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Autor Thema: William Shakespeare - Macbeth (The Tragedy of Macbeth)  (Gelesen 3578 mal)

Doris

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William Shakespeare - Macbeth (The Tragedy of Macbeth)
« am: 25. März 2011, 22:00:15 »

Runde 7 steht an:

William Shakespeare
Macbeth
Eine Tragödie in fünf Akten

   

Inhalt:
Die um 1606 entstandene Tragödie Macbeth ist eines von William Shakespeares bekanntesten Werken. Es beschreibt den Aufstieg des Heerführers Macbeth zum König von Schottland, seinen Wandel zum Tyrannen und seinen Fall. Shakespeare verwob in diesem Drama geschichtliche Fakten über den historischen König Macbeth und den zeitgenössischen Jakob I. mit Aberglauben, Mythologie und Fiktion. (Quelle: Wikipedia)


Teilnehmer:
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Lucius Annaeus Seneca

schokotimmi

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Re: William Shakespeare - Macbeth (The Tragedy of Macbeth)
« Antwort #1 am: 26. März 2011, 18:10:10 »

Hallo,

dann mache ich mal den Anfang ich habe den 1. Auzug gelesen und zwar in der deutschen Fassung übersetzt von Dorothea Tieck (ersten Coverbild oben).

Die 3 Hexen find ich schon mal Klasse - ich frage mich ob es dann einen mythischen Zusammenhang gibt (Doris hat ja auch was von Mythologie geschrieben) - ich hab da irgendwas mit Natur und Schicksal im Kopf, wißt ihr da was oder spinn ich. Vllt. google ich heut abend mal, wenn ich Zeit finde.

Macbeth selbst fand ich eigentlich ganz sympathisch, aber warum läßt er sich so leicht beeinflussen? Und Banquo, warnt er ihn nun oder läßt er in ins Verderben rennen, hm.

Zum Ende des 1. Aufzugs schmiedet das Ehepaar Macbeth ja nen "tollen" Plan.

Viele Grüße
schokotimmi

PS: Dieses Buch hat gute Chance das erste beendete dieses Jahres zu werden (abgsehen von Hörbüchern) - ich wäre so glücklich wenns klappt!
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Mrs.Dalloway

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Re: William Shakespeare - Macbeth (The Tragedy of Macbeth)
« Antwort #2 am: 26. März 2011, 18:23:03 »

Die 3 Hexen find ich schon mal Klasse - ich frage mich ob es dann einen mythischen Zusammenhang gibt (Doris hat ja auch was von Mythologie geschrieben) - ich hab da irgendwas mit Natur und Schicksal im Kopf, wißt ihr da was oder spinn ich. Vllt. google ich heut abend mal, wenn ich Zeit finde.

Aehem...  :breitgrins: Ich schreibe gerade an einer Hausarbeit ueber Hexen in jakobaeischen Dramen und kann nach zwei Wochen Intensivrecherche einiges sagen.  :zwinker:

Bei Macbeth speziell ist es interessant zu wissen, dass die Hexenszenen vermutlich gar nicht Shakespeare geschrieben hat, sondern sein Zeitgenosse Thomas Middleton. Und was auch ueberraschend ist, ist dass die Hexen in Macbeth so gar nicht dem ueblichen Bild von Hexen zu dieser Zeit entsprochen haben. Das gaengige Hexenklischee war das einer aelteren, armen Frau, die von ihren Nachbarn keine Almosen bekommen hat und daher einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat (der oft in Tierform auftritt), um Rache zu nehmen. Die Hexen in Macbeth dagegen basieren eher auf einem aelteren Stereotyp, der auf klassische Literatur zurueckgeht: Hexen, die in Gruppen auftreten, die von selbst Macht haben (ohne den Teufel zu brauchen) und die nicht unbedingt alte, haessliche Frauen sind (sondern haeufig auch junge, verfuehrerische Frauen, die eben deshalb gefaehrlich fuer Maenner sind).

Interessant ist bei den Macbeth-Hexen auch noch, dass sie quasi "geschlechterfrei" sind. Sie werden zwar als "weird sisters" bezeichnet, aber an einer Stelle wundert sich Banquo z. B., dass Hexen doch eigentlich Frauen sind und diese aber einen Bart haben. Das gibt heutigen Theaterregisseuren einen sehr grossen Spielraum bei den Hexen.

