
InhaltMax Frisch erzählt über sich selbst ... mehr kann man zu diesem Buch nicht sagen. Im Mittelpunkt steht die Affäre mit Lynn (eigentlich Alice Locke-Carey), aber letztendlich erzählt er von all seinen Liebesbeziehungen und vor allem über seine Eindrücke und Gefühle. Hier das Vorwort, das meiner Meinung nach am besten den Inhalt beschreibt:
"Dies ist ein aufrichtiges Buch, Leser, es warnt dich schon beim Eintritt, dass ich mir darin kein anderes Ende vorgesetzt habe als ein häusliches und privates ... ich habe es dem persönlichen Gebrauch meiner Freunde und Angehörigen gewidmet, auf dass sie, wenn sie mich verloren haben, darin einige Züge meines Lebensart und meiner Gemütsverfassung wiederfinden ... denn ich bin es, den ich darstelle. Meine Fehler wird man hier finden, so wie sie sind, und mein unbefangenes Wesen, so weit es nur die öffentliche Schicklichkeit erlaubt ... so bin ich selber, Leser, der einzige Inhalt meines Buches; es ist nicht billig, dass du deine Musse auf meinen eitlen und geringfügigen Gegenstand verwendest."InhaltBisher haben mir Max Frischs Werke immer gut gefallen, aber "Montauk" konnte mich nicht wirklich begeistern. Es ist bestimmt sein persönlichstes Buch, was ich an und für sich ganz schön finde. Aber ohne Hintergrundwissen über sein Leben oder seine Beziehungen ist man hier verloren. Mindestens den Wikipedia-Artikel sollte man studiert haben, wenn man etwas verstehen möchte ... eigentlich sollte man sich noch anderweitig informieren und eventuell alle seine Werke gelesen haben.
Ich persönlich habe ziemlich sicher nicht alle Anspielungen verstanden und konnte auch nicht immer erkennen, welche Person oder welches Ereignis aus einem Leben er gerade beschreibt. Dadurch geht natürlich einiges an Handlung bzw. Begeisterung verloren, was Leuten, die Max Frisch kannten bzw. sich viel mit ihm beschäftigen, nicht passiert.
Auffallend ist auf jeden Fall der Schreibstil und die Einteilung der "Kapitel". Max Frisch springt fröhlich zwischen verschiedenen Stationen seines Lebens umher, schreibt mal 5 Zeilen dazu oder 20 Seiten. Dadurch entsteht der Eindruck der spontanen Aussprache bzw. der tiefen emotionalen Einstellung des Autors zu dem Werk. Ich fands gut, man wird einfach immer wieder überrascht und hat das Gefühl, nahe am Schreiber dran zu sein.
Wie gesagt, ich kenne mich bei Max Frisch zu wenig aus und hatte auch keine wirkliche Zeit, mich mit ihm zu beschäftigen. Deswegen konnte ich mit dem Buch nicht wirklich viel anfangen. Auf jeden Fall kein Buch für zwischendurch, wer sich aber für das Leben Frischs interessiert, dem würde ich das Buch ans Herz legen.
