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Autor Thema: Amy Tan - Töchter des Himmels  (Gelesen 4204 mal)

Saltanah

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Amy Tan - Töchter des Himmels
« am: 13. Juli 2005, 20:23:50 »

Hiermit eröffne ich die Leserunde zu


Kurzbeschreibung
Töchter des Himmels, das ist die Geschichte von vier Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs aus Rotchina in die Vereinigten Staaten geflohen sind, um sich in San Francisco eine neue Existenz aufzubauen. Und es ist die Geschichte ihrer vier Töchter, die nicht viel von überkommenen Pflichten und Traditionen halten. Sie erheben Anspruch auf ein freies Leben unter westlichem Vorzeichen und können sich doch den Geheimnissen und der Magie des alten China nicht verschließen.

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creative

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Amy Tan - Töchter des Himmels
« Antwort #1 am: 13. Juli 2005, 20:31:31 »

Ich werde morgen anfangen - hab heute noch die säulen der Erde niederzukämpfen.

Liebe Grüße!!
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Saltanah

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Amy Tan - Töchter des Himmels
« Antwort #2 am: 13. Juli 2005, 20:38:11 »

Den ersten Teil "Feathers from a thousand li away" habe ich schon gelesen.
Bisher gefällt mir das Buch sehr gut. Ein schöner, gut lesbarer Stil und interessante Figuren & Schicksale machen Lust auf die weitere Entwicklung.

Mir blieb bei folgender Formulierung fast das Herz stehen:
Zitat
"'By the time I arrived in Chungking I had lost erevything except for three fancy silk dresses which I wore one on top of the other.'" Da tat sich für mich ein Abgrund auf, als ich realisierte, was das bedeutete.
Besonders gut finde ich, dass die Situation nicht weiter beschrieben wird. Literatur ist am besten, wo "Löcher" vorhanden sind, die wir LeserInnen selbst füllen müssen; nur dann ergreift mich eine Schilderung richtig.
Und auch die anderen Erzählungen sind nur kleine Scherben der Lebensgeschichte der Protagonistinnen. Sehr viel müssen wir aus den kurzen Ausschnitten schließen, und das genieße ich nach meinem letzten Leserundenbuch besonders. Follett hätte alles bis ins kleinste Detail geschildert und mindesten 400 Seiten dafür benötigt. :zwinker:
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Du verstehst bestimmt, was ich meine.
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Convallaria

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Amy Tan - Töchter des Himmels
« Antwort #3 am: 13. Juli 2005, 21:34:17 »

Hallo,

wenn Ihr noch eine Mitleserin haben wollt - hier wäre eine  :winken:

Ich habe das Buch zu Hause gehabt und gestern erst zufällig mitbekommen, dass diese Leserunde startet. Da habe ich gleich mal frechweg angefangen zu lesen...

Ich liebe ja Amy Tan. Ihre Bücher sind so schön geschrieben; gefühlvoll und überhaupt nicht kitschig. Und wundervoll exotisch. Man kann sprichwörtlich eintauchen in ein fremdes Land und andere Zeiten.

China ist überhaupt sehr interessant. Ein Land, das sich in den letzten hundert Jahren mehrmals sehr stark gewandelt hat bzw. wandeln musste.

Mir gefallen immer diese Szenen, wo man etwas über die Denkweise der Chinesen lernt. Tan kontrastiert ja sehr gerne die altmodischen Tanten bzw. die Müttergeneration mit der der in Amerika geborenen Töchter, die eher dem westlichen und nüchterneren Lebensstil zugeneigt sind.

Der Aberglauben scheint ja z.B. in China sehr verbreitet zu sein. So werden z.B. beim Mah-Jongg Dinge gegessen wie "lange Reisnudeln für ein langes Leben, gekochte Erdnüsse, um Söhne zu bekommen und natürlich Glücksorangen für eine sorgenlose Zukunft".

