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Autor Thema: Penelope Lively - Das Photo  (Gelesen 168 mal)

Miramis

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Penelope Lively - Das Photo
« am: 21. April 2011, 08:46:19 »



Penelope Lively - Das Photo

Inhalt:


Nach dem Tod seiner bildschönen Frau findet Glyn ein altes Photo von ihr, auf dem sie mit einem anderen Mann Händchen hält. Wann und wo wurde das Photo gemacht? Dieser Nachweis der Untreue – für lange Jahre versteckt – lässt Glyn nicht ruhen. Ganze Lebensentwürfe gehen bei seinen Nachforschungen in die Brüche. Kann er die Wahrheit über Kath herausfinden?

Meine Meinung:

Da Penelope Lively seit vielen Jahren eine meiner Lieblingsautorinnen ist, bin ich mit entsprechend hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen, die allerdings zu meinem Bedauern diesmal nicht ganz erfüllt werden konnten.

Penelope Lively ist eine Meisterin der Charakterzeichnungen und in diesem Punkt hat mich der Roman auch überzeugt. Die Figuren, allen voran die Hauptfigur Glyn, aber auch Kaths Schwester Elaine begeben sich nach dem schockierenden Fund des titelgebenden Fotos auf eine Spurensuche. Jeder versucht auf seine Weise, Kaths Leben zu rekonstruieren und die eigene Rolle darin festzumachen.

Dies wird in der unnachahmlichen, präzisen und eleganten Sprache der Autorin geschildert; die Figuren werden plastisch und vertraut. Besonders in den ersten Kapiteln war ich von dem ausgefeilten Spiel der Perspektivenwechsel, das die Autorin perfekt beherrscht, regelrecht fasziniert.

Leider funktioniert die Geschichte für mich nicht ganz bis zum Ende. Die spannende Spurensuche nach Kaths Persönlichkeit mündet in eine doch eher profane Erklärung, die am Schluss fast beiläufig präsentiert wird. Hier hätte ich mir doch einen Schuss mehr Überraschung, Betroffenheit, Beklemmung gewünscht – sind doch die Protagonisten eher von einem gefühlsarmen, kopflastigen Schlag, so hätten sie hier als Kontrastprogramm doch einmal ihre Gefühle zeigen können, anstatt dass der Leser ihnen zwischen den Zeilen nachspüren muss. Der zuvor behutsam aufgebaute moderate Spannungsbogen verpuffte für mich damit im Nichts.

Was bleibt, sind die gelungenen Charakterstudien und ein für mich sehr erbaulicher Einblick in die Welt der englischen Gärten und der Landschaftarchitektur, der mir als Rahmen für die Geschichte sehr gut gefallen hat. Nicht unbedingt das beste Buch von Penelope Lively, aber trotzdem sehr lesenswert!

 4ratten


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