Autor Thema: Susan Beth Pfeffer - Die Welt wie wir sie kannten  (Gelesen 861 mal)

Offline Dani79

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Susan Beth Pfeffer - Die Welt wie wir sie kannten
« am: 23. März 2011, 08:40:14 Vormittag »


Zitat
Kurzbeschreibung
Was zählt, wenn jeder Tag der letzte sein könnte? Was, wenn die Welt über Nacht nicht mehr so ist, wie wir sie kannten? Gespannt verfolgt Miranda zusammen mit ihrer Familie und der ganzen Straße, wie ein Asteroid auf dem Mond einschlägt. Doch dann verläuft der Abend ganz anders als erwartet: Der Mond wird aus seiner Umlaufbahn geworfen und nichts ist mehr, wie es war. Über Nacht gerät die Welt aus den Fugen; Flutkatastrophen, Erdbeben und extreme Wetterumschwünge bedrohen die gesamte Zivilisation. Und Miranda und ihre Familie müssen lernen, dass bei großen Katastrophen gerade die kleinen Dinge zählen: Feuerholz, Klopapier, eine Dose Bohnen, Aspirin. Und dass sie alle zusammen sind.


Ich habe das Buch gestern abend angefangen und gleich mal die ersten 100 Seiten verschlungen. In Anbetracht dessen was gerade in Japan passiert, eine besonders bedrückende, unheimliche Lektüre, mir lief es beim Lesen ständig kalt den Rücken herunter und ich bin sonst ein recht hartgesottener Leser!

Beeindruckend fand ich die Reaktion der Mutter, die sehr schnell einen generalstabsmäßigen Einkaufsplan durchführt, ihre Familie mit Konserven eindeckt, an viele wichtige Kleinigkeiten denkt (Heftpflaster, Batterien, Vitamintabletten,...) - so besonnen und durchdacht muss man erstmal reagieren, und das vor allem rechtzeitig!

Aber trotz der Katastrophen geht das Leben für die Familie erst einmal relativ normal weiter, da sie im Inland weniger betroffen sind. Das macht es aber fast noch unheimlicher, denn man weiß die ganze Zeit, dass da bestimmt auch noch was kommt...

Ich kann es kaum erwarten, weiterzulesen!

Offline Dani79

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Re: Susan Beth Pfeffer - Die Welt wie wir sie kannten
« Antwort #1 am: 25. März 2011, 19:30:22 Nachmittag »
Ich habe das Buch an 2 Abenden ausgelesen und fand es toll!

Zum Inhalt:
Ein Meteorit trifft den Mond und der unerwartet heftige Einschlag bringt ihn aus seiner Umlaufbahn. Dadurch gerät auch auf der Erde die Natur aus dem Gleichgewicht, der Einfluss des Mondes auf die Gezeiten verursacht Tsunamis, Überschwemmungen... in der weiteren Folge geschehen Erdbeben, Vulkanausbrüche, durch die Vulkan asche verfinstert sich die ganze Welt...

Der Leser verfolgt das unheimliche Geschehen durch das Tagebuch der Jugendlichen Miranda. Sie und ihre Familie sind in Pennsylvania nicht direkt durch die Katastrophen betroffen, aber schnell stellen auch sie fest, dass ihre Welt sich für immer verändert hat!

Meine Meinung:
Das Buch kommt größtenteils ohne grausige Katastrophenbeschreibungen aus, das Grauen wird hier eher unterschwellig beschrieben. Die Ohnmacht und Unfähigkeit, etwas gegen derartige Katastrophen zu tun, wird hingegen nur allzu real dargestellt.
Erst letztes Jahr haben wir alle erlebt, wie ein Vulkanausbruch auf einer scheinbar weit entfernten Insel wie Island zumindest den Luftverkehr auf der halben Welt lahmgelegt hat - wenn man sich das multipliziert mit allen aktiven und inaktiven Vulkanen auf der Welt vorstellt, wird es ganz schnell ganz finster um uns herum!
Auch die Beschreibung des Verhaltens der Menschen fand ich durchaus vorstellbar - die einen suchen ihr Heil in der Flucht (nur wohin bei einer weltweiten Katastrophe?), die anderen igeln sich ein und hoffen das Beste... man überlegt sich unwillkürlich, was man selbst tun würde?

Das Ende war mir persönlich etwas zu aprupt, aber trotzdem bekommt dieses Buch von mir die Höchstwertung!

