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Autor Thema: Dan Simmons - Drood  (Gelesen 2950 mal)

Tammy1982

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Re: Dan Simmons - Drood
« Antwort #30 am: 10. Juni 2011, 16:17:35 »

Da es mit dem Lesen bei mir inzwischen wieder recht gut klappt und ich die Hoffnung habe wenigstens mit Tammy noch Schritt halten zu können, habe ich gestern noch mit Drood begonnen.

 :five: Sehr schön, dass du wieder Freude am Lesen hast und noch besser, dass du mir Gesellschaft leistest!  :breitgrins: :zwinker:

Wie einige von euch bereits schrieben, scheint Collins auf Dickens eifersüchtig zu sein. Wie sonst liesse sich erklären, dass er ihn in so schlechten Licht beschreibt. Besonders die Erwähnung, wie Dickens auf den türlosen Abort saß und nach Papier brüllte, finde ich da sehr bezeichnend. Seht her - auch er ist nur ein Mensch aus Fleisch und Blut - wie jeder von uns.  Vielleicht ist es aber auch mehr ein ambivalentes Gefühl das Collins Dickens gegenüber hat, da er seine Aufzeichnungen erst 125 Jahre nach seinem Tod veröffentlicht sehen will. Damit will er doch Dickens und seine Nachkommen vor den darin geschilderten Ereignissen schützen.

Ich glaube Collins leidet auch darunter, dass Dickens ihn zwar als Freund sieht, aber doch so ein bisschen auf ihn herabsieht! Der "Unnachahmliche"  :breitgrins: hält sich schon für etwas Besonderes und gerade Collins bekommt da doch immer wiede etwas ab. Gleichzeitig ist sind sie aber Freunde und so mag Collins ihn halt auch... So eine typische Hass-Liebe!  :rollen: :breitgrins:

Seine Haltung gegenüber seiner Frau hat mich mal wieder heftig geärgert. Seine Einstellung Frauen gegenüber finde ich selbst für seine Zeit etwas überzogen.

Ja, die Haltung von Dickens Frauen gegenüber finde ich auch sehr macho-haft und einfach nur unmöglich!  :grmpf: Ganz schlimm, wie er seine Frau behandelt! Was ich nur echt hart finde, dass die Schwägerin dann die Betreuung der Kinder übernimmt. Ob sie dann wohl heimlich dafür sorgen konnte, dass Cathrine ihre Kinder noch sehen kann? Je mehr ich darüber nachdenke desto mehr muss ich mich aufregen: Er betrügt sie nach Strich und Faden und dann wirft ER sie aus dem Haus und nimmt ihr die Kinder weg! Das ist so grausam...  :grmpf: :grmpf: :grmpf:

Eine gute Abwechslung war Collins Recherche nach Drood und der Besuch bei Dickenson "mögen seine Wunden schwären und zu Geschwüren werden"  :breitgrins: Da ist wohl jemand ganz schön sauer  :zwinker:
An seiner Stelle wäre ich aber vorsichtiger mit dem Laudanum, diese Halluzination am Ende des Kapitels war alles andere als nett  :entsetzt:

 :breitgrins: Ja, diese Unsympathie, die der junge Dickenson bei Collins hervorgerufen hat, fand ich auch sehr lustig! Irgendwie fand ich das total amüsant da aus Sicht von Collins alles zu lesen, da er teilweise so richtig zynisch wurde!  :breitgrins:

Die Halluzination war ja echt übel!  :entsetzt: Würde mich ja interessieren, ob diese Frau auch einen Namen hat oder ob sich Collins einfach schon so daran gewöhnt hat, dass er sich mit Laudanum zudröhnt und dann Geister sieht, die ihn von der Treppe stürzen wollen??? Wäre doch besser, wenn er die Finger von den Drogen lassen würde...  :belehr: :zwinker:

Die Geschichte mit dem Arm der Frau, fand ich übrigens sehr gruselig!  :entsetzt: Ich habe aber nicht verstanden, wieso Charles das Gefühl hatte, die Hand würde noch zudrücken, obwohl da kein Mensch mehr dran war???  :hm:

Das hat er sich wohl in seiner Euphorie, noch jemanden lebend zu finden, einfach eingebildet. Oder es war noch Leben in den Muskeln, die zuckten. Angeblich rennen ja geköpfte Hühner manchmal auch noch herum.

