
InhaltMarco Polo wird von Kublai Khan ausgesandt, um die Städte seines riesigen Reiches zu besuchen und nach seiner Rückkehr von seinen Beobachtungen zu erzählen. Soweit der oberflächliche Inhalt. Den Leser erwarten 55 episodenhafte Erzählungen, jede einer anderen (fiktiven) Stadt gewidmet. Oder ist es immer die gleiche Stadt? Oder vielleicht gar keine Stadt, sondern eine Reflexion der eigenen Wahrnehmung oder Gemütsverfassung? Wer weiß das schon genau?
Erster SatzEs ist nicht gesagt, dass Kublai Khan alles glaubt, was Marco Polo erzählt, wenn er die auf seinen Sendreisen besuchten Städte schildert, aber der Tatarenkaiser hört dem jungen Venezianer nach wie vor mit größerer Wissbegierde und Aufmerksamkeit zu als jedem anderen seiner Sendboten oder Kundschafter. Meine MeinungMir fällt es ziemlich schwer, zu diesem Buch meine Meinung wiederzugeben. Ich glaube, dass ich viele Aspekte dieses Buches einfach nicht erfassen konnte und ich mir deswegen beim Lesen ziemlich verloren vorkam. Calvino beschreibt in einer sehr poetischen Sprache die Zusammentreffen von Marco Polo und Kublai Khan und deren Gespräche über die Städte des Reiches. Aber was genau das Buch mir eigentlich sagen oder mit auf den Weg geben möchte ... ich habe keine Ahnung.
Das Buch ist in 9 Abschnitte unterteilt. Jeweils am Anfang und am Ende jedes Abschnittes verfolgt man die Gespräche zwischen den beiden Männern, welche ein wenig Aufschluss über die dazwischenliegenden Beschreibungen der Städte geben können. Die Städte selbst sind in verschiedene Kategorien unterteilt, wie z.B. "Die Städte und die Erinnerung" oder "Die Städte und der Wunsch". Auffallend ist zudem, dass alle Städte Frauennamen haben.
Einige Städte haben mir sehr gut gefallen. Sie alle hier aufzuzählen, wäre etwas mühselig, aber sie hatten alle eines gemeinsam: Sie haben mich zum Nachdenken angeregt und ich konnte mit der Erzählung an sich etwas anfangen. So gibt es z.B. eine Stadt, in der jeden Abend alles weggeworfen wird, um am nächsten Tag alles neu einzukaufen. Oder eine Stadt, die nur aus Wasserrohren besteht, in denen Wassernymphen hausen. Oder eine Stadt, die aus vielen Städten besteht und nach ein paar Jahren in der einen Stadt ziehen die Bewohner in die nächste, um sich dort ein komplett neues Leben aufzubauen. In diesem Buch gibt es wirklich allerhand Skurriles und Außergewöhnliches zu entdecken. Manchmal hatte ich auch das Gefühl, eine Stadt wiederzuerkennen (z.B. Rom), aber wer weiß schon, ob das etwas zu bedeuten hat.
Mit anderen Städten konnte ich hingegen gar nichts anfangen. Besonders zu Beginn habe ich mich etwas schwer getan, ich weiß jetzt aber nicht, ob das an der Einlesephase lag oder an den besonders abstrakten Städten. Marco Polo und Kublai Khan driften in ihren Gesprächen immer wieder in philosophische Themen ab, was manchmal interessant, manchmal aber auch ziemlich langweilig ist.
Ich habe übrigens diverse Quellen genutzt, um mich über das Buch bzw. mögliche Interpretationsansätze zu informieren. Sehr witzig fand ich, dass jede etwas anderes hinein-/herausinterpretierte. Vielleicht muss einfach jeder für sich selbst einen Weg durch dieses Buch und in das Reich der fantastischen Städte finden. Obwohl ich nicht so viel mit diesem Werk anfangen konnte, wünsche ich ihm doch noch viele interessierte Leser. Also nicht von meinen

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abschrecken lassen, sondern einfach mal selbst lesen.