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Autor Thema: William Shakespeare - Richard III/The Tragedy of King Richard the Third  (Gelesen 1085 mal)

schokotimmi

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Hallo,

ich habe gerade auf dem neuen Kindle den 2. Akt beendet  :breitgrins: Hat gleich etwas mehr Freude bereitet.
Aber nun geht es mal wieder mörderisch zu, Morde - Verhaftungen - Flucht. Nun ja so richtig steige ich immer noch nicht dahinter wer jetzt welche Rolle spielt, aber gut ich bleibe dran und zusammen mit euren Kommentaren komme ich schon ans Ziel.

Grüße
schokotimmi
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Jane Bronte

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Hallo Zusammen
Zuerst wollte ich nicht mitlesen, aber eure Beiträge haben mir Lust auf Richard III gemacht. Mittlerweile habe ich auch den 2. Akt beendet.
Zu Beginn habe auch ich immer wieder das Personenregister studiert, um den Überblick zu bekommen, wer wer ist. Im Laufe des Stücks wird ja zum Glück "aufgeräumt".
Im 1. Akt wurde ich aus Anna nicht so recht schlau. Sie hasst Richard extrem und dann innerhalb kürzester Zeit schwenkt sie um. Ich kann nachvollziehen, dass die Interpretation dieser Rolle nicht einfach ist. Ich konnte mir jedenfalls keine abschliessende Meinung bilden. Ist sie genau wie Richard böse, was ich eigentlich nicht glauben will. Ist sie verzweifelt und weiß nicht, wie es mit ihr nach dem Tod von ihrem Mann jetzt mit ihr weitergehen soll? Ist es also eine Verzweiflungstat? Nicht so recht vorstellen kann ich mir, dass sie für Richard wirklich etwas empfindet. Die Vorstellung, Anna hätte alles geplant, passt für mich nicht so richtig ins Bild.
So jetzt beginne ich mit dem dritten Akt und dem Kampf um den Thron.

Liebe Grüße  :winken:
Jane
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tina

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Schön, dass noch mehr mitlesen.  :smile:

3. Akt

Lord Hastings wurde ebenfalls ermordet, so wie Grey, Rivers und Vaughan. Hääte er mal besser auf Stanleys Vorahnung gehört. Das Volk hat natürlich zu damaligen Zeiten kein Mitsprachercht und mir schauderts bei dem Gedanken, wenn es huet enoch so wäre und irgendein machtbesessener, skrupellose Mörder würde auf dem Thron meines Landes sitzen, wobei... naja, lassen wir das, auch unsere Politker habe Dreck am Stecken, aber heutzutage geschehen solche Dinge wohl eher im Verborgenen. Trotz allem finde ich es ausgesprochen interessant zu lesen, wie Richard sich seiner Widersacher entledigt, in dem er sie als Verräter denunziert oder ihnen ihre Abstammung abspricht und immer finden sihc genügend, die dieses falsche Spiel mitspielen oder es einfach nicht begreifen, was wirklich geschieht. Nur der Kanzellist scheint zu bemerken, welche übles Spiel im Gange ist.
Die 7. Szene ist der Gipfel der Scheinheiligkeit.  :grmpf: Was ein übler Kerl, aber er schafft genau das was er wollte. Unglaublich.

So nun werde ich noch schnell den vierten Akt lesen, denn nun will ich wissen, wie es endet.

4. Akt

Nun haben die Frauen das Sagen und es gut zu sehen, dass wenigstens sie ehrlich sind und in ihrer Not zueinander finden (zumindest etwas).
Arme Anna, aber letztendlich selbst dran Schuld. Sie hat sich doch tatsächlich von dem Mistkerl einlullen lassen und jetzt hat sie die Bescherung. Die Damen lassen ja noch einmal Revue passieren, wen Richard alles auf dem Gewissen hat und man erkennt hier noch einmal ganz besonders gut, dass es lediglich um Macht geht und für dieses Macht kennt er kein Vertrauen, keine Loyalität und keine Freundschaft. Ich weiß nicht wie Richard im wahren Leben war, aber ich frage mich, ob dieser Mensch wirklich auch nur eines einzigen guten Gefühls mächtig ist.

Und dann wendet sich seine eigene Mutter gegen ihn, verflucht den Tag, an welchem ihr Sohn geboren wurde und auch dies lässt dieses Scheusal völlig kalt.
Ganz besonders eindrucksvoll fand ich den Dialog mit Elisabeth, als er sie bat führ ihn um die Hand ihrer Tochter anzuhalten. Ich dachte ja schon im letzten Akt, dass es eigentlich nicht mehr schlimmer kommen kann und dass man nicht mehr entsetzter von seinem Charakter sein kann, aber das schlägt dem Fass den Boden aus. Die Dreistigkeit die Mutter, deren Söhne er ermordet hat und nach wie vor keinerlei Rue zeigt, darum zu bitten bei ihrer Tochter ein gutes Wort einzulegen, das ist unfassbar. Dieser Gedanke, dass all das was er getan hat der Vergangenheit angehört und aus diesem Grund nicht mehr zählt, dass man die getöteten Kinder mühelos durch ein Schar neugezeugter Enkel ersetzen kann. Diese Szene hat mich wirklich aufgeregt, zumal ich mir lebhaft vorstellen kann, dass es damals wirklich so zugegangen ist.

