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Autor Thema: Virginia Woolf – Mrs. Dalloway  (Gelesen 479 mal)

Aldawen

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Virginia Woolf – Mrs. Dalloway
« am: 21. August 2011, 11:20:19 »

Virgina Woolf - Mrs. Dalloway


Kurzbeschreibung: Wer Action will, liegt mit " Mrs Dalloway", erschienen 1925, eindeutig falsch. Der Klassiker des modernen Romans begründete die Technik des "stream of consciousness". Hier werden die unzähligen Eindrücke, die das Bewusstsein empfängt, gezeigt. Deshalb beschränkt sich die so genannte Handlung von "Mrs. Dalloway" auch auf einen Junitag im Jahr 1923, an dem Clarissa Dalloway eine ihrer berühmten Abendgesellschaften geben wird. Das ganze Interesse liegt auf der Präsentation der Innenwelt. Alles, was Clarissa durch den Kopf geht, Erinnerungen, Assoziationen, Fragen, Zweifel wird ungefiltert dargeboten. Diese Innenwelt der Protagonistin wird in Spannung zu der Innenwelt eines sie umgebenden Figurenensembles gesetzt. (Quelle: Amazon)

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tina

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Re: Virginia Woolf – Mrs. Dalloway
« Antwort #1 am: 21. August 2011, 11:36:47 »

Hallo Ihr lieben Mitleser und Danke Aldawen,  :winken:

Ich habe das Buch gestern begonnen und da es nicht so dick ist und ich gestern sehr viel Zeit zum lesen hatte bin ich schon fast in der Mitte, aber ich werde mich jetzt meiner Zweitlektüre widmen und somit etwas langsamer machen.

Ich muss gestehen, dass ich am Beginn etwas Schwierigkeiten hatte, mit Woolfs Satzkonstruktionen, die doch manchmal sehr verschachtelt sind und dann des öfteren wieder zum Anfang des Satzes zurück musste um zu wissen auf was sich der letzte Teil eigentlich bezog, aber mittlerweile habe ich mich "eingelesen" und das Buch spricht mich immer mehr an. Ich merke, das es ein Buch ist, welches ich nur zu Hause und unter absolut ruhigen Bedingungen lesen kann, sonst verliere ich sofort den Faden.
Was mir bis jetzt an diesem Buch gefällt ist eigentlich genau das, was in der Beschreibung des Buches oben im Thread steht. Es sind die Gedanken, die Vielschichtigkeit der Emotionen, die Ambivalenz die hier genaustens untersucht, ja fast seziert werden. Schon alleine der Spaziergang in London und die Assoziationen, die dadurch hervorgerufen wurden, wie auch die Beschreibung von der Mysthik von Big Ben fand ich faszinierend beschrieben. Es trifft genau meine Gefühle, aber ich hätte es nie in diese Worte fassen können. Ich kann jetzt nicht sagen, dass mir Mrs. Dalloway oder einer der anderen Protagonisten sympathisch wäre (jedoch auch nicht sonderlich unsympathisch), aber das muss auch gar nicht sein. Am meisten sagt mir noch Sally zu. die ihr Herz auf der Zunge trägt, unkonventionell und authentisch ist. Peter nervt mich mit seinem Selbstmitleid und seiner Oberflächlichkeit und Septimus tut mir einfach nur Leid. Er geht durch die wahre Hölle und keiner kann ihm da heraus helfen. Dazu werde ich später noch etwas schreiben, wenn ich das Buch wieder zur Hand habe.

Ich bin schon sehr gespannt auf Eure Eindrücke.

Viele GRüße Tina
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Ophelia

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Re: Virginia Woolf – Mrs. Dalloway
« Antwort #2 am: 21. August 2011, 16:01:30 »

Hallo allerseits!  :winken:

Gestern habe ich ein paar Seiten angefangen, ich stecke derzeit bei Seite 17. Weiter bin ich noch nicht gekommen, da wir das ganze Wochenende über Besuch haben, da komme ich einfach nicht zum Lesen (was auch nicht schlimm ist^^). Heute abend und spätestens morgen aber geht es weiter. Bisher gefällt mir das Buch nämlich, hat auf jeden Fall etwas. Ich freue mich auf die weitere Lektüre, dann werde ich hier auf jeden Fall auch mehr schreiben. Bis dann!

Herzlichst,
Ophelia

PS: Ich lese folgende Ausgabe:
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Ophelia

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Re: Virginia Woolf – Mrs. Dalloway
« Antwort #3 am: 22. August 2011, 20:44:35 »

Ich bin nun auf Seite 62 angelangt. Man konnte erfahren, dass Clarissa einst in eine junge Frau namens Sally verliebt war und beinahe Peter Walsh geheiratet hätte. Dieser hat sich momentan in eine junge verheiratete Frau verliebt.