Oh... so ein Huhn habe ich auch schon gesehen. Da brauchten die Nerven einfach noch eine Weile, bis der fehlende Kontakt zum Hirn bemerkt wurde  :zwinker:

 :entsetzt: :entsetzt: :entsetzt: Aber es stimmt, bei Hühner habe ich davon auch schon gehört. Denke aber, dass es wohl wirklich v. a. die Einbildungskraft von Dickens war, dass er da noch Druck gespürt hat! Schlimm, schlimm!

Liebe Grüße
Tammy  :winken:
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yanni

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Re: Dan Simmons - Drood
« Antwort #31 am: 10. Juni 2011, 18:14:45 »

Für mich ist Drood der Tod, der am Unfallort Menschen "einsammelt", Dickens hatte ja auch etwas Ähnliches verstanden (wobei es ja im Englischen diesen Gleichklang nicht gibt??).

Das fand ich auch eigentümlich. Sogar im Deutschen kam mir eher ein anderer Ausdruck in den Sinn als Tod. Nun bin ich mir nicht sicher, ob es diesen Ausdruck nur in Süddeutschland gibt, aber ich musste sogleich daran denken. Drud, oder auch Trud. Das würde auch dazu passen, dass die Verletzten nach seinem Besuch tot waren.


Was das ganze mit Kannibalismus zu tun haben soll, ist mir allerdings nicht klargeworden.

Wie Dickens auf Kannibalismus kam, blieb mir auch ein Rätsel. Außer er ist der Ansicht, Drood absorbiere die Lebensenergie der Menschen und zählt es somit zum Kannibalismus.

Im zweiten Kapitel treffen Collins und Dickens zusammen. Ich wusste gar nicht, dass die Tochter von Dickens mit dem jüngeren Bruder von Collins verheiratet war. Wie angedeutet, war dieser krank und beim Nachlesen stellte sich heraus, dass er wirklich an Krebs gestorben ist. Dickens scheint ein feines Gespür zu haben.

Überrascht war ich von den meilenweiten Spaziergängen die Dickens täglich macht. Das hätte ich ihm gar nicht zugetraut.

Das Zugunglück hat für ihn doch erhebliche Nachwirkungen. Er wird sich doch recht kräftig den Kopf gestossen haben, und wollte nur keine Schwäche zeigen. Immerhin verkraftet er im Moment nicht einmal Schrittgeschwindigkeit.

Weshalb er den jungen Dickensen wohl so umsorgt?
Ich bin neugierig, wie die beiden dieses Phantom namens Drood finden wollen.

:five: Sehr schön, dass du wieder Freude am Lesen hast und noch besser, dass du mir Gesellschaft leistest!  :breitgrins: :zwinker:

 :smile:

Die Geschichte mit dem Arm der Frau, fand ich übrigens sehr gruselig!  :entsetzt: Ich habe aber nicht verstanden, wieso Charles das Gefühl hatte, die Hand würde noch zudrücken, obwohl da kein Mensch mehr dran war???  :hm:

Das hat er sich wohl in seiner Euphorie, noch jemanden lebend zu finden, einfach eingebildet. Oder es war noch Leben in den Muskeln, die zuckten. Angeblich rennen ja geköpfte Hühner manchmal auch noch herum.

Oh... so ein Huhn habe ich auch schon gesehen. Da brauchten die Nerven einfach noch eine Weile, bis der fehlende Kontakt zum Hirn bemerkt wurde  :zwinker:

Etwas ähnliches habe ich vor einiger Zeit bei C. J. Sansom (Die Pforte der Verdammnis) gelesen. Dort berichtet der Erzähler, dass der abgeschlagene Kopf von Jane Seymour noch zu sprechen versuchte.  :entsetzt:  Das waren sicher auch die letzten Reflexe der Gesichtsmuskulatur.
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Kati

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Re: Dan Simmons - Drood
« Antwort #32 am: 10. Juni 2011, 20:33:15 »

yanni, Du bist wieder da ... schön  :klatschen:
Ich bin übrigens auch noch nicht so weit.

