
Klappentext (Ausschnitt):Tel Ilan ist ein über hundert Jahre altes Dorf, umgeben von Weinbergen und Obstplantagen. Doch mittlerweile lebt der kleine Ort in der israelischen Provinz mehr von Wochenendtouristen als von der Landwirtschaft.
Amos Oz erzählt in seinem neuen Buch
Geschichten aus Tel Ilan von den Einwohnern dieses kleinen Kosmos, in dem jeder jeden kennt und die einzelnen sich selbst fremd werden, Geschichten von Menschen auf dem schmalen Grat zwischen dem, was hätte sein können, und dem, was vermutlich nicht mehr sein wird. Auf
Geschichten aus Tel Ilan trifft zu, was Amos Oz über Sherwood Andersons
Winesburg, Ohio schrieb: ein Zyklus von Erzählungen aus dem Leben eines kleinen Ortes, »der Komödie mit Tragödie, Alltagseinerlei mit Poesie vereint«.
Der Klappentext trifft den Kern dieser 8 kurzen Erzählungen recht gut: Viel geschieht in dem verschlafenen Kaff nicht; die Bewohner führen ein ganz unspektakuläres, "normales", alltagsgraues Leben, in dem die kleinen und großen Tragödien aber doch nicht fehlen, ganz so, wie es im Leben eben ist. Manchmal werden die Protagonisten, die als Nebendarsteller auch in anderen Geschichten auftauchen, aus ihrem normalen Trott herausgerissen und verändern sich, oder fallen wieder in alte Gewohnheiten zurück. Glücklich sind sie nicht, aber direkt unglücklich auch nicht.
Die Geschichten könnten unerträglich langweilig sein, wenn sie von einem weniger geschickten Autoren erzählt worden wären. Amos Oz aber zeigt mit gewohnter Brillanz, welchen Einfluss auch eigentlich kaum bemerkenswerte Ereignisse auf das Leben durchschnittlicher Menschen haben und er zeigt auch, wie individuell so gleichförmig und uninteressant wirkende Menschen sind. Was sich hinter dem offen sichtbaren Außenwerk eines menschlichen Lebens tut stellt Oz realistisch und poetisch zugleich dar.
Ganz große Literatur, finde ich und vergebe enthusiastische

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