Huch, da muss man ja direkt aufpassen, was man sich als nächstes für Knabbereien ins Haus holt  :entsetzt: ...

Zitat von: Saltanah
Mir blieb bei folgender Formulierung fast das Herz stehen:

Ja, mir stiegen auch gleich die ersten Tränchen in die Augen...
Aber ich kann Dir schon mal verraten, dass das nicht die einzige bestürzende und tragische Szene in diesem Roman bleiben wird...  :traurig:

(Ich habe den Roman übrigens schon einmal gelesen; ist aber dem Eintrag nach zu urteilen 13 Jahre her, und Einzelheiten sind durch mein Siebgedächtnis geflutscht)

So, jetzt werde ich mal weiterlesen. Ich bin auf S. 40, jetzt kommt An-Meis Geschichte.

Das gefällt mir übrigens auch sehr gut: Dass die Handlung sehr verschachtelt ist und sich oft Geschichten in der Geschichte ergeben, dass Gegenwart sich mit Vergangenheit abwechselt. Und dass, wie Saltanah schon sagte, Dinge oft nicht ausgesprochen werden...


Viel Spaß an alle
Convallaria

P.S. Und hier noch ein Link zum Thema Mah-Jongg:

Und so sieht das Spielset aus:
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parago

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Amy Tan - Töchter des Himmels
« Antwort #4 am: 13. Juli 2005, 23:11:21 »

Hallo ihr Lieben - bin durch Zeitverschiebung mal wieder spaet dran.. hab leider gestern abend erst die ersten 20 Seiten geschafft - mir fielen die Augen zu (Entschuldigung: Haben seit Sonntag einen neuen Welpen, der fuer reichlich Trubel und natuerlich auch dunkle Raender unter den Augen sorgt, da er alle 2 Stunden rausgetragen werden will/muss zum 'Entleeren'..)

Sobald er einschlaeft (muesste in ein paar Minuten soweit sein) werd ich weiterlesen. Ich hab ja schon irgendwo mal geschrieben, dass ich grade vor kurzem auf (ich glaube) Saltanah's Hinweis hin den Film mir angeschaut hab und ganz begeistert war.  Die Verwebung der Figuren und die teilweise extremst nahegehenden Stories werden mich in ihrere Urfassung sicher noch mehr faszinieren, als es die Leinwand Version geschafft hat..

Freu' mich drauf!  :winken:
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tina

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Amy Tan - Töchter des Himmels
« Antwort #5 am: 14. Juli 2005, 09:53:12 »

Zitat von: Saltanah


Mir blieb bei folgender Formulierung fast das Herz stehen:


Ging mir genauso, und dann muß ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, daß wir zu dem Minimum der Weltbevölkerung gehören denen es echt gut geht. Das ist besonders wichtig, wenn man sich mal wieder über irgendwelche "peanuts" aufregt, die das Leben unnötiger Weise schwer machen.

Ist das Buch eine wahre Biographie?

Kann mir jemand erklären wie ich den Text unlesbar mache, das andere, welche noch nicht so weit mit dem Lesen sind Dinge zu früh erfahren?
Oh was eine blöde Formulierung, aber mir fiel keine Bessere ein. Ich hoffe Ihr habt verstanden was ich meine.
Das ist meine erste Leserunde, deswegen.

L.G. Tina
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Convallaria

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Amy Tan - Töchter des Himmels
« Antwort #6 am: 14. Juli 2005, 10:09:57 »

Hallo Tina,

Zitat von: tina
Kann mir jemand erklären wie ich den Text unlesbar mache, das andere, welche noch nicht so weit mit dem Lesen sind Dinge zu früh erfahren?
Oh was eine blöde Formulierung, aber mir fiel keine Bessere ein. Ich hoffe Ihr habt verstanden was ich meine.
Das ist meine erste Leserunde, deswegen.


