Ich habe mich parallel in beides verliebt damals, Bücher und Serie. Und in Sean Bean, Sharpe und Harper, der in den späteren Büchern sein Sidekick ist. Und in Wellington. OK, in alles.

Allerdings mag ich militärisches Gedöns, sehr sogar. Außerdem spielt hier vielleicht auch die Reihenfolge ein bisschen eine Rolle, "Sharpe's Tiger" (Originaltitel) ist ja ein Prequel. Ich habe mehr nach dem Erscheinungsdatum gelesen und zuerst die Bücher gelesen, die auf der Iberischen Halbinsel spielen und bin erst später in Sharpies Vergangenheit zurück gereist. Da ich da bereits rettunglos in ihn verliebt war, war es für mich natürlich ein Vergnügen, ihn als jungen Mann zu treffen. Und ganz besonders das denkwürdige erste Treffen zwischen ihm und Wellington/Wellesly, wo die beiden doch von Cornwell dazu verdammt sind, ihre Karrieren voneinander abhängig zu führen.
Apropos, der Klappentext ist wie üblich falsch, Sharpe rettet sich "nur" vor weiteren Hieben, 200 muss er vorher einstecken.
Dass ihn das nicht unbedingt daran hindert, später Heldentaten zu begehen, sei mal dahingestellt.

Aber das Buch hat schon ein paar schöne Szenen, Sharpie der lesen lernt oder der wunderbar durchgeknallte Hakeswill, hach! Schön!
Cornwell schreibt halt keine historischen Romane in dem Sinn, sondern (für mich) erstklassige Kriegs- bzw. Abenteuerromane. Schlachten konnte bislang keiner, den ich gelesen habe, so gut schildern. Die Qualität der Bücher variiert ein bisschen, die wirklichen Highlights kommen alle später, aber "Tiger" ist für mich allein schon wegen dem jungen Sharpie auch ein sentimentaler Favorit.
Aber, klar, wie gesagt, man muss das Genre schon mögen. Und obwohl ich Sean Bean in der Rolle großartig finde sieht Sharpe beim Lesen bei mir schon immer noch so aus, wie er sollte, groß und schwarzhaarig. Aber er klingt wie Bean.