Ich weiß nicht, wie es euch ergeht, aber ich habe momentan noch Schwierigkeiten, in die Geschichte reinzukommen. Bisher fühle ich mich seltsam distanziert zum ganzen Geschehen.
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Re: Virginia Woolf – Mrs. Dalloway
« Antwort #4 am: 23. August 2011, 08:12:02 »

Ich lese diese Ausgabe:


Darin bin ich aktuell bei Seite 55 (von 224), habe also ein Viertel gelesen. Ich müsste ungefähr an der gleichen Stelle sein wie du, Ophelia. Jedenfalls ist gerade Peter Walsh zu Besuch bei Clarissa.

Mir gefällt das Buch bisher sehr gut. Es ist zwar nicht leicht zu lesen, aber ich finde es unglaublich faszinierend, wie Virginia Woolf uns an den Gedanken aller Personen teilhaben lässt. Man hat das Gefühl, man spaziert mit ihr durch London oder durch Clarissas Leben und sie weiß genau, was jeder denkt und wie er fühlt.
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Anja

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Re: Virginia Woolf – Mrs. Dalloway
« Antwort #5 am: 23. August 2011, 09:22:49 »

Heute fühle ich mich fit genug, um endlich mit dem Buch anfangen zu können. Entschuldigt bitte meine Verspätung!

Ein kleiner Filmtip am Rande:
"["The Hours"] verfolgt das Schicksal dreier Frauen aus verschiedenen Generationen, deren Leben mit Virginia Woolfs Roman Mrs. Dalloway in Bezug stehen. Er verfolgt die Leben der drei Protagonistinnen jeweils einen Tag von morgens bis abends. So spielt der Film in drei Zeitebenen: 1923, 1951 und in der Gegenwart. Er bedient sich des filmischen Mittels der Parallelmontage. Die Zeitebene 1923 erzählt die Geschichte von Virginia Woolf, die mit ihrem Schriftstellergatten Leonard Woolf in der englischen Provinz lebt. Umsorgt von ihrer Familie und dem Arzt beginnt sie den Roman Mrs. Dalloway. 1951 bereitet Laura Brown mit ihrem kleinen Sohn den Geburtstag ihres Ehemanns Dan vor und liest ebendiesen Roman, der sie stark beeinflusst. In der Gegenwart bereitet Clarissa Vaughan eine Preisverleihungsparty für ihren an AIDS erkrankten Freund Richard Brown vor. The Hours kann damit als eine moderne Version von Mrs. Dalloway angesehen werden. Vom Verfasser zum Leser, bis hin zur lebenden heutigen Version von Mrs. Dalloway: Clarissas Leben ist so sehr verbunden mit der Romanfigur Mrs. Dalloway, dass es erscheint, sie sei Mrs. Dalloway.<<< (Quelle: Wikipedia)

Den Film habe ich schon ein paar Mal angeschaut, finde ihn grandios und er ist deshalb für mich untrennbar mit Virginia Woolfs "Mrs Dalloway" verbunden.

Ich freue mich aufs Lesen und Eure Anmerkungen! (Lese die Ausgabe aus Aldawens Post.)
LG,
Anja
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Re: Virginia Woolf – Mrs. Dalloway
« Antwort #6 am: 23. August 2011, 15:08:21 »

So, ich habe das Buch soeben beendet. Ich muss es auch erst einmal sacken lassen, bevor ich mich näher dazu äußere. Nur so viel kann ich sagen: Ich bin ziemlich enttäuscht.  :sauer:
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Anja

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Re: Virginia Woolf – Mrs. Dalloway
« Antwort #7 am: 23. August 2011, 15:18:03 »

Vor vielen Jahren schon wollte ich "Mrs Dalloway" lesen, bin aber als Teenie nie über die ersten zwei Seiten hinausgekommen. Anders als befürchtet, bin ich diesmal sofort in die Geschichte, besser gesagt, den "Bewusstseinsstrom" hineingekommen und nun auf Seite 31 (gleich lese ich weiter, wollte nur schnell das hier schreiben).

Ich finde es faszinierend, wie wenig (äußerlich) und gleichzeitig wie viel (innerlich) in diesem Roman passiert. Ebenso, wie Virginia Woolf die Fäden zwischen den verschiedenen Personen spinnt.

Zitat
Ich merke, dass es ein Buch ist, welches ich nur zu Hause und unter absolut ruhigen Bedingungen lesen kann, sonst verliere ich sofort den Faden.

So geht es mir auch, tina!
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Re: Virginia Woolf – Mrs. Dalloway
« Antwort #8 am: 23. August 2011, 17:22:38 »

(58 von 188 Seiten gelesen.)

Positiv erwähnen möchte ich noch Virginia Woolfs wunderbare bildhafte Sprache und die Fußnoten des Herausgebers, die Orts- und Personennamen erklären.

In dem (bisher nur kurzen) Abschnitt über Septimus Warren Smith ist mir aufgefallen, dass Woolf ihrer eigenen Erfahrungen mit einer psychischen Krankheit mit einfließen lässt (ein Beispiel sind die "griechisch singenden Vögel").
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Re: Virginia Woolf – Mrs. Dalloway
« Antwort #9 am: 23. August 2011, 19:48:11 »

Positiv erwähnen möchte ich noch Virginia Woolfs wunderbare bildhafte Sprache und die Fußnoten des Herausgebers, die Orts- und Personennamen erklären.