Bei mir ist es erst die 2. Leserunde, also keine Panik  :smile:
Zu Deinen Fragen: Geh mal zurück zur Forenübersicht "Aktuelle Leserunden". Da gibt es ganz oben einen Beitrag von nimue zu den FAQ. Da wird erklärt, wie man Spoiler oder Zitate herstellt, oder was sonst noch bei Leserunden zu beachten ist.

Zitat von: tina
dann muß ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, daß wir zu dem Minimum der Weltbevölkerung gehören denen es echt gut geht. Das ist besonders wichtig, wenn man sich mal wieder über irgendwelche "peanuts" aufregt, die das Leben unnötiger Weise schwer machen.

Da sagst Du was Wahres!
Wir können uns heute oft gar nicht mehr vorstellen, unter welchen Bedingungen andere Menschen leben und aufwachsen.

Wenn ich dieses Buch lese, muss ich oft an meine eigene Mutter denken. Die hatte auch eine sehr schwere Kindheit mit Krieg, Vertreibung aus der Heimat, Armut, ständigem Schulwechsel, Hänseleien durch ortsansässige Kinder, sehr traditionelle Erziehung etc. etc.

Oft erzählt sie davon - je älter sie wird, desto mehr -, und ich ertappe mich oft dabei, dass ich dann innerlich mit den Augen rolle und denke: "Ach neee, nicht die alten Kamellen schon wieder"...
Dabei ist es ihr sicher ein Bedürfnis, über diese Kränkungen und Entbehrungen reden zu können, die sie erlebt hat...

Ähnliches treffe ich in diesem Buch an, und deshalb berührt es mich sehr stark.


Liebe Grüße
Convallaria
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Convallaria

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Amy Tan - Töchter des Himmels
« Antwort #7 am: 14. Juli 2005, 10:28:32 »

Ach Du hast ja noch was gefragt  :smile:

Zitat von: tina
Ist das Buch eine wahre Biographie?


Nein, eine richtige (Auto-)Biographie ist das wohl nicht.
Ich denke aber, dass Amy Tan ihre eingenen Erfahrungen als chniesisch-stämmige Amerikanerin sehr stark hat mit einfließen lassen.
Vermutlich kennt sie aus ihrer Familie oder dem Bekanntenkreis viele ähnliche Schicksale und präsentiert sie uns in literarisch aufgearbeiteter Form.

Ihre Bücher kreisen alle um dieses Thema: Generationenkonflikte, Konflikt zwischen Tradition und Moderne, Ost und West, Emanzipationsprobleme etc.
Aber auch wenn sie sich ähneln, zu lesen lohnen sich alle  :klatschen:

Liebe Grüße
Convallaria
die jetzt mal lieber wieder ein bissl arbeitet...  :rollen:
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Alexa

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Amy Tan - Töchter des Himmels
« Antwort #8 am: 14. Juli 2005, 12:41:55 »

Hallo,

ich bin erst auf Seite 50, finde das Buch aber schon sehr bewegend.  :smile:

Über die Verschachtelung herrscht bei mir Zwiegespaltenheit. Einerseits fällt es mir mit meinem eher schlechten Gedächtnis ziemlich schwer, mir die vielen Namen und Zusammenhänge zu merken. Andererseits finde ich es immer supertoll, wenn ich denn mal alles kapiere.  :breitgrins:  :zwinker:

Ich kenne noch keine anderen Bücher von Amy Tan, aber ich kann mir gut vorstellen, daß alle lesenswert sind.

LG

Bianca
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parago

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Amy Tan - Töchter des Himmels
« Antwort #9 am: 14. Juli 2005, 22:28:25 »

Mich persoenlich beruehrt das so seltsam distanzierte Verhaeltnis zwischen Jing-mei und ihrer vor kurzem verstorbenen Mutter ziemlich arg. Kam im Film nicht ganz so gut raus, finde ich.. man spuert die Traurigkeit aber auch zugleich die Bitterkeit Jing-mei's ueber die mangelnde Naehe zwischen ihr und ihrer Mutter und die Tatsache, dass sie ihr bis zuletzt eigentlich fremd war.

