4. Akt1. SzeneGloster wird blind vor die Tür gesetzt und trifft seinen Sohn Edgar, welcher sich immer noch nicht zu erkennen gibt. Gloster möchte nach Dover und wenn ich das richtig verstanden habe, mit dem Vorsatz, sich dort von den Klippen zu stürzen.
2. SzeneNun, zumindest Albanien hat Skrupel und ist entsetzt von den kaltblütigen Taten seiner Frau Goneril und ihrer Schwester. Cornwall hat seine gerechte Strafe erhalten und es ist immer wieder gut zu sehen, dass es noch treue Menschen gibt, welche sich für andere einsetzen. Mir fällt auf, dass es bei Shakespeare oft die Frauen sind, die zu bösen Gräueltaten anstiften und keine Reue zeigen. Warum nur hat William ein so schlechtes Bild von uns Mädels, dass er uns immer mit dem Teufel vergleicht.
3. SzeneHier erfahren wir, dass der Brief von Kent an Cordelia übergeben wurde und sie ist entsetzt über den Zustand ihres Vaters. Der König selbst schämt sich zu sehr, um seiner Tochter Cordelia unter die Augen zu treten. Darum kann ich nach wie vor sagen, dass mir dieser Mann nicht wirklich unsympathisch ist.
4. SzeneNun erfahren wir von Cordelia persönlich, dass sie ihrem Vater verziehen hat und alles erdenkliche in die Wege leitet, um ihn zu helfen. Ich habe auch die Ausgabe in welcher sie alleine, d.h. ohne König auf dem (Schlacht)feld steht, aber es sieht nicht so aus, als wolle Frankreich England angreifen.
5. SzeneRegan erweist sich nach wie vor, als kaltherziges, böses Weib, welches keine Skrupel hat jeden, der ihm Weg steht, aus dem selbigen räumen zu lassen. Jetzt scheinen sich die beiden Zicken auch noch um den intriganten Edmund zu streiten und wieder wird jedes Klischee bezüglich Frauen und Macht hervorgeholt.
6. SzeneEdgar und Gloster sind auf den Weg zu den Klippen von Dover, zumindest macht dies Edgar Gloster weis, aber anscheinend stehen sie eben nicht an einem Abgrund, sondern Gloster fällt, in dem Glauben sich von den Klippen zu stürzen eher sanft auf die Nase und den Boden direkt vor ihm. Habe ich das jetzt richtig verstanden, dass Gloster tatsächlich glaubt gesprungen zu sein? Er müsste doch zumindest an Edgars Stimmer erkennen, dass immer noch sein getreuer Begleiter neben ihm steht und schwerlich mitgesprungen sein kann.
7. SzeneHier endlich, hat Lear seine Tochter erkannt und zumindest diese beiden können sich verzeihen und unterstützen. Jetzt warte ich nur noch darauf, dass sich auch Edgar seinem Vater zu erkennen gibt. Ich glaube auch nach wie vor, dass Kent nicht aus purem Eigennutz gehandelt hat, sondern weil er wirklich den König wieder auf den Rechten Weg und zu seiner Tochter Cordelia führen wollte.
Dieser Akt hat mir besonders gut gefallen, weil die Bösen so schön böse sind und allesamt gemeine Intrigen schmieden.
5. AktEs ist einfach widerlich, wie sich diese beiden Weiber um dieses Ekelpaket Edmund streiten. Zumindest der Herzog von Albanien hat es durchschaut und ich hoffe er kann das Ruder herumreisen. Mir gefiel übrigens sehr gut die Szene, als Lear sich ausmalte, wie wunderschön die Zeit mit seiner Tochter Cordelia werden würde, auch wenn sie beide im Kerker sitzen.
Nun leider kommt es weder zu dem einen noch zu dem anderen. Diese Tragödie hat wirklich ein dramatisches Ende und ich kann mir vorstellen dass, wenn es wirklich gut gespielt ist, dieses letzte Szene sehr bewegen kann. Dass sich dieses beiden grässlichen Schwestern gegenseitig in die ewigen Jagdgründe befördern fand ich nicht weiter schlimm und auch mit Edmund hatte ich kein Mitleid, auch wenn er am Schluss ansatzweise so etwas wie Reue zeigte, aber ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob es überhaupt ernst war, oder nur weil er eh schon am Boden lag.
Alles in allem, war auch dieses ein spannendes auf alle und ereignisreiches Stück, aber ich muss sagen, an Richard der III. kommt es für mich nicht heran. Auf alle Fälle hat es mir Spaß gemacht, es zu lesen.