Kapitel 4 war richtig klasse. So schön düster mag ich es.
Dickens hat ja wirklich sehr nützliche Kontakte. Jetzt startet er sogar mit Leibwächter-Detektiv in die Armenviertel.
Während des Besuches bei Sal hat dieser richtig Eindruck gemacht. Ohne große Probleme erfahren wir mehr über Drood, als man sich vorstellen könnte.
Eine gruselige Geschichte... wieviel Wahrheit steckt da wohl drin?  :zwinker:

Jetzt wollen sie in die Unterstadt, so gefällt mir das  :popcorn:
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Doris

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Re: Dan Simmons - Drood
« Antwort #33 am: 10. Juni 2011, 21:22:08 »

Yanni, schön, dass du nun doch mitliest!

Und dann kommt noch die Frage hinzu, was für ein Saal das war. In einem gut konstruierten Theater hören ja auch alle die Schauspieler, ohne daß diese unter Technik begraben werden ...

Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es damals überhaupt schon Theater oder andere öffentliche Häuser gab, in die so viele Besucher passten. Aber Simmons wird schon wissen, wovon er schreibt. Mrs. Dalloway wüsste dazu vielleicht mehr.

Eine gute Abwechslung war Collins Recherche nach Drood und der Besuch bei Dickenson "mögen seine Wunden schwären und zu Geschwüren werden"  :breitgrins: Da ist wohl jemand ganz schön sauer  :zwinker:
An seiner Stelle wäre ich aber vorsichtiger mit dem Laudanum, diese Halluzination am Ende des Kapitels war alles andere als nett  :entsetzt:

 :breitgrins: Ja, diese Unsympathie, die der junge Dickenson bei Collins hervorgerufen hat, fand ich auch sehr lustig! Irgendwie fand ich das total amüsant da aus Sicht von Collins alles zu lesen, da er teilweise so richtig zynisch wurde! 

Ich habe den Eindruck, dass Collins Angst hat, Dickenson könnte ihm seinen Platz bei Dickens streitig machen. Angst müsste er eigentlich nicht haben, denn Dickenson kann ihm in keiner Hinsicht das Wasser reichen, aber da steckt schon etwas Größeres hinter der Abneigung.
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kaluma

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Re: Dan Simmons - Drood
« Antwort #34 am: 11. Juni 2011, 09:10:05 »

Hallo zusammen,

@yanni: ich bin auch noch nicht weit gekommen!  :winken:

Ihr seid ja echt schnell - ich habe gerade mit Mühe das 4. Kapitel geschafft, hatte zuwenig Zeit zum Lesen und ärgere mich parallel noch mit Mr. Feynman rum.

Im 4. Kapitel ging es ja düster zu - die Beschreibung der dunklen Londoner Stadtteile und dieser Opiumhöhle war gruslig-amüsant, aber ich denke, hier wurde ganz kräftig übertrieben!  :breitgrins:
Wenn es stimmt, daß Drood bereits verstorben ist und sozusagen ein Zombie ist, dann begegnen uns (bzw. Dickens und Collins) wohl tatsächlich Gespenster.

Aber mit grüner Haut? (grusel) Was für eine reale Person sollte das sein?

Naja, ein Gespenst halt.  :breitgrins:
Ich hatte den Inhalt des Buches so verstanden, dass es in Richtung Fantasy geht, oder liege ich da jetzt völlig falsch? Uups, wäre dem nicht so, dann würde ich meine Aussage doch noch mal revidieren.  :zwinker:
Ja, ein Gespenst, genau das meinte ich, aber im London des Jahres 1865 ist ein Gespenst für mich eben keine reale Person, sondern Einbildung oder eine Halluzination (die durchaus durch reale Ereignisse ausgelöst werden kann), denn wir befinden uns ja nicht in einer Phantasiewelt. Aber das ist sicher Ansichts- oder Definitionssache.

Langweilig finde ich es allerdings bisher nicht. Ich bin die nächsten 10 Tage weg und werde das Buch mitnehmen, leider kann ich von dort aus nicht über meine Lesefortschritte berichten. Ich bin gespannt, wie weit ich in der Zeit komme.

Ich wünsche euch schöne Lesestunden und melde mich in 10 Tagen wieder!  :winken:
Grüße, kaluma
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Ich lese gerade: Fred Vargas "Die Nacht des Zorns"

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yanni

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Re: Dan Simmons - Drood
« Antwort #35 am: 11. Juni 2011, 12:45:40 »

yanni, Du bist wieder da ... schön  :klatschen:
Yanni, schön, dass du nun doch mitliest!

