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Autor Thema: Roger Smith - Staubige Hölle  (Gelesen 214 mal)

mondy

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Roger Smith - Staubige Hölle
« am: 13. Mai 2011, 13:04:45 »



Inhalt
Südafrika: Von der einen auf die andere Sekunde zerbricht Robert Dells Leben in einen Scherbenhaufen. Seine Frau und seine zwei Kinder werden bei einem fingierten Unfall grausam ermordet, er selbst überlebt nur knapp. Als ob das noch nicht genug wäre, wird er auch noch des Mordes an seiner Familie beschuldigt. Es bleibt ihm nur noch eine Chance: sein verhasster Vater, ein ehemaliger CIA-Killer und überzeugter Rassist.
Zur gleichen Zeit an einem anderen Ort: Sunday wächst in einer rechtsfreien Umgebung mitten in Südafrika bei ihrer Tante auf. Ihre eigenen Eltern wurden grausam ermordet, jeden Tag fließt irgendwo Blut. Mit sechzehn Jahren soll sie mit einem brutalen, aber mächtigen Mann verheiratet werden. Ihre einzige Hoffnung ist eine Nummer, die sie in dem Fotoalbum ihrer Mutter findet.

Erster Satz
Rosie Dell war gekommen, um die Sache zu beenden.

Meine Meinung
Eigentlich braucht man nur zwei Worte zu sagen: Harte Kost! Roger Smith beschreibt eine Welt, in der ein Menschenleben nichts wert ist, in der jeden Tag jemand ermordet wird und in der Drogen, Sex und grausame Gewalt die Machthaber sind. Wer ein Buch über Hoffnung oder Liebe lesen möchte, sollte "Staubige Hölle" nicht mal ansehen, denn nichts davon ist darin zu finden.

Hinzu kommt noch, dass Roger Smith nicht mit Beschreibungen von Gewalttaten spart. Bei der Welt, die er beschreibt, ist es nur konsequent, dass er nichts beschönigt, sondern direkt und schnörkellos darstellt, was passiert. Auch hier sei gewarnt: Wer schon bei herkömmlichen Thrillern ein flaues Gefühl bekommt, sollte hier nicht zugreifen. Zumal die Darstellung Südafrikas mit durchaus realistisch erscheint, was eine "Das-ist-alles-nur-erfunden"-Beschwichtigung unmöglich macht. Ich bin eigentlich relativ hart im Nehmen, aber an manchen Stellen musste ich das Buch wirklich erst mal zur Seite legen. Roger Smith bzw. die Realität macht nämlich weder vor Sympathieträgern noch vor Kindern noch vor Babys halt.     

Der Schreibstil ist geradlinig und direkt. Trotzdem ich von Afrika nicht besonders viel Ahnung habe, konnte ich mich schnell in die Geschichte und die Umgebung einfinden. Die Zusammenhänge und Begriffe werden erklärt, so dass man eigentlich kein Vorwissen (außer eventuell über die Apartheid) mitbringen muss. Mich persönlich hat das Buch dazu angeregt, mich mit Südafrika und der Zulu-Kultur zu beschäftigen.

Was ich an dem Buch auszusetzen habe, sind die teilweise etwas klischeehaften Dialoge. Manchmal fühlte ich mich in die alten Western zurückversetzt, so cowboy-artig kamen die Gespräche rüber. Gut, die meisten Charaktere haben sich auch nicht viel zu sagen, deswegen ist es vielleicht nur logisch, dass man sich so unterhält. Mit gings trotzdem auf die Nerven.

Dennoch ein empfehlenswertes Buch, wenn man sich von der Gewalt und Themen wie AIDS, Zwangsheirat und Armut nicht abschrecken lässt. Kein Buch für Zwischendurch, denn wie gesagt: Harte, realitätsnahe Kost!
 4ratten
« Letzte Änderung: 13. Mai 2011, 22:12:35 von mondy »
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Spatzi79

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Re: Roger Smith - Staubige Hölle
« Antwort #1 am: 13. August 2011, 20:20:02 »




Nach "Kap der Finsternis" und "Blutiges Erwachen" ist dies nun der dritte Südafrika Thriller von Roger Smith.

Wie schon in den beiden Vorgängern wird hier nichts beschönigt, sondern knallhart vom Alltag in Südafrika erzählt.

In kurzen, knappen Kapiteln wird geschildert, wie Robert Dells Familie umgebracht wird und ihm die Schuld daran in die Schuhe geschoben wird. All das, weil seine Frau eine Affäre mit einem Gegner des Justizministers hatte und der wiederum hat seinen Handlanger Inja Mazibuko, genannt der „Hund“ daraufhin angewiesen, die Dells auszulöschen. Doch Robert überlebt den Anschlag und ist mithilfe seines verhassten Vaters, einem Rassisten und ehemaligen Auftragskiller, auf der Flucht. Sie wollen Rache für Dells Familie nehmen und wissen, dass sie Inja bei seiner bevorstehenden Hochzeit mit seiner vierten Frau in seiner Heimat im tiefsten Zulu-Land, finden werden.

Parallel dazu wird die Geschichte des 16jährigen Mädchens Sunday erzählt, der zukünftigen Braut des Hundes. Ihr Schicksal scheint völlig hoffnungslos, sie ist dem alten Mann versprochen, ohne Rücksicht auf ihre Wünsche oder gar auf die Tatsache, dass der Hund an Aids erkrankt ist.

Im Gegensatz zu den Vorgängern findet man hier mit Sunday und Dell wenigstens zwei Charaktere, die nicht durch und durch schlecht sind.

Roger Smith ist nichts für schwache Nerven. Menschen sterben in seinen Büchern wie die Fliegen - Mord und Anschläge sind an der Tagesordnung, die Seuche Aids hat das Land fest im Griff, ebenso wie die Armut der meisten Einwohner ihnen jede Chance auf ein langes gesundes Leben nimmt. Der Rassismus ist noch lange nicht überwunden. Aberglaube beherrscht noch viele Einwohner, wie zum Beispiel die grauenvolle Idee, Aids ließe sich durch Sex mit einer Jungfrau heilen. Die Reichen und Politiker sind quasi alle skrupellos und korrupt, die Polizei hat an vielen Stellen völlig aufgegeben und überlässt manche Landstriche sogenannten Warlords. Das alles wird durch eine meist recht drastische Wortwahl und die unumwundenen Beschreibungen der brutalen Gewalttaten zu einer fesselnden, aber nicht angenehmen Lektüre. Mehr als einmal lief es mir kalt den Rücken herunter und man fragt sich unwillkürlich, wie ein Land sich aus so einem Zustand jemals herauskommen soll?

Eine bedrückende Lektüre – aber ungemein spannend dargestellt!

 4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:
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