Auch ich habe das
4. Kapitel beendet.
ich befürchte fast das Carl Joseph nicht wirklich das Talent für das Militär hat,
Das fürchte ich auch, schon was über seine Abschlußprüfung gesagt wurde, läßt das ja vermuten. Ohne den Ruhm seines Großvaters hätte man ihn vielleicht gar nicht zum Leutnant gemacht, und möglicherweise wäre das besser gewesen.
aber schon an den Umgangsformen zwischen Vater und Sohn sieht man den bedingungslosen Gehorsam.
In der Tat. Sehr viel mehr als
Jawohl, Papa! und
Danke, Papa! kommt ihm ja nicht über die Lippen. Wobei Franz nun auch nicht gerade der Typ ist, der längere entspannte Plauderei provoziert ...
Das mit der Berufswahl durch den Vater zieht sich ja durch die Generationen. Franz wäre gerne Soldat geworden, durfte es aber nicht. Und die Alternative des Landwirtes hat ihm Joseph auch genommen. Jetzt überträgt er seine eigenen Wünsche auf den Sohn, unabhängig von dessen Interessen, genauso, wie sein Vater es bei ihm gemacht hat. Nicht gerade ein Zeichen von Lernfähigkeit, aber es galten natürlich andere Maßstäbe.
Der Wachtmeister tat mir Leid. Er gewährte, wenn auch mit tiefem Unbehagen, wenn nicht sogar Hass, Gastfreundschaft und zeigte wahre Größe, wobei ich ihn auch gut verstanden hätte, wenn er Carl Jospeh nicht so behandelt und ihm eine 'runtergehauen hätte, aber das verbat wohl damals der Anstand.
Wohl eher der Standesunterschied. Auch wenn Slama weiß, daß Carl Joseph ihn mit seiner Frau betrogen hat, so ist dieser trotz allem erstens Offizier und zweitens von Adel, während er nur ein einfacher Gendarmeriewachtmeister ist. Carl Joseph dafür eine Ohrfeige zu verpassen wäre zwar menschlich verständlich, würde ihm aber noch mehr Probleme bereiten, als er mit der ganzen Situation ohnehin hat. So gesehen hat es ihn zwar sicher Überwindung gekostet, aber es war eine vernünftige Entscheidung.
Ich dachte mir gleich, daß Moser der Maler von Josephs Portrait sein müsse, aber warum ruft er vor dem Hotel aus:
Also, Franz, am Dritten, wie gewöhnlich! Das ließe ja vermuten, daß es einen engeren Kontakt gibt und Franz ihn wohl regelmäßig finanziell unterstützt. Dazu paßt auch, daß er ihn Carl Joseph gegenüber als einzigen Freund bezeichnet. Aber warum dann diese Heimlichtuerei dem Sohn gegenüber? Ist ihm diese „Schwäche“ für einen Künstler peinlich? Oder war das ganze als Test für Carl Joseph gedacht, wollte Franz feststellen, wie er sich Moser gegenüber benimmt? Sehr rätselhaft, das alles.
Was mir auch gar nicht gefällt, ist Carl Josephs Ansatz, seine Unruhe nach dem Besuch bei Slama mit Cognac niederzutrinken. Sicher war das für ihn keine einfache, vielleicht sogar wirklich eine belastende Situation, aber ich glaube und fürchte, Alkohol wird noch ein Problem für ihn werden.