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ich habe letzte Nacht im Bett dann doch ein ganz anderes Buch begonnen, nämlich
Meja Mwangi - Die Narben des Himmels.

Klappentext (in Auszügen):Ein verschlafenes Nest an den Hängen der Aberdare-Berge im nachkolonialen Kenya. Der neureiche Großgrundbesitzer rühmt sich, 'der Vater allen Geldes' zu sein - Baba Pesa. Brutal und rücksichtslos hat er es verstanden, alles Land im weiten Umkreis aufzukaufen - nur Baba Baru, sein nächster Nachbar, arm und ganz in der alten Tradition verhaftet, wagt es, sich ihm zu widersetzen.
Juda Pesa, der 'ungeratene Sohn' von Baba Pesa, ist als Aussteiger von der Universität ins Dorf zurückgekehrt, ist ständig betrunken, führt philosophische Zwiegespräche mit seinem Hund Konfuzius und hält auf dem Markt flammende Reden an die Bauern über das Anlegen von Vorratshäusern, den richtigen Umgang mit dem Land und den Bau von Latrinen.
In seinem Vater, der von seinem Sohn enttäuscht ist und ihn verachtet, sieht Juda die Verkörperung dessen, war die Armut und das Elend der einfachen Menschen ausmacht.
Hoffnung im Leid - in diesenm mit viel Witz und afrikanischem Humor geschriebenen Buch gelingt es Meja Mwangi, durch sein tiefes Verständnis für das, was Menschen motiviert, und durch die Kraft der Menschlichkeit in seinen Charakteren, nicht Hoffnungslosigkeit angesichts der drängenden Probleme seines Landes zu hinterlassen, sondern neue Hoffnung zu wecken.
Die ersten 70 Seiten habe ich gelesen und bin recht angtan von der Schilderung des Lebens im postkolonialen Kenia. (Leider wird mir bisher nicht deutlich, wann genau es spielt, wieviel Zeit in Selbständigkeit vergangen ist). Auf jeden Fall ist Baba Pesa der "starke Mann" auf diesem und dem benachbarten Hügelrücken. Geschickt hat er nach und nach den Boden aller seiner Nachbarn aufgekauft, und besitzt nun ganze 120 Hektar! - "120 Hektar?" fragte ich mich. "So viel ist das nun doch nicht, oder?" Ist es auch nicht, wenn man bedenkt, dass der frühere Besitzer Lord Soames, der von "Uhuru" abgeschreckt nach Südafrika auswanderte, ganze 4000 Hektar besaß. Dieser Besitz wurde dann auf eine Vielzahl besitzloser Kenianer verteilt, wobei einige allerdings von Anfang an dafür sorgten, mehr und besseres Land zu bekommen als die anderen. Zu diesen einigen gehörte natürlich Baba Pesa und durch geschicktes Ausnutzen seiner besseren Startbedingungen, seiner Rücksichtslosigkeit und seinem Geschick ist es ihm gelungen, den Boden seiner Nachbarn nach und nach aufzukaufen.
So könnte er mit seinem Leben rundauf zufrieden sein, wenn da nicht zwei Ärgernisse wären: Zum Einen ist das sein erstgeborener Sohn Juda, der sozusagen seinem Namen alle Ehre macht, nämlich zum Verräter an den Werten des Vaters wird, und zum Anderen sein letzter verbliebener Nachbar Baba Baru, der sich doch strikt weigert, seine jämmerlichen 4 Hektar (120 Hektar sind eben doch ganz schön viel) an Baba Pesa zu verkaufen.
Weitere Konflikte bahnen sich an.
@Kiba:
Deine Lektüre klingt genau so, wie ich mir ein Buch von Willi Heinrich immer vorgestellt hatte.
@Aldawen:
Das Mabinogion subt bei mir auch schon viel zu lange; deine Schilderung macht mir Lust, es mir glaich als nächstes vorzunehmen.
Nun werde ich noch eine Weile auf dem Balkon lesen und dann Richtung Arbeit verschwinden. Hoffentlich gibt es eine ruhige Arbeitsnacht.