gepäck: ein 14-jähriges Mädchen, die Tochter eine Bekannten. Doch wie beschäftigt man einen Teenager, der ein ganzes Wochenende lang ohne Internet und Fernsehen auskommen muss? Gunnur unternimmt einige Ausflüge mit dem „Reh“, wie sie das Mädchen liebevoll nennt, aber wirklich nahe kommen sich die beiden erst, als Gunnur von ihrer eigenen Kindheit erzählt.
Meine MeinungWundervoll … das war das erste Wort, das mir nach dem Zuschlagen der letzten Seite zu diesem Buch eingefallen ist. Ich konnte es kaum aus der Hand legen und habe bis tief in die Nacht gelesen. Der Autorin gelingt es einfach perfekt, die Emotionen der beiden Charaktere (hauptsächlich die Gunnurs) mit der Landschaft Islands zu verweben und dabei keine Sekunde langweilig zu werden.
Die Charaktere bleiben dabei glaubwürdig und sympathisch. Okay, das Reh ist ein typischer Teenager und manchmal kaum zu ertragen, aber da man alles aus der Sicht Gunnurs mitbekommt, ist es nicht nervig. Im Laufe der Geschichte bekommt man auch immer mehr mit, warum das Mädchen so abweisend und kalt ist. Über Gunnur selbst erfährt man sehr viel, schließlich erzählt sie von ihrer Kindheit in Islands Hauptstadt. Aber einige Dinge bleiben bis zum Schluss im Dunkeln, so dass man sich selbst überlegen muss, was wohl passiert ist.
Ein großes Thema dieses Buches ist der Generationenkonflikt, aber auch Islands Landschaft und dessen Einfluss auf die Menschen, die dort leben. Es ist unglaublich schön, mit den beiden durch den Schnee zu fahren, nachts auf dem Eis Schlittschuh zu laufen oder den Blick über die weite Landschaft schweifen zu lassen. Wer also Island näher kommen möchte, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen.
Ich bin hin und weg von „Sterneneis“ und werde bestimmt noch mehr Romane der Autorin lesen. Bis dahin kann ich zumindest dieses Buch jedem nur ans Herz legen, es ist dieses Jahr eines meiner Lesehighlights.
Wundervolle