Ich freue mich auch, dass es doch noch geklappt hat.  :smile:

Kapitel 3
Hier hatte sich für mich eine kleine Länge eingeschlichen. Wilkies Ausführungen zu seinem und Dickens gemeinsamen Theaterstück "The Frozen Deep" ließen mich (Achtung, Wortspiel!) kalt. Tatsächlich hatte ich das Gefühl, Simmons wollte hier ein wenig Werbung für seinen Vorgängerroman "Terror" machen, der ja auch die verschollene Franklin-Expedition thematisiert.

Zum einen wollte er sicher auch auf seinen Roman Terror aufmerksam machen - passt ja auch so schön - zum anderen zeigte er aber auch auf, wie Collins und Dickens zusammen gearbeitet haben und wie es zu diesem Verhältnis mit der Schauspielerin kam. Wenn Dickens wirklich so war, wie beschrieben, war er schon ein eigentümlicher Mensch. Schlüpft für eine von ihm organisierte Benefizveranstaltung in die Rolle eines Mannes, aber mit diesem Aussehen will er keine Belobigung von der Queen empfangen. Ein eitler Pfau.  :zwinker:

Warum Dickens so viel Aufhebens um den jungen Dickenson machte, verstehe ich nicht. Da kann ich die Verärgerung Collins gut nachvollziehen. Bei dem ist jede Hilfe fehl am Platz!

Nachdem ich gelesen habe, wie viel Laudanum der gute Wilkie tagtäglich in sich reinschüttet, wundert mich keine Erscheinung mehr - auch nicht mit grüner Haut.  :breitgrins:
Der Mann führt scheinbar sogar einen doppelten Haushalt. Hier die Lebensgefährtin mit Kind, was aber nicht seins ist, oder? Und dort die Geliebte. Tztz, was sind denn das für Sitten.

Im 4. Kapitel gehts endlich los. Die Beschreibung der Londoner Stadtteile ist ja echt düster, wie man es aus den Romanen von Dickens schon kennt. Die entsorgten Babyleichen ließen mich schaudern - aber wenn man darüber nachdenkt, kann es gut so gewesen sein. Beerdigungen kosten Geld, das dort keiner hatte. Wahrscheinlich waren einige sogar froh in Zukunft keinen zusätzlichen Esser mehr verköstigen zu müssen.

Die Informationen über Drood waren höchst interessant. Er soll also von den Toten wieder auferstanden sein. Wer weiß, ob er von dem Matrosen wirklich getötet wurde, oder ob dieser bei seinem Bericht etwas übertrieben hat. Die Totenbeschwörung passt ja in die ägyptische Glaubenswelt, da wundert es nicht, dass weder Sal noch der gute Hibbert mehr damit zu tun haben wollen. Dass dieser sich so vehement weigert die beiden in die Unterstadt begleiten zu wollen, sollte uns jetzt schon das Gruseln lehren.  :zwinker:

Mir war gar nicht bewußt, dass Dickens richtige Lesereisen gemacht hat.
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yanni

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Re: Dan Simmons - Drood
« Antwort #36 am: 12. Juni 2011, 20:49:34 »

In Kapitel 5 steigen wir mit Collins und Dickens in die Londoner Unterwelt. Über das Kanalisationssystem habe ich ja schon in verschiedenen Büchern gelesen. Das muss ein stinkender und schauriger Ort gewesen sein. Aber dass es dort auch römische Loculi gab, die so weit verbreitet waren ist mir neu. Collins fühlt sich dort sichtlich unwohl, was sicher auch mit seinem Laudanumentzug zu tun hat. Und dass er den Revolver nur wegen der Ratten an sich genommen hat, möchte ich auch bezweifeln.  :zwinker:

Das 6. Kapitel fand ich sehr spannend. Auch da gibt es wieder Schilderungen aus den Abwasserkanälen, bei denen ich durchaus geneigt bin zu glauben, dass es damals wirklich Bewohner dort unten gab. Collins lässt sich nur widerwillig überreden, mitzukommen und würde viel lieber sofort umkehren. Dickens kennt sich dort erstaunlich gut aus. Er ist ganz anders, als ich ihn mir immer vorgestellt habe, viel dynamischer.

