las: Der Himmel unter der Stadt
Hallo,
ich habe gestern mein Oster-Wochenende-Buch beendet und es war sehr beeindruckend.
Mein Resumé:
Ich hatte mir unter der Kurzbeschreibung alles Mögliche vorgestellt, aber nicht dass, was dieses Buch wirklich zum Vorscheinbrachte, als ich es las. Am Anfang war ich mir unsicher, ob mir dieses Buch gefallen würde, denn es handelte von vier Männern, gleichzeitig Kollegen und Freunde, welche unter dem Fluss der riesigen Stadt New York einen Tunnel bauen. Es geschieht ein tragische Unglück und ab diesem Zeitpunkt war ich wirklich gefesselt von diesem Buch. Es beschreibt einmal das Leben von Nathan Walker, einem jungen Schwarzen und einer der vier Freunde, zum anderen das seiner Familie über mehrere Generationen hinweg. Außerdem erzählt es in einem zweiten Erzählstrang von einem Mann namens Treefrog, welcher sich in einem Tunnel unter der Stadt ein einsames verstecktes zu Hause geschaffen hat und dort unter den widrigsten Umständen freiwillig sein Leben fristet. Beide Erzählstränge verschmelzen im Laufe der Geschichte immer mehr miteinander, bis sich, fast am Ende des Buches die Parallele zwischen den Leben dieser Menschen zeigt.
Das Leben Nathans und seiner Familie wird verfolgt von Rassismus, Intoleranz und Hass, aber er erfährt auch, welch großes und unersetzbares Geschenk Freundschaft und Familie sein kann.
Obwohl dieses Buch zeitweise sehr düster und traurig ist, kann man es nicht aus der Hand legen, denn man möchte wissen welches Schicksal Treefrog unter die Erde getrieben hat und man möchte seine Hoffnung bestätigt sehen, dass Nathan trotz vieler Schicksalsschläge auch wieder frohe Stunden verbringen kann. Die Protagonisten gehen einem sehr nah, denn sie sind einfache, ehrliche, liebenswerte Menschen auf der Suche nach etwas Glück und einem normalen Leben. Sie alle haben keine großen Erwartungen, Sie sind bescheiden und ihre Sehnsüchte sind gerechtfertigt. Sie alle tragen, wie so viele Menschen auch Schuld in sich und es zeigt sich, dass niemand einen Menschen mehr und stärker bestrafen kann, als er sich selbst. Hat man dieses Buch gelesen, wird man nicht mehr an einem Obdachlosen vorüber gehen können, ohne sich zu fragen, welche tragische Wendung seines Lebens ihn auf die Straße gebracht hat. Es zeigt ganz deutlich, dass unter all diesen Städten, welche sich in ihrer Schönheit und ihrem Reichtum präsentieren, Menschen leben, die fast eins werden mit der Erde, so sehr verstecken sie sich vor diesem Leben, welches nicht mehr in der Lage war ihnen das Lebenswerte im Tageslicht zu zeigen. Ihr Himmel ist unter der Stadt.
Lieben Grüße Tina