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Autor Thema: Javier Marías - Morgen in der Schlacht denk an mich  (Gelesen 1258 mal)

Doris

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Re: Javier Marías - Morgen in der Schlacht denk an mich
« Antwort #15 am: 08. Mai 2011, 22:45:20 »

Mich hätte nur sehr interssiert, wer denn jetzt eigentlich Marta gefunden hat, oder habe ich das überlesen?

Nein. Ich habe dazu auch nichts gelesen.

@ Stefanie
Ich kann es verstehen, dass du aufhörst. Für mich ist dieses Buch auch eine Achterbahnfahrt: In einem Kapitel geht es rauf, im nächsten wieder runter. Bei den guten Kapiteln, wie es das 6. war, zieht mich das Buch in seinen Bann, aber bei den anderen Kapiteln hadere ich auch, ob ich mir den Rest noch antun soll. Aber ich habe beschlossen, es fertig zu lesen. Ein Kapitel in ein bis zwei Tagen ist eine Größenordnung, mit der ich leben kann.

Victor hat inzwischen erfahren, dass er nichts für Marta hätte tun können, und fühlt sich dadurch erleichtert. Trotzdem hatte ich noch nicht einmal den Eindruck, dass er für sie oder einen ihrer Angehörigen Mitleid verspürt. Er gibt sich meist so objektiv und reserviert, dass ihm gegenüber immer eine Distanz gewahrt bleibt. Im 6. Kapitel kommen überhaupt zum ersten Mal richtige Emotionen auf, als Deán und Téllez im Restaurant miteinander sprechen.

... Deán scheint nicht ganz so unschuldig an der Situation zu sein.

Ganz astrein ist sein Verhalten nicht. Welche Frau, die glücklich ist, lässt sich schon mit anderen Männern ein? Bei Téllez habe ich allerdings den Eindruck, dass er in seinem Schmerz einfach jemanden sucht, dem er Vorwürfe machen kann, und da kommt ihm Deán gerade recht, der es offensichtlich nicht für nötig hielt, seiner Frau mitzuteilen, wo sie ihn notfalls erreichen kann.
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tina

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Re: Javier Marías - Morgen in der Schlacht denk an mich
« Antwort #16 am: 09. Mai 2011, 17:07:12 »

Hallo,

ich habe gestern das 10. Kapitel beendet und so nach und nach, also kurz vor Ende  :breitgrins:, wird es interessanter. Dadurch dass sich Victor Luisa gegenüber zu erkennen gibt, als der "Fastgeliebte" ihrer Schwester, kommen die beiden natürlich ins Gespräch und alles wird darauf hinauslaufen, dass Deán ebenfalls erfährt, wer der große Unbekannte ist. Einerseites ist der Gedanke Victor nicht angenehm, aber ich glaube andererseits ist er froh, wenn er endlich aus dem Schattendasein heraustreten und dieses ganz unglückseelige Geschichte für sich mehr oder minder abschließen kann.

Liebe Grüße Tina
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Doris

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Re: Javier Marías - Morgen in der Schlacht denk an mich
« Antwort #17 am: 09. Mai 2011, 21:22:07 »

Wow, Tina, du legst jetzt aber Tempo vor!

Ich habe heute das 7. Kapitel gelesen und bin erfreut, dass nun schon zwei Kapitel in Folge gut waren. Auch für mich war schwer nachzuvollziehen, dass Victor seine Ehefrau nicht erkennen konnte. Selbst wenn es stockdunkel war und sie sich anders kleidet und verhält, gibt es doch Gesten, bestimmte Worte oder ihre Stimme, die ihm sagen, ob sie es nun ist oder nicht. "Victoria" hat zwar bislang nichts mit der Handlung zu tun, aber während Victor von seiner Ex-Frau erzählt, bekommen wir doch wenigstens mal ein genaueres Bild von ihm und seinem Leben.
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tina

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Re: Javier Marías - Morgen in der Schlacht denk an mich
« Antwort #18 am: 09. Mai 2011, 23:25:09 »

So,

ich habe vorhin das Buch beendet und ....

es war ein harter Brocken. Erst einmal muss man sich an Marías unglaublich lange Schachtelsätze gewöhnen. Ist man hiermit nach einer Weile einigermaßen vertraut, dann beginnt der Kampf mit dem Inhalt. Es geschieht nicht wirklich viel, es gibt nicht viel Änderung. Es gibt die oben beschriebene Ausgangssituation und darauf wird aufgebaut. Alles, aber auch wirklich alles, was mit dem plötzlichen Tod der jungen Frau zu tun hat, wird auf das genauste analysiert, ja fast schon seziert. Alles gesagte, jeder Gedanke, jede Gedankenrichtung, jegliche Eventualität und Möglichkeit wird in Erwägung gezogen, geprüft und bewertet. Dies ist in manchen Kapiteln äußerst anstrengend und erfordert beim Lesen äußerste Konzentration, will man das, was man liest auch verstehen und nachvollziehen. Nicht nachvollziehen kann man zuweilen, was gewisse Kapitel mit dem eigentlichen Thema, nämlich dem Tod Martas, zu tun haben und man fragt sich ab und an „Was will der Autor jetzt eigentlich mitteilen, Worum geht es ihm?“ Das Buch endet mit einem Kapitel, welches zum Schluss noch einmal ziemlich überraschende Neuigkeiten bereithält. Bewerten kann ich dieses Buch nicht, denn ich habe keine Ahnung, ob es mir nun gefallen hat oder nicht. Das passiert mir wirklich selten.
Zumindest bin ich jetzt wirklich froh, dass ich mich etwas entspannender Lektüre widmen kann.