Ja, Dickens ist sehr unternehmungslustig. Ich hielt ihn viel eher für einen etwas phlegmatischen Menschen. Seine ausgedehnten Spaziergänge belehrten mich jedoch schon ein anderes.
Als er über Poe sprach, konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Das Zusammentreffen der beiden hätte ich gerne miterlebt. Als dann Collins zu gerne einen Rückzieher gemacht hätte, konnte ich es Dickens nachfühlen, dass er in diesem Moment lieber mit Poe dort unten gewesen wäre.
Da wären dann beide in ihrem Element gewesen.  :breitgrins:

Die beiden Fährjungen müssen ein eigentümlicher Anblick gewesen sein! Ob Dickens wirklich mit Drood zusammentrifft und wenn ja, werden wir erfahren, was die beiden zu bereden hatten?
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Doris

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Re: Dan Simmons - Drood
« Antwort #37 am: 12. Juni 2011, 21:18:47 »

Ich glaube, ich werde mal etwas langsamer machen mit meiner Berichterstattung, weil doch einige viel weiter hinten sind als ich. Hoffentlich kriege ich es nachher noch auf die Reihe, was mir bei den jeweiligen Kapiteln durch den Kopf ging. Weiterlesen werde ich trotzdem, wenn also jemand von den Vorauseilenden Diskussionsbedarf hat, kann ich auf jeden Fall mitreden.

Aktuell bin ich bei Kapitel 28. Pauschal kann ich sagen, dass es mit der Spannung rauf und runter geht, aber immer interessant ist. Mir gefällt allerdings auch der Teil sehr gut, der sich mit der Freundschaft zwischen Dickens und Collins beschäftigt. Es ist die aufschlussreiche Studie einer komplizierten Beziehung in ständig schwelender Rivalität.
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tina

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Re: Dan Simmons - Drood
« Antwort #38 am: 13. Juni 2011, 20:08:26 »

So, ich habe auch wieder etwas weitergelesen:

Kapitel 14
Collin begnügt sich mittlerweile nicht mehr mit Laudanum, nein er ist soweit, dass er Opium braucht. Dieser immense Rauschmittelkonsum lässt natürlich immer mehr Zweifel an Collins Worten aufkommen und nun erhält er noch von Field die Option an qualitativ hochwertiges Opium zu kommen. Fiel scheint wirklich besessen Drood zu fangen, denn ihm ist anscheinend kein Preis zu hoch dafür. Ich denke da steckt bestimmt noch eine ganz persönliche üble Erfahrung zwischen den beiden dahinter, dass er sich so sehr darin verbissen hat.

Kapitel 15
Da konnte Collins Field ja einmal dankbar sein, dass er ihn so pedantisch überwachen lässt. Der Überfall hätte übel ausgehen können. Die Projektion von Drood am Ende der Lesung war gespenstisch, aber ich bin mir nicht sicher, ob es Collins Einbildung war oder ein Effekt den Dickens mit Absicht inszeniert hatte.

Kapitel 16
Collins Einstellung Frauen gegenüber geht mir ebenfalls gegen den Strich. Es sind schon ganz schöne Machos die beiden. Interessant die Idee von Collins, dass Dickens selbst Drood ist. Mal sehen, was dabei herauskommt.

Ich muss gestehen, dass es mir etwas graust, dass das Buch so dick ist, denn so richtig vom Hocker haut es mich nicht, aber ich bleibe ersteinmal dran.

Viele Grüße Tina
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yanni

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Re: Dan Simmons - Drood
« Antwort #39 am: 13. Juni 2011, 21:02:43 »

Kapitel 7
Hier war ich zuersteinmal sehr enttäuscht, dass ich jetzt so mir nichts dir nichts sitzen gelassen wurde und mit keinem Wort mehr Dickens Ausflug zu Drood in die Unterstadt erwähnt wurde.