Hat mich sehr zum Nachdenken angeregt und ich hab mir vorgenommen, es zwischen mir und meiner Mum nie soweit kommen zu lassen. Ich waere unendlich traurig darueber, nach ihrem Tod feststellen zu muessen, meine Mutter eigentlich nie richtig kennengelernt zu haben..

Achja.. ich wuerd' gern Mahjong lernen!  :breitgrins:
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Alexa

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Amy Tan - Töchter des Himmels
« Antwort #10 am: 15. Juli 2005, 07:42:37 »

Guten Morgen,

ich bin jetzt auf Seite 124 vorgekommen und folgender Eindruck beschäftigt mich doch sehr:

Zitat von: Spoiler bis Seite 124

Ich finde diese traditionellen chinesischen Geschichten sehr grausam  :rollen:  Der Tod der tausend Schnitte, das Stück Fleisch, das sich eine Frau (ich kann mir nicht merken, welche welche ist :redface:) abschnitt, um es in eine Suppe zu tun  :entsetzt:, die Geschichten, mit denen die Kinder verängstigt aufwachsen...die Chinesen sind wirklich ein seltsames kleines Völkchen.
Bei ihnen gibt es doch auch die Tradition der gebundenen Füße (obwohl das bislang nicht erwähnt wurde). Ich habe mal ein Buch darüber gelesen, das war so grausig. :entsetzt:  Mir drängt sich der Eindruck auf, daß Chinesen für Tradition und Ehre alles tun.


Den Film dazu habe ich nicht gesehen, er scheint wohl aber empfehlenswert zu sein...wenn ich das Buch beendet habe, möchte ich den auf jeden Fall anschauen.

LG

Bianca
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Amy Tan - Töchter des Himmels
« Antwort #11 am: 15. Juli 2005, 08:12:16 »

Ich bin jetzt bei Ying-Ying St. Clair angekommen.

Das Buch liest sich wunderbar, auch wenn mir dieser Kulturkreis doch sehr fremd ist. Mir stehen die Haare zu Berge wenn ich an die vereinbarte Ehe einer 2-jährigen mit einem noch jüngeren denke, und mir stehen ebenfalls die Haare zu Berge wenn ich an alle diese verstaubten und veralteten  "Traditionen" denke, die eigentlich hauptsächlich verlogen und menschenunwürdig sind. Ich glaube, ich wäre auch geflüchtet.....


Bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht.
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tina

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Bin auf Seite 130
« Antwort #12 am: 16. Juli 2005, 01:31:22 »

Wenn ich dieses Buch lese wird mir wieder einmal bewußt, daß alles im Leben davon abhängt, an welchem Ort zu welcher Zeit man geboren wird. Natürlich hat man  Einfluß auf sein Leben, aber eben nur unter bestimmten Vorraussetzungen. Ausserdem muß man bedenken, daß es sehr wahrscheinlich für die meisten Frauen in dieser Zeit in China schlichtweg und ergreifend normal war, so zu leben und als Frau eine absolut untergeordnete Rolle innezuhaben. Es gab kein Fernsehen, keine weitreichende Kommunuikation und so kamen die meisten vielleicht auch gar nicht auf den Gedanken, daß der Umgang mit ihnen, ihren Eltern und Kindern auch anders sein könnte. Es war einfach so Sitte und vielleicht waren viele auch gar nicht unglücklich darüber wie es war, weil sie es gar nicht anders kannten.
In unserer Gesellschaft ist das unvorstellbar, aber die Gesellschaft in China zu dieser  Zeit war eben eine andere, auch wenn es anscheinend oft sehr grausam gewesen zu sein scheint.
Ich bin dankbar für die Wahl meines Geburtsjahres und des Geburtsortes. Wie schon gesagt, es ist nicht selbstverständlich.