Liest du auch die Fischer-Ausgabe?
In meinem Fischer TB sind mehr als 80 Fußnoten über das gesamte Buch verteilt, ich fand es größtenteils sehr störend, da viele Erklärungen überflüssig waren.
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Anja

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Re: Virginia Woolf – Mrs. Dalloway
« Antwort #10 am: 24. August 2011, 11:12:42 »

@Ophelia: Ja, ich meine die Fischer-Ausgabe.
Da ich in englischer Geschichte und Geographie nicht wirklich fit zu nennen bin, fand ich den Großteil der Fußnoten äußerst nützlich.
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Re: Virginia Woolf – Mrs. Dalloway
« Antwort #11 am: 24. August 2011, 14:48:13 »

(124 von 188 Seiten gelesen.)

Mittlerweile gab es einen längeren Abschnitt über Septimus und er tut mir auch sehr leid; nicht nur wegen seiner Krankheit, sondern auch, weil er dem Willen von unfähigen Ärzten hilflos ausgeliefert ist.

Gespannt bin ich, wie Septimus' Geschichte mit der von Clarissa Dalloway verknüpft wird; dass die Verknüpfung allein die Szene mit dem Automobil vor dem Blumenladen war, kann ich mir nicht recht vorstellen.

Habe gerade in der englischen Wikipedia entdeckt, dass Mrs Dalloway 1997 mit Vanessa Redgrave in der Titelrolle verfilmt wurde; kennt diesen Film jemand? Es würde mich interessieren, wie die besondere Erzählweise des Buches auf einen Film übertragen wurde (geht das überhaupt?).
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Re: Virginia Woolf – Mrs. Dalloway
« Antwort #12 am: 24. August 2011, 20:51:41 »

Was mir sehr gut gefällt ist, wie Woolfe die einzelnen Charaktere zeichnet, in dem sie diese mit ein und der selben Situation konfrontiert und die unterschiedlichen Reaktionen darauf zeigt. Ich muss allerdings sagen, dass ich den Charakter von Mrs. Dalloway nicht gerade außergewöhnlich empfinde, obwohl ihre Emotionen und Gedanken sehr genau beschrieben werden. Vielleicht liegt es ja auch an der Zeit in welcher dieses Buch geschrieben wurde, aber jetzt wo ich dies schreibe, denke ich nicht das es das ist, denn viele andere Autoren, die wesentlich älter als Woolfe sind, haben es auch geschafft mein Herz zu berühren und genau das schaffen die Protagonisten dieses Buches nicht. Außer Septimus berührt mich keiner. Peter eher im negativen Sinne. Sein Selbstmitleid nervt mich und die Protagonistin hätte ich nicht so gerne in meinem Freundeskreis. Es ist merkwürdig, dieses Buch.
Es würde mich interessieren, wie die besondere Erzählweise des Buches auf einen Film übertragen wurde (geht das überhaupt?).

Das hatte ich mich auch schon gefragt, denn ich denke, dass das wichtigste an diesem Buch die beschriebenen Emotionen sind und nicht die Taten.
Ich werde heute Abend noch etwas weiterlesen. Ich bin jetzt auf Seite 97.

Viele Grüße Tina
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Re: Virginia Woolf – Mrs. Dalloway
« Antwort #13 am: 24. August 2011, 21:22:36 »

Ich bin fertig und hier ist meine Rezension.
Einen schönen Abend wünscht
Anja  :winken:
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Re: Virginia Woolf – Mrs. Dalloway
« Antwort #14 am: 24. August 2011, 21:54:06 »

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein Film diesem Buch gerecht werden könnte und das Innenleben der Personen auch nur annähernd so darstellen kann.

Gelesen habe ich bis Seite 130 (von 224) und gerade bin ich nicht ganz so glücklich mit dem Buch. Es gefällt mir nach wie vor, aber manche Personen interessieren mich einfach nicht so wahnsinnig und ich bin froh, wenn die Reise weitergeht in einen anderen Kopf.

Peter Walsh hat mir sehr leid getan, von Selbstmitleid konnte ich bisher noch nichts merken. Eigentlich hätten Clarissa und er viel besser zusammengepasst und es ist schade, dass daraus nichts geworden ist.

Septimus' Geschichte ist auch sehr tragisch, er wird von seinem Umfeld nicht verstanden und den Ärzten ist er auch hilflos ausgeliefert. Ich glaube fast nicht, dass Mrs. Dalloway und er nochmal irgendwie aufeinander treffen, sie sind nur unfreiwillig im gleichen Buch gelandet, ohne etwas miteinander zu tun zu haben. Interessant ist natürlich auch, den Vergleich zwischen Virginia Woolf selbst und Septimus zu ziehen.

Dass man Richard Dalloway ein bisschen begleiten darf, fand ich auch ganz nett, denn so sieht man, dass er auch ein Mensch ist und nicht nur der unpassende Ehemann für Clarissa.

Ich mag das Buch eigentlich nach wie vor, aber finde es sehr anstrengend zu lesen.
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