Es ist richtig gemein seine Leser so zappeln zu lassen!  :grmpf: 
Dieser Inspektor Field ist ja ein unangenehmer Zeitgenosse. Als Detektiv muss er aber ein Ass sein, so viele Einzelheiten wie er über Collins und Dickens weiß. Scheinbar habe ich es in einem der vorigen Kapitel nicht richtig verstanden, als Collins über seine neueste Gespielin sprach. Ich war der Meinung, er wollte mit dieser Martha einen neuen Hausstand gründen und seine jetzige Lebensgefährtin abservieren. Da muss ich wohl etwas falsch verstanden haben. Denn sonst ließe er sich ja damit nicht erpressen.

Im achten Kapitel bekommen wir wenigstens ein paar Informationen von Dickens. Ob und in wie weit Collins diese an Field weitergeben wird?
Collins ist doch echt ein richtiges Weichei gegenüber Dickens. Wenn er doch ohne sein Laudanum keinen Tag übersteht, weshalb hat er dann nicht immer eine Dosis dabei?
Dass mit dem unterirdischen Tunnel fand ich höchst amüsant! Passt zu der Person wie uns Dickens hier präsentiert wird.
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Doris

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Re: Dan Simmons - Drood
« Antwort #40 am: 13. Juni 2011, 21:44:26 »

Kapitel 15   Die Projektion von Drood am Ende der Lesung war gespenstisch, aber ich bin mir nicht sicher, ob es Collins Einbildung war oder ein Effekt den Dickens mit Absicht inszeniert hatte.

Ich tendiere dazu, dass Collins sich alles nur eingebildet hat. Es fällt mir einfach schwer zu glauben, dass es zu Dickens' Zeit schon Lesungen gab, in denen optische Effekte dieses Ausmaßes eingesetzt wurden. Das ist doch mehr, als nur ein wenig mit der Beleuchtung zu hantieren.


Collins ist doch echt ein richtiges Weichei gegenüber Dickens. Wenn er doch ohne sein Laudanum keinen Tag übersteht, weshalb hat er dann nicht immer eine Dosis dabei?

Ganz meine Meinung! Es dürfte doch kein Problem gewesen sein, sich einen entsprechend gefüllten Flachmann einzustecken.
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Re: Dan Simmons - Drood
« Antwort #41 am: 14. Juni 2011, 08:56:42 »

Hallo @ll,

ich komme leider nur langsam voran, sorry.
Das Buch nehme ich heute mit auf Heimatbesuch. Da finde ich sicher mehr Zeit, da Oma und Opa ja mit ihrer Enkelin beschäftigt sind  :breitgrins:

bis bald  :winken:
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tina

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Re: Dan Simmons - Drood
« Antwort #42 am: 14. Juni 2011, 09:40:56 »

Hallo

Viel Spaß bei deinem Heimaturlaub Kati. Ich lese relativ schnell, weil ich nicht zu viele verschiedene Bücher anfangen möchte und ersteinmal dieses beenden.

So, ich bin auch wieder ein ganzes Stück weitergekommen (bis Kapitel 20)und ich schwanke zwischen das Buch gefällt mir und naja es geht so. Ich finde die Geschichte so sprunghaft. Mal ist sie unglaublich spannend, dann wieder sehr langatmig und verstrickt sich in Themen, von denen man doch eher annehmen muss, dass sie völlig belanglos für die Geschichte sind und mir der Verdacht aufkommt, dass sie lediglich Seitenfüller sind. Vielleicht irre ich mich aber auch und auch die mir jetzt belanglos erscheinenden Stellen erfüllen später noch einen Sinn.

Kapitel 17
In diesem Kapitel sieht man, wie sehr Collins unter dem Einfluss von Dickens steht, aber Dickens war ja auch der ältere und vielleicht etwas erfahrenerer Autor. Schon damals hat wohl der Autor wenig Einfluss auf den Titel seines Buches.
Collins ist Dickens gegenüber sehr misstrauisch und ich bin schon erstaunt, was er ihm alles zutraut. Ich denke, dies sollte auch die Szene mit Sultan verdeutlichen, dass Dickens auch sehr konsequent in seinen Entscheidungen sein konnte und eine gewisse Härte an den Tag legte.
Was mich in diesem Kapitel wieder einmal ärgert, ist die Verharmlosung des Opiumkonsums. Wenn man das liest, kann man den Eindruck gewinnen, es hat nicht mehr Auswirkungen als zwei gute Gläser Wein und das finde ich ziemlich verantwortungslos.
Nach wie vor mysteriös finde ich den zweiten Wilkie, welcher anscheinend wie die Dame mit der grünen Haut ein fester Bestandteil von Wilkies Leben sind. Äußerst suspekt.