Wie empfindet Ihr das ?
Liebe Grüße Tina
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Re: Bin auf Seite 130
« Antwort #13 am: 17. Juli 2005, 19:09:08 »

Zitat von: tina
Ich bin dankbar für die Wahl meines Geburtsjahres und des Geburtsortes.

Das geht mir auch so. So vieles ich auch in unserer Gesellschaft kritisiere, muss ich doch immer wieder feststellen, dass es viel schlimmer sein könnte. Das macht unser Land und unsere Zeit nicht zum Paradies, aber in der Hölle (um bei dem Bild zu bleiben) leben wir auch nicht. Allerdings sollte uns das nicht davon abhalten, unsere Gesellschaft kritisch zu betrachten und zu verbessern versuchen.

Ich konnte in den letzten Tagen nur sehr wenig lesen und habe daher gerade erst den 2. Teil "The twenty-six malignant gates" durch. Hier hat mich besonders die 2. Geschichte berührt.
Zitat
Es war sehr bitter zu lesen, wie eine Mutter langsam vor den Augen ihrer Tochter zerbricht, während der Vater es nicht wahrnimmt (oder nicht wahrhaben will?), und nichts dagegen unternommen werden kann. Eine furchtbare Vorstellung, unter diesen Verhältnissen aufwachsen zu müssen.
Aber fast noch schlimmer fand ich die Beschreibung einer Ehe, in der die Eheleute nicht miteinander sprechen können. Was ist eine Beziehung ohne die Möglichkeit zur Kommunikation? Und da die Mutter eigentlich völlig isoliert ist und als Gesprächspartnerin eigentlich nur ihre kleine Tochter hat, die überfordert damit ist, ihrer Mutter Halt zu geben, wundert es mich nicht, dass sie (die Mutter) psychisch kaputt geht.

Gemeinsam war allen Geschichten das Thema "Erwartungen der Eltern (vor allem der Mütter, die Väter spielen eine vergleichsweise kleine Rolle) an ihre Kinder". Ein Thema, mit dem ich viel aus eigener Erfahrung anfangen kann, obwohl bei mir der Kulturunterschied fehlt. Es ist wohl ein allgemeinmenschliches Problem, dass in mehr oder weniger starker Ausprägung alle Eltern und Kinder betrifft. Besonders interessant wird es in diesem Buch durch den großen Unterschied zwischen chinesischen Traditionen und modernem Amerika.
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Amy Tan - Töchter des Himmels
« Antwort #14 am: 17. Juli 2005, 20:16:19 »

Hallo,
ich habe das Buch ausgelesen und möchte gleich mal meine Eindrücke niederschreiben.

Vom Aufbau der Geschichte fand ich das Buch sehr interessant. Die einzelnen Kapitel lassen sich wie Puzzleteile aneinanderfügen und die einzelnen Lebensgeschichten werden sozusagen von hinten aufgerollt.

Die Themen Generationskonflikt und Integraton werden sehr anschaulich beschrieben, verstärkt natürlich auch durch den immensen  Kulturunterschied. Die zwangshafte Integration, die zwangshafte Amerikanisierung geht ja wohl genauso schief wie der Versuch, die chinesische Tradition in Amerika aufrecht erhalten zu wollen. Ich kann sowohl die Mütter verstehen, die natürlich ihre Wurzeln, ihre Kultur den Töchtern mitgeben wollen, aber besser kann ich jedoch die Töchter verstehen, die versuchen, genau dem zu entfliehen. Vielleicht auch deshalb, weil ich persönlich überhaupt nicht abergläubisch bin, weder an Horoskope o.ä. glaube und auch kein sehr traditionsbewusster Mensch bin.

Am meisten berührt haben mich die Geschichten von Suyuan Woo und Jing-mei Woo und An-mei Hsu.

Ich werde jetzt auf jeden Fall die Augen für den Film offen halten und es wird sicherlich nicht mein letztes Buch von Amy Tan gewesen sein.

Also ich bedanke mich für diesen wunderbaren Buchvorschlag und vergebe

5ratten
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