Die Geschichte beginnt in Florenz. Luciana Vetra soll für Botticellis neustes Gemälde Modell stehen. Luciana wird die Hauptfigur verkörpern, die Frühlingsgöttin Flora. Denn Luciana ist trotz ihres Rufes eine wahre Schönheit. Sie hat ein perfektes Gesicht und goldenes Haar und scheint somit geradezu als Flora geboren zu sein. Bevor sie sich auf dem Weg zum Maler macht, trifft sie auf der Straße den Domenikaner-Mönch Guido, der sie zu bekehren versucht. Ihnen beiden ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, das sie bald zusammen fliehen müssen.
Dies ist mein erster Roman von Marina Fiorato gewesen und es wird ganz bestimmt nicht mein letzter gewesen sein.
Die Autorin hat mit Luciana Vetra einen tollen Charakter geschaffen. Ich mochte ihre offene und ehrliche Art von der ersten Seite an:
Auch auf den Straßen leben sowohl Götter als auch Ungeheuer. Ich muss es wissen, denn ich gehöre zu Letzteren - Luciana Vetra, Gelegenheitsmodell und Vollzeithure. Solche wie mich bespritzen die Prediger von ihren Kanzeln herab mit Gift, und anständige Frauen spuken mich an. SEITE 10
Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und drückt sich aus wie ein Gassenjunge. Sie ist realistisch und obwohl sie in einem Nonnenkloster aufgewachsen ist, glaubt sie nicht wirklich an Gott.
Luciana kann weder lesen noch schreiben, aber dumm ist sie keinesfalls. Sie hat ein sehr gutes Gedächtnis, sie merkt sich von allem was sie kennt und sieht drei Fakten, die sie dem Leser auch stets präsentiert. Sie ist es auch die die Geschichte erzählt und manchmal spricht sie den Leser auch direkt an.
Was mir besonders gefiel war, das alle Figuren nicht direkt in Gut oder Böse zu unterteilen sind. Sie wirken echt und ihre Handlungen sind immer gut nachzuvollziehen.
Und dann ist ja noch der "wahre" Protagonist des Buches. Botticellis Gemälde "La Primavera". Dort ist ein Geheimnis versteckt das zu entschlüsseln gilt und eine spannende Jagd durch ganz Italien beginnt. Als besonderen Clou ist die "La Primavera" auf dem Vorsatzpapier in Farbe abgebildet. Das empfand ich als sehr hilfreich, denn immerwieder wollte ich mir das Bild wegen irgendwelcher im Buch erwähnter Details genau ansehen.
Der Stil der Autorin ist toll. Es ist sehr flüssig zu lesen, aber Dank Bruder Guido wird es nie seicht, und durch Luciana nie zu ernst. Die Handlung schlägt immer mal Hacken, nie weiß man ob alles gut wird, mit Luciana kann man richtig mitfiebern und es gibt ständig irgendwelche Überraschungen mit denen man nie rechnet. Für mich gab es keine einzige langweilige Stelle und habe das Buch innerhalb kürzester Zeit ausgelesen.
Genau wie Anja werde ich auf keine weiteren Personen eingehen, weil ich sonst zuviel verraten könnte.