Kapitel 18
Das Diner auf dem Friedhof hatte einen skurrilen Reiz, aber den Sinn des Besuches der Krypta hat sich mir nicht ganz erschlossen, denn ich bin mir nicht sicher ob dies wirklich lediglich eine Feldstudie für einen neuen Roman darstellen sollte.

Kapitel 19
Die Vermutung, dass Dickens den jungen Dickenson ermordet hat, finde ich etwas an den Haaren herbeigezogen und das kann ich auch nicht glauben, aber Collins traut seinem Freund wohl ziemlich böse Taten zu und er beginnt mit seinen eigenen Ermittlungen. Ich bin ja gespannt, wie sich die Sachverhalte letztendlich wirklich darlegen.
Auch den Brief, welcher Field erhielt und von welchen dieser annahm, er sein von Drood geschrieben, fand ich eher unglaubwürdig. Es hat eher was von einem schlechten Schauerroman, wobei es sich ja hier auch um einen Roman handelt. Ebenso dieser blutgetränkte Lumpen, welcher vom Tod Gooseberrys zeugen sollte. Der arme kleine Kerl.

Kapitel 20
Die Freundschaft von Dickens und Collins scheint auf etwas wackligen Füßen zu stehen. Hoffentlich gibt sich das wieder. Für Inspector Field kann ich allerdings immer mehr Verständnis aufbringen, wenn er nicht lügt.

Jetzt will ich aber wissen wie es weiter geht.
Viele Grüße Tina
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Re: Dan Simmons - Drood
« Antwort #43 am: 14. Juni 2011, 11:14:19 »

Hallo,

und wieder bin ich ein gutes Stück weiter. Dieses mal bis Kapitel 24

Kapitel 21
Wie Dickens Collins Roman zerpflückte grenzte schon an Dreistigkeit. Erst tat er begeistert, aber letztendlich wollte er fast den kompletten Inhalt dieses Romans umändern, so dass er fast nichts mehr gemein hatte mit der eigentlichen Idee Collins, was diesem ja auch bitter aufstieß. Der Knaller aber war die Abänderung des Titels in „Der Mondstein“.
Collins dagegen haut Dickens aber auch in die Pfanne, in dem er dem Inspektor dann doch den Verdacht zukommen lässt, Dickens habe Dickenson ermordet.  Wie zu erwarten hatte Dickens für alle Unklarheiten Erklärungen parat und ich tendiere dazu Dickens zu glauben.

Kapitel 22
War nun der Drood, welchen Collins in Birmingham sah, eine Halluzination oder nicht? Dickens wusste zumindest davon und nun erklärt er auch seinem Freund, warum er sich mit Drood trifft und dass er panische Angst hat vor ihm und so beschließt Dickens nach Amerika zu fliehen, mit dem Wissen, dass Drood sich dann wohl an Collins wenden wird. Ein schöner Freund, aber da stehen sich die beiden ja in nichts nach.   :haue:
Sehr suspekt war dann das nächtliche treffen von Dickens, Drood und dem anderen Collins in Coliins Haus. Kaum denkt man, man weiß was wirklich geschieht, kommt wieder eine unglaubliche Begebenheit, die alle Vermutungen direkt über den Haufen wirft.  :tse:

Kapitel 23
So so, Collins hat nun das Haus welches er immer wollte, weil zufällig die darin wohnende Dame sich bei einem tragischen Unfall zur rechten Zeit das Genick gebrochen hat.  :verschwoerung: Nun denn, ich kann nur hoffen, dass sie spukend zurückkommt, denn das sind mir ein paar Zufälle zu viel und dem netten Field traue ich seit Birmingham alles zu.
Ha, Caroline diniert mit einem Klempner. Das hat mich ja jetzt so richtig gefreut. Geschieht dem treulosen Collins gerade recht. Das hätte die Gute schon viel früher tun sollen. Vielleicht sollte sie sich besser einen gut situierten Herrn angeln und Collins mit den Worten „Du kannst mich mal….“ verlassen.
Collins geht nun der A… auf Grundeis nach seinem letzten Gespräch mit Dickens an Bord des Schiffes. Mitleid habe ich nur mit den beiden Frauen, denn ich merke, dass mir bis jetzt keiner der beiden Protagonisten wirklich sympathisch ist.