Sonst gibt es noch zu sagen, dass Macbeth (wie oben schon steht) um 1606 entstanden ist, also 3 Jahre nach der Thronbesteigung von James I. King James hat selbst, als er noch Koenig von Schottland war, an Hexenverfolgungen teilgenommen und sogar ein Buch, die Daemonologie, darueber geschrieben, wie man Hexen erkennt, was man mit ihnen macht etc.
Als er nach England kam, war der Hoehepunkt der britischen Hexenverfolgung aber eigentlich schon wieder vorbei und die Hexen wurden daher generell als Figuren in Dramen sehr beliebt, da sie eben durch Effekte und Schauer etc. viele Zuschauer in die Theater locken. Quasi wie die heutigen Vampire. :zwinker:

(Ich entschuldige mich uebrigens dafuer, dass ich keine Umlaute habe, aber ich sitz gerade in der Bibliothek am Computer und konnte nicht wiederstehen, auf die Hexenfrage zu antworten.   :redface:)
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Bluebell

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Re: William Shakespeare - Macbeth (The Tragedy of Macbeth)
« Antwort #3 am: 26. März 2011, 19:07:02 »

Aehem...  :breitgrins: Ich schreibe gerade an einer Hausarbeit ueber Hexen in jakobaeischen Dramen und kann nach zwei Wochen Intensivrecherche einiges sagen.  :zwinker:

 :popcorn:

Ich kenne Macbeth schon und bin diesmal nur passiv dabei, aber ich werde hier auf jeden Fall eifrig mitlurken! Habe das Stück nämlich letztes Jahr "nur so" gelesen und es einfach auf mich wirken lassen, ohne irgendetwas zu recherchieren - deswegen bin ich jetzt schon sehr gespannt auf alles, was in der LR an diversen Aspekten, Hintergrundinfos etc. zur Sprache kommen wird.
Und der Anfang war ja schon mal gut!  :smile:
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schokotimmi

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Re: William Shakespeare - Macbeth (The Tragedy of Macbeth)
« Antwort #4 am: 26. März 2011, 21:25:58 »

Hi,

na das geht ja schon mal richtig gut los hier - danke für die tolle Hexenantwort. Über die Stelle mit dem Bart hatte ich mich zwar kurz gewundert, aber ich muss zugeben - ich hatte da auch eher 3 alte Frauen mit Damenbart im Sinn, sodass ich da locker drübergegangen bin.

Da ich nicht bei allen Shakespeare-Runden Zeit hatte, hoffe ich jetzt nichts doppelt zu fragen, ich habe mir die anderen LR nämlich (noch) nicht durchgelesen. Wie kommt es jetzt, dass in Shakespeares Macbeth Stellen drin sind, die Thomas Middelton geschrieben hat.

Werde mich jetzt dem 2. Aufzug widmen.

Grüße
schokotimmi
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Nicole89

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Re: William Shakespeare - Macbeth (The Tragedy of Macbeth)
« Antwort #5 am: 26. März 2011, 22:13:31 »

Ich lese in einer zweisprachigen Reclam-Ausgabe und bin bereits am Anfang des zweiten Aufzugs.



Wow, Mrs. Dalloway, danke für die interessanten Informationen!
Ich habe mich wie immer mit Absicht im voraus überhaupt nicht über das Stück informiert und will das einfach mal auf mich zukommen lassen. Die Hexen fand ich auch klasse. Ich habe ihren Part auch in Englisch gelesen und fand den Schreibstil so schön. Hat richtig Spaß gemacht, das zu lesen.

Im zweiten Aufzug hat Macbeth mit Hilfe seiner Frau seinen "tollen Plan" schon vollzogen  :zwinker: Ich bin an einer Stelle angelangt, wo er anscheinend kurz weiche Knie bekommt...  :breitgrins: Frau bewahrt jedoch ein kühles Köpfchen. Sie scheint eine sehr zielstrebige und unerbitterliche Frau zu sein. Man kann gespannt sein, wie es weiter geht.