Buckingham geschieht es nur Recht. Mit diesem Typ, habe ich überhaupt kein Mitleid und Richard tut es gut zu sehen, dass irgendwann der erste anfängt sich zu rächen, anstatt nur hinzunehmen, und dass sich Menschen nicht auf ewig für dumm verkaufen lassen, allerdings hat es trotzdem viel zu lange gedauert, bis endlich mal eine Gegenwehr in Gange kam.


Viele Grüße Tina

« Letzte Änderung: 12. Juni 2011, 16:02:23 von tina »
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Mrs.Dalloway

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Hallo. Ich hab auch den 3. Akt beendet. Was mir bei der Lektüre zum ersten Mal so richtig aufgefallen ist, sind die vielen versteckten Anspielungen auf Richards Behinderung bzw. seinen Körper. Shakespeare hat die Behinderung des historischen Richard III ziemlich übertrieben und bezieht sich in den Stücken immer wieder darauf. Hier ein paar Beispiele (aus dem englischen Text... Ich weiß nicht, ob die deutschen Übersetzungen das adäquat rüberbringen konnten):

Buckingham:
[...] The noble isle doth want her proper limbs;
Her face defaced with scars of infamy,
Her royal stock graft with ignoble plants
(3.7.124 - 126)

Richard:
Why would you heap this care on me?
I am unfit for state and majesty.
(3.7.203 f.)


Since you will buckle fortune on my back,
To bear her burden [...]
(3.7.227 f.) (Ganz schön ironisch, wenn man bedenkt, dass Richard laut eigenen Aussagen bucklig ist.)

Interessant ist das ganz auch, wenn man bedenkt, dass zur damaligen Bild der Glaube geherrscht hat, dass König und Land miteinander verbunden sind. Geht es dem König schlecht, geht es dem Land schlecht. Dass jetzt ein "Behinderter" auf den Thron kommt, sagt so einiges über den Zustand des Staates aus. Shakespeare konnte sich das erlauben, da die Tudor-Dynastie (zu der auch Shakespeares Königin Elizabeth gehörte), nach Richard auf den Thron kam und somit das "verschandelte" Land wieder zu voller Pracht geführt hat.
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tina

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So, ich konnte mich nicht mehr bremsen, ich wollte wissen wie es endet und habe das Stück soeben zu Ende gelesen.

5. Akt

Nun geht es in die Schlussrunde.  Stanley  hält zu Richmond, obwohl das Leben seines Sohnes auf dem Spiel steht. Wenn er ihn liebt, so ist dies eine sehr mutige Tat.

Sehr schön fand ich die Idee, der rachsüchtigen Geister und, was wäre ein Shakespeare ohne Geister. So werden sie auch alle noch einmal bildlich ins Gedächtnis gerufen. Richard bekommt richtig Angst und er scheint Reue zu zeigen, aber diese Reue nehme ich ihm nicht ab, denn sie rührt nur aus seiner Todesangst heraus und ist in keinster Weise ehrlich.

Zu guter letzt gibt es ein „Happy End“, wenn man mal von den vielen Toten absieht. Richard ist tot und Richmond ist der Sieger und somit der nächste König. Da kann man nur hoffen, dass er bleibt, wie er bis jetzt war und ihm nicht auch die Macht eines Tages zu Kopfe steigen wird, wie so vielen.

Dieses Stück hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es war kurzweilig, sehr emotional, spannend und hat sehr gute schnelle Dialoge.

Viele Grüße Tina
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Theresa

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Beim 5. Akt bin ich noch lange nicht, ich konnte mich in den letzten Tagen nicht wirklich aufraffen :redface:

Aber ich habe jetzt weitergelesen und eines stört mich immer wieder: Die Namen und Familienverhältnisse sind zwar nicht ganz einfach, ber durchaus zu verstehen, wenn Anmerkungen und Erklärungen wie eure dabei sind (Danke übrigens :winken: ).
Reclam, dieser wunderbare anerkannte Verlag hat keine gemacht, wenn man vom Personenverzeichnis absieht, das aber auch nicht wirklich weiterhilft. Gut, die Ausgabe ist älter, aber wenigstens eine kurze Erklärung sollte man erwarten können...

Aber dafür kann Shakespeare nichts. Was mich wirklich begeistert und überrascht hat, ist wie viel Humor das Stück hat. Richard III ist mein erstes der Königsdramen, die ja immer als sehr schwer und anspruchsvoll gelten. Den (zugegeben düsteren) Wortwitz fand ich super! :klatschen:
Ich mach mich jetzt mal an den dritten Akt...
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schokotimmi

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Hallo,

ich bin auch noch dabei und dank gelichteter Reihen im Stück hab ich nun auch so langsam den Durchblick. Ich stecke mitten im 4 Akt und muss zugeben, ich werd mit niemandem in dem Stück auch nur annähernd warm. Ich glaube wirklich das dies ein wahres Bühnenstück ist. Beim Lesen kann ich zumindest nicht wirklich mitgehen, dafür bin ich zu unkonzentriert und verwirrt.