Kapitel 24
Field ist der Ansicht, dass Dickens nicht mehr von Belang ist in seinem Bemühen Drood zu fassen. Glück für Collins, der jetzt wohl seine Ruhe hat. Nun gilt es noch seine gekränkte Eitelkeit zu befriedigen, in dem er den armen Clow zu einem Abendessen einlädt, dass diesen, wie beabsichtigt, komplett verunsichert.
Collins Mutter fühlt sich nicht wohl, ist nascheinend krank, aber er tut es nur als jammern ab. Von einem Schriftsteller sollte man doch etwas mehr Empathie erwarten, aber anscheinend hat außer ihm keiner das Recht zu jammern, da er ja der bemitleidenswerteste ist.  :rollen: Ansonsten frönt er der Selbstbeweihräucherung.
Der letzte Satz dieses Kapitel verspricht wiederum spannenden folgende. Mal sehen.

Viele Grüße Tina
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Re: Dan Simmons - Drood
« Antwort #44 am: 14. Juni 2011, 13:01:12 »

Kapitel 9
Dieses Kapitel fand ich absolut spannend und interessant, zumal man jetzt unsicher ist, ob Drood, welcher ja von Anfang an so unheimlich dargestellt wurde, wirklich ein so böser Mensch ist. Ich mag es in Büchern, wenn man nicht von Anfang an weiß wer der "Böse" ist und wer seine guten Seiten hat.

Ja, hier wird Drood als Opfer dargestellt. Das verträgt sich nicht ganz mit dem Mörder, der er sein soll. Aber diese Ungewissheit erhält die Spannung.

Die Darstellung von Droods Kindheit lässt ihn als Opfer dastehen. Aber es wird nicht viel über die Zeitspanne dazwischen mitgeteilt. Was hat er all die Jahre gemacht? Weshalb braucht er über 20 Jahre um zwei verschwundene Personen zu finden. Hätte man nach so langer Zeit nicht bereits die Suche aufgegeben?
Ich denke, Drood hab Dickens mit dem Mesmerismus geködert und basta.
Auf jeden Fall hat dieses Kapitel meinen Verdacht bestättigt, dass Drood nie tot war und um seine Wiedererweckung alles erfunden ist.
Der Wohltäter, wie Dickens ihn darstellt, ist er bestimmt auch nicht. Er wird nicht ohne Grund so eine umfangreiche Organisation im Untergrund aufgebaut haben. Mit seinen ägyptischen Schnickschnack schüchtert er die Menschen ein um sich einen außergewöhnlichen Ruf zu erhalten.
Ich muss sagen, all die Fragen die Collins Dickens bezüglich Drood stellte, kamen auch mir in den Sinn.

Im 10. Kapitel beschreibt Collins die Hintergründe zu den Ereignissen um diese bereits erwähnte Madame de la Rue. Dickens scheint völlig fanatisch zu sein, wenn es um Mesmerismus geht. Er hält sich sogar für einen Fachmann dafür.  :rollen:
Ich kann Catherine gut verstehen, dass sie sich irgendwann dagegen verwehrt hat.

Oh Gott, Collins geht mir langsam mit seinem Gejammer auf den Nerv! Er ist nicht nur eifersüchtig auf Dickens, sondern ganz sicher auch auf seinen Bruder. Die Reaktion seines Vaters waren jedoch auch recht ungerecht. Seine Mutter dagegen muss eine besondere Frau gewesen sein. 
Vielleicht hat Charles Collins der Ehe mit Kate Dickens auch zugestimmt um eventuell auftretenden Geschwätz schon im Keim zu ersticken.
Dickens muss einen guten Blick haben, wenn er so früh schon erkannt hat, dass Charles eine tödliche Krankheit in sich trägt. Oder war es bei ihm eher Wunschdenken?  :redface:

Dass Collins nun doch mit Field zusammenarbeitet, macht mich etwas unruhig. Er glaubt doch wohl sebst nicht, dass er es tut um Dickens zu helfen.  :vogelzeigen:
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