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schokotimmi

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Re: William Shakespeare - Macbeth (The Tragedy of Macbeth)
« Antwort #6 am: 26. März 2011, 22:22:12 »

Ich habe den 2. Aufzug gerade beendet und war auch überrascht wie schnell er das umsetzt und dann doch ins Schlottern kommt. Aber wie Nicole89 so schön schreibt - Frau bewahrt ein kühles Köpfchen und hält die Fäden in der Hand. Ich bin wirklich gespannt, wie sie sich so weiterentwickelt.

Am Ende wieder ein wenig stutzig gemacht hat mich die Flucht Malcolm und Donalbain - sie denken nun (sicher berechtigt) dass auch sie in Gefahr sind, bieten aber "den Verschwörern" mit der Flucht den perfekten Aufhänger sie als Schuldige darstellen.

Es bleibt spannend.

Viele Grüße
schokotimmi
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Doris

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Re: William Shakespeare - Macbeth (The Tragedy of Macbeth)
« Antwort #7 am: 26. März 2011, 23:16:47 »

Hallo zusammen,

ihr seid ja schon sehr aktiv!

Ich bin auch ohne Vorkenntnisse über das Stück und lese die Übersetzung von Dorothea Tieck.

Bisher habe ich den 1. Akt gelesen. Über den Bart bei den Hexen habe ich mich auch gewundert, es mir aber so erklärt, dass sie sich schlicht verwandeln können, wie es ihnen beliebt. Als sie Macbeth seine Zukunft voraussagten, war meine erste Überlegung, wie er wohl mit diesem Wissen umgehen wird: Belastet oder beflügelt es ihn? Sein Gedanke "Erlebte Greuel sind schwächer als das Grauen der Einbildung" zeigt, dass es ihm zu schaffen macht. Doch in der 4. Szene zeigt er zum ersten Mal die Gier nach der Macht. Als König Duncan die Königswürde auf seinen Sohn Malcolm überträgt, sieht Macbeth sogleich einen Feind in ihm.

Lady Macbeth ist das typische Beispiel für die Redewendung, dass hinter jedem starken Mann eine starke Frau steckt. Sie ist selbst begierig nach Macht und Einfluss, traut ihrem Gatten aber nicht die nötige Stärke zu, sich durchzusetzen. Doch er steht stark unter ihrem Einfluss, denn als er in Wanken gerät wegen seinem Entschluss, Malcolm aus dem Weg zu räumen, stimmt sie ihn relativ leicht wieder um.

Gibt es eigentlich bekannte Zitate aus Macbeth? Bisher ist mir keines untergekommen.
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Nicole89

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Re: William Shakespeare - Macbeth (The Tragedy of Macbeth)
« Antwort #8 am: 27. März 2011, 00:38:37 »

Lady Macbeth ist das typische Beispiel für die Redewendung, dass hinter jedem starken Mann eine starke Frau steckt. Sie ist selbst begierig nach Macht und Einfluss, traut ihrem Gatten aber nicht die nötige Stärke zu, sich durchzusetzen. Doch er steht stark unter ihrem Einfluss, denn als er in Wanken gerät wegen seinem Entschluss, Malcolm aus dem Weg zu räumen, stimmt sie ihn relativ leicht wieder um.

Genau das dachte ich mir auch! Wer weiß, vielleicht ist diese Frau die eigentlich tragende Rolle in diesem Stück und es hätte besser "Lady Macbeth" heißen sollen  :zwinker: Wir werden sehen...
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Mrs.Dalloway

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Re: William Shakespeare - Macbeth (The Tragedy of Macbeth)
« Antwort #9 am: 27. März 2011, 11:03:25 »

Da ich nicht bei allen Shakespeare-Runden Zeit hatte, hoffe ich jetzt nichts doppelt zu fragen, ich habe mir die anderen LR nämlich (noch) nicht durchgelesen. Wie kommt es jetzt, dass in Shakespeares Macbeth Stellen drin sind, die Thomas Middelton geschrieben hat.