Ich denke ich werde erst morgen noch etwas zu den letzten Kapiteln schreiben, denn ich muss das gelesene erst einmal ruhen lassen.

@Doris: Halte durch, die letzten Kapitel werden etwas informativer und auch ein wenig "aktiver".

Liebe Grüße Tina
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Re: Javier Marías - Morgen in der Schlacht denk an mich
« Antwort #19 am: 10. Mai 2011, 21:41:40 »

Kapitel 8: Auch hier wieder viele Aktivitäten, aber auch Gedanken, die sich jedoch hauptsächlich um Victors Ex-Frau Celia drehen und näher mit der Handlung in Verbindung stehen als weiter vorne bei Don Juan. Er knüpft nochmals an die Geschichte mit der Prostituierten an. Seine damaligen Vorstellungen warfen Victor völlig aus der Bahn. So ganz einerlei konnte ihm seine Ex nicht gewesen sein, wenn er sich so viele Gedanken um ihre Sicherheit macht. Es muss da eine gedankliche Verknüpfung zu der Situation mit Marta geben, wenn ich auch noch nicht erkenne, wie der Zusammenhang gemeint ist. Martas Schicksal ist letztlich die Realisierung seiner Befürchtungen um Celia.
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Re: Javier Marías - Morgen in der Schlacht denk an mich
« Antwort #20 am: 11. Mai 2011, 00:28:03 »

Kapitel 8: So ganz einerlei konnte ihm seine Ex nicht gewesen sein, wenn er sich so viele Gedanken um ihre Sicherheit macht. Es muss da eine gedankliche Verknüpfung zu der Situation mit Marta geben, wenn ich auch noch nicht erkenne, wie der Zusammenhang gemeint ist. Martas Schicksal ist letztlich die Realisierung seiner Befürchtungen um Celia.
Ich weiß nicht ob es ihm um Cecilia im besonderen geht. Er weiß ja dass es ihr gut geht. Ich hatte eher das Gefühl, dass es darum geht, dass wir jemanden kennenlernen und dann nicht mehr unbeteiligt sein können, wenn erst einmal eine Verbindung hergestellt wird. Er sprach ja von Namen. Dass man sich an Namen erinnert, auch wenn die Gesichter dazu verschwinden. So war es dann ja letztendlich auch mit Victoria. Er kannte sie und egal wie oberflächlich dieses kennen war, dieser vormals völlig unbekannte Mensch, hatte auf einmal ein Gesicht und einen Namen. Hätte er von einer ermordeten Prostituierten in der Zeitung gelesen, so hätte ihn dass nicht tangiert, zumindest nicht sehr, aber dadurch, dass er Victoria kannte, würde er jetzt die Zeitung ganz anders lesen. Ebenso Marta. Er kannte sie vor ein paar Tagen noch nicht und hätte er ihre Todeanzeige zu diesem Zeitpunkt in der Zeitung gelesen, wäre sie eine bedauernswerte Fremde gewesen, die viel zu jung starb, falls er sich überhaupt Gedanken darüber gemacht hätte. Es geht um dieses Bindung, die auch nicht willentlich zu kappen ist. So zumindest waren meine spontanen Gedanken dazu.

Liebe Grüße Tina
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Re: Javier Marías - Morgen in der Schlacht denk an mich
« Antwort #21 am: 13. Mai 2011, 22:08:35 »

Ich hatte eher das Gefühl, dass es darum geht, dass wir jemanden kennenlernen und dann nicht mehr unbeteiligt sein können, wenn erst einmal eine Verbindung hergestellt wird. Er sprach ja von Namen. Dass man sich an Namen erinnert, auch wenn die Gesichter dazu verschwinden. 

Auch eine Lösung. Dazu passen auch Victors Überlegungen, als Deán ihm von Eva erzählt und Victor nicht begeistert war, zu der Frau auch noch den Namen zu wissen. Das holt sie aus der Anonymität.

Inzwischen bin ich auch fertig. Der Rest las sich recht gut, fast kein Vergleich zu den ersten 100 Seiten, außerdem war Deáns Bericht sehr überraschend. Leider fällt mir dazu nicht viel ein, was ich hier noch schreiben soll. Selten hat mich ein Buch so ratlos zurückgelassen. Ich werde es auch noch ein wenig sacken lassen, aber ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass mir noch etwas Wesentliches einfällt.
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