Schön im 3. Akt fand ich wie deutlich hier die Intrigen und Pläne Richards dargestellt sind - klar Literatur und Theater sind immer überspitzt aber im Groben passen die Verhältnisse schon. Erschreckend immer wieder ...

Viele Grüße
schokotimmi
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Mrs.Dalloway

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Ich hab jetzt auch den 4. Akt gelesen und das ist eindeutig mein Lieblingsakt, besonders die Szene 4.4, die auch als die „Szene der Mütter“ bekannt ist.

Die Frauen beginnen mit einem Wettstreit, wer von ihnen wohl das meiste Leid erlitten hat und enden damit, dass sie eine starke verbale Front gegen Richard bilden. Das ist dahingehend sehr wichtig, weil Richard all seine Erfolge immer auf rhetorische Künste gebaut hat: er hat Anne umgarnt, er hat das Volk umgarnt, er hat Buckingham umgarnt. Jetzt kommen diese 3 Frauen und plötzlich gehen Richard die Worte aus:

Duchess
For I Shall never speak to thee again.
King Richard
So.


Richard wirkt hier wie ein kleines Kind, das seiner Mutter gegenüber steht und ihr nichts entgegen zu setzen hat. Seine Macht ist gebrochen. Interessant ist auch, dass nach dieser Szene, keine Frauen mehr in dem Stück auftauchen. Die Frauen brechen Richards rhetorische Macht und danach erledigen die Männer auf dem Kriegsfeld den Rest.

Und die gute Margaret verschwindet eben so plötzlich wie sie gekommen ist. Sie hat keine richtige Aufgabe im Stück und dient eigentlich eher als eine ständige Erinnerung an die Vergangenheit, die Richard versucht, zu unterdrücken. Margaret ist diejenige, die immer wieder an die Gräuel der Rosenkriege erinnert.

Ich liebe es, wie die Frauen in 4.4 schon quasi-rituelle Gesänge veranstalten, um die Erinnerung an ihre verstorbenen Männer und Söhne aufrecht zu erhalten. Dass die Namen sich dabei ständig wiederholen, rückt das Ganze in einen größeren Kontext: es geht im Krieg nicht um die Individuen, sondern darum, dass viele Menschen ihr Leben geben müssen... und es scheint ein ewiger Kreislauf zu sein.
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So, ich bin auch endlich durch.

Zum letzten Akt gibt es eigentlich nicht mehr so viel zu sagen. Der Klassiker: Der König ist tot, lang lebe der König.  :breitgrins:

Bei Richard III ist übrigens noch interessant, dass es ein Ausdruck des Tudor Mythos ist: Die Ermordung von Richard II war ein vergehen gegen Gott, weshalb dieser England mit den Rosenkriegen und zuletzt mit der Gewaltherrschaft des buckligen Richard III gestraft hat. Und dann kommen die Tudors und beenden den Krieg und stehen somit als die Retter da, die von Gott gesandt wurden und die weiße und die rote Rose wieder vereinen... und danach kommt der goldene Zeitalter unter Elizabeth I.
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Theresa

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Ich bin auch fertig.

Insgesamt hat mir das Lesen Spaß gemacht. Ich würde Richard III gerne mal auf der Bühne sehen, ich aber kenne kein Theater, wo es gerade läuft.

Nur den 3. Akt fand ich ein wenig langweilig. Sämtliche Figuren werden aus dem Weg geräumt, entweder verhaftet oder gleich ermordet, am Ende ist Richard König- ein wenig vorhersehbar. Und auch die Dialoge tragen nicht gerade dazu bei, das ganze viel spannender zu machen.
Vor allem die erste Szene hat mich gestört. Was nützt es denn, dass Richard mit seinen Neffen großartig rumredet, wenn sie doch später sowieso umgebracht werden?

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schokotimmi

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Hallo,

ich habe die letzten Seiten auf den Weg in den Urlaub gelesen, von dem ich nun gerade zurück bin. Ich muss sagen, es war nicht mein Stück oder vllt. war ich auch zu unkonzentriert dabei. Die ganze Sache mit den Rosenkriegen war schon immer leicht verwirrend für mich und ich nehme mir immer wieder vor, mich vllt. etwas näher damit zu beschäftigen.

Es gibt aber noch ein weiteres Zitat, was ich nicht mit diesem Stück in Verbindung gebracht hätte: "Ein Königreich für ein Pferd" - um ehrlich zu sein, ich dachte immer das wäre aus Don Quichote.

Nun denn, danke trotzdem für diese LR, Shakespeare ist eben doch immer wieder anders.

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