Das kann man sich am ehesten vorstellen, wenn man an das heutige Hollywood denkt. Shakespeares Theater ist ein bisschen wie ein Hollywoodfilm: Man schaut sich den Film an, weil Brad Pitt mitspielt und wer das Drehbuch geschrieben hat, weiß man im Normalfall nicht. So war das damals in etwa auch. Die Leute sind ins Theater gegangen, um ein Stück zu sehen, in dem Richard Burbage mitspielt und nicht weil Shakespeare es geschrieben hat. Der Autor ist also eher unwichtig. Dann kommt auch noch dazu, dass Theater damals sehr schnelllebig war. Wenn ein Stück 3 Nächte in Folge aufgeführt wurde, hat der Autor eine Prämie bekommen und das Stück galt als erfolgreich. Man hat also sehr schnell neue Stücke gebraucht und da kam es dann schon einmal vor, dass man z. B. andere, jüngere Autoren gefragt hat, ein paar Szenen zu schreiben oder dass man von vorne herein ein Stück kollaborativ schreibt (z. B. Shakespeares und Fletchers Two Noble Kinsmen).

Ich hab auch den ersten Akt beendet und ja, Lady Macbeth ist ein sehr starker Charakter. Sie ist so unglaublich mächtig und scheint sehr viel stärker zu sein als ihr Mann, vor allem wenn sie ihr berühmtes "unsex me here" sagt und beschreibt, dass sie ein Kind von der Mutterbrust schlagen würde und ihm den Schädel einschlagen würde... Das ist übrigens ein viel diskutiertes Thema bei Macbeth: Ist Lady M unfruchtbar? Warum haben die Macbeths keine Kinder? Das Stück betont sehr oft, dass Lady M eigentlich die Hosen an hat und eher "der Mann im Haus" ist.
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tina

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Re: William Shakespeare - Macbeth (The Tragedy of Macbeth)
« Antwort #10 am: 27. März 2011, 11:07:18 »

Hallo,

ich kam gestern leider nur bis zum 1. Akt, 4. Aufzug, aber auch bis dahin war es einfach wieder schön denguten alten William zu lesen. Es fingt mit einer üblen Schlacht und allerlei Verrätern und Untreuen an und MacBeth scheint der Bruce Willis von Schottland zu sein. Nun denn, der König ist stolz auf ihn und will ihn entsprechend entlohnen. Wäre auch alles gut, wenn da nicht eben dieses drei Weiblein aufgetaucht wären.
Anscheinend baute Shakespeare die Geschichte von MacBeth auf den schottischen Chroniken von Holinshed auf. Auch dort erscheinen drei Frauen, welche MacBeth eine gloreiche Zukunft vorraussagen, allerdings handelt es sich hier nicht um drei Hexen, sondern um drei Nornen oder auch die Nordischen Schicksalsschwestern, genannt, welche in der Lage waren vorherzusehen. So steht es zumindest in meiner Ausgabe im Vorwort. Sie ist von 1897 in Frakturschrift übersetzt von einem Herrn Schlegel.

Ich hoffe, nachher noch etwas zum lesen zu kommen und ich bin schon gespannt, wie sich diese Geschichte weiterentwickelt.

Liebe Grüße Tina
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Re: William Shakespeare - Macbeth (The Tragedy of Macbeth)
« Antwort #11 am: 27. März 2011, 19:31:01 »

Hallöchen,

da ich am Wochenende Besuch von zwei Freundinnen hatte, werde ich erst heute Abend dazukommen mit dem Buch zu starten, aber ich freue mich! ;)

Liebe Grüße

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Doris

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Re: William Shakespeare - Macbeth (The Tragedy of Macbeth)
« Antwort #12 am: 27. März 2011, 21:56:35 »

Ich habe heute den 2. Akt gelesen. Kommt es nur mir so vor, dass Macbeth sich leichter liest als die anderen Dramen, die wir bisher gelesen hatten? Das könnte an der Übersetzung von Dorothea Tieck liegen. Das Wintermärchen, das in meiner Shakespeare-Sammlung ebenfalls von ihr übersetzt wurde, war ähnlich zu lesen.

In der 1. Szene hatte ich den Eindruck, als stünde Lady Macbeth unter Drogen: "Was sie betäubte, hat mich stark gemacht." Will Shakespeare damit ihre Taten entschuldigen? Sie ist eindeutig die treibende Kraft. Während Macbeth noch zögert und mit sich hadert, gibt sie ihm genaue Anweisungen, wie er den Mord auszuführen hat. Auch später hatte ich den Eindruck, als plagten ihn Skrupel. Das hindert ihn allerdings nicht daran, die beiden als verdächtig hingestellten Kämmerer auch noch zu ermorden. Leider durchschaue ich seine Beweggründe dafür nicht. Genauso wenig verstehe ich, warum Malcolm und Donalbain fliehen. Das lässt sie doch auch wie die möglichen Mörder aussehen?

Es kommt mir vor, als hätte Shakespeare Lady Macbeth die heimliche Hauptrolle in diesem Stück zugedacht. Nicoles Ansatz mit "Lady Macbeth" als Titel trifft es gut. Die Frau wird als die Machtgierige und Böse hingestellt, sie kann nicht abwarten, bis sich die Prophezeiung der drei Hexen bewahrheitet, sondern gibt dem Schicksal noch einen Stoß. Nicht auszudenken, was ihr noch alles einfiele, wenn ihr Gatte tatsächlich König werden und auch bleiben sollte (was nicht der Fall sein wird, wie wir aus dem Klappentext wissen).
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Nicole89

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Re: William Shakespeare - Macbeth (The Tragedy of Macbeth)
« Antwort #13 am: 27. März 2011, 22:14:25 »

Ich haber jetzt auch den zweiten Aufzug beendet. Leider werde ich in den nächsten 3-4 Tagen nicht zum lesen kommen  :sauer:

Genauso wenig verstehe ich, warum Malcolm und Donalbain fliehen. Das lässt sie doch auch wie die möglichen Mörder aussehen?

Genau das habe ich auch nicht ganz verstanden. Hätte jemand einen Erklärungsansatz?
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Stormy

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Re: William Shakespeare - Macbeth (The Tragedy of Macbeth)
« Antwort #14 am: 28. März 2011, 09:03:34 »

Hallo zusammen  :winken:

Gott, ihr seid ja schnell! :ohnmacht:

Nun, ich habe erst den ersten Akt beendet (kenne das Stück aber auch schon von früher).

Zu den Hexen und Mythologie und so: In Ergänzung zu Mrs. Dalloways Erklärungen, hier noch etwas, was ich interessant finde, Zitat aus Wikipedia:
Zitat
Wyrd is a concept in Anglo-Saxon culture roughly corresponding to fate or personal destiny. The word is ancestral to Modern English weird, which retains its original meaning only dialectally.
Das Wort "Wyrd" hängt irgendwie mit dem Schicksal zusammen und ist anscheinend auch quasi ein "Vorfahre" von "Weird". Und die Hexen haben einen gewissen Einfluss auf Macbeth's Handlungen und somit in gewisser Weise auch auf sein Schicksal. Überlegung: Wusste der Autor das und hat die Bezeichnung "Weird Sisters" daher mit Kalkül verwendet?
Ich bin da kein Experte, da hat mich mal jemand drauf aufmerksam gemacht, als ich von Terry Pratchetts "Verballhornung" Wyrd Sisters gesprochen habe.

Zu Lady Macbeth: Naja, stark oder kaltblütig, frage ich mich bei der. Ich finde ja auch ihre Entwicklung später in Bezug auf diese Frage sehr interessant.

Ansonsten finde ich es auch wieder total faszinierend, vor allem die Hexen. Banquo hat, wenn ich mich richtig erinnere, seine ganz eigene Rolle. Naja, wir werden sehen, ich werde möglicherweise heute Abend dazu kommen.

Zu der Sache mit Herrn Middleton: Es soll ja auch Gerüchte geben, dass Shakespeare seine Stücke nicht selber geschrieben haben soll, sondern habe schreiben lassen - von Lehrlingen seiner Schreibwerkstatt. Allerdings glaube ich das nicht so richtig, er hat ja ein Stil, der immer gleich ist, oder? Also die Info finde ich gerade in Bezug auf diese Theorien ganz spannend.  :breitgrins:
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