 5ratten

Offline Kati

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Re: Susan Beth Pfeffer - Die Welt wie wir sie kannten
« Antwort #2 am: 09. Juni 2011, 20:42:01 Nachmittag »
Miranda lebt mit ihrer Mutter und zwei Brüdern in einer amerikanischen Vorstadt. Sie führen ein normales Leben und erwarten DAS Ereignis: ein Meteor soll auf dem Mond einschlagen. Dieses Naturspektakel sorgt für große Aufregung. Doch es geht etwas schief. Der Aufprall ist so kraftvoll, dass der Mond aus der Umlaufbahn gerät. Auf der Erde bricht das Chaos aus. Der Planet hängt wie ein schlechtes Omen riesig am Himmel. Es kommt zu Naturkatastrophen, Luftverschmutzung, Lebensmittelknappheit, Stromausfällen...

Dieser dystopische Roman ist als Tagebuch geschrieben. Seit früher Schulzeit führt Miranda Buch über ihr Leben. Die Geschehnisse nach dem Meteoriteneinschlag auf dem Mond, Gedanken, Gefühle und Ängste werden aus Mirandas Sicht erzählt. Der Schauplatz des Romans ist deshalb leider ziemlich begrenzt. Alles dreht sich um das Leben der Familie und ihre Probleme.

Anfangs wirkt die Geschichte sehr amerikanisch, typische Klischees werden bedient. Ein Präsident als Motivator voller unglaubwürdiger Hoffnung und das gläubige Volk zwischen Flagge und Nationalhymne. Als Mirandas Mutter das Staatsoberhaupt nach einer Ansprache einen Idioten nennt, war für mich diese eingefahrene Situation irgendwie gerettet. Danach spart die Autorin mit amerikanischen Momenten und die Geschichte entwickelt sich, wie sie wohl überall in der modernen Welt passieren könnte. Da es sich um ein Jugendbuch handelt, sucht man wirklich schreckliche Dinge vergeblich. Panik, Gewalt und Verzweiflung gibt es kaum. Das Buch ist trotz des ernsten Themas sehr sanft im Stil, anspruchslos und führt langsam an die Katastrophe heran. Aber man kann sich darauf einlassen.

Natürlich habe ich mit Interesse verfolgt, wie Miranda aus einem behüteten Leben in ein ziemliches Durcheinander gestossen wird. Ihre Handlungen sowie das angepasste Familienleben waren für mich gut nachvollziehbar. Da ich bereits von einem Folgeband wusste, war mir auch ein abgeschlossenes Ende sehr wichtig. Ich selbst konnte jedoch nicht sagen, wie das aussehen könnte. Also ließ ich mich treiben. Auch hier hat die Autorin nicht enttäuscht. Das Buch schließt sogar fast glücklich ab. Und während in "meinen" aktuellen Nachrichten von einem schweren Sonnensturm die Rede war, der Auswirkungen auf das irdische Stromnetz haben könnte, stellte sich in Gedanken an das Buch doch noch eine kleine Gänsehaut ein.

Fazit: Gelungen als kleines Häppchen auf dem Dystopiebuffett, aber nichts was mich länger beschäftigen wird. Deshalb nur solide 3 Punkte, weil mir die Atmosphäre zwischen den Zeilen fehlte.

 3ratten

LG Kati  :winken:
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Offline Juggalette

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Re: Susan Beth Pfeffer - Die Welt wie wir sie kannten
« Antwort #3 am: 31. Oktober 2012, 13:31:45 Nachmittag »
Susan Beth Pfeffer – Life as we knew it

Inhalt:
Ein riesiger Meteor trifft den Mond, woraufhin dieser aus seiner gewohnten in eine neue, der Erde viel, viel näheren Umlaufbahn geworfen wird – mit verheerenden Folgen für die Erdbewohner. Tsunamis, Erdbeben, Vulkanausbrüche und weitere Naturkatastrophen verändern das Leben auf der Erde für immer. Kein Strom, keine Nahrungsmittel und der gesamte Zusammenbruch der öffentlichen Versorgung machen die folgenden Monate zum nackten Überlebenskampf.

Meine Meinung:
Die Geschichte wird in Form von Tagebucheinträgen erzählt, geschrieben von Miranda – einem sechzehnjährigen Mädchen, die zusammen mit ihrer Mutter und beiden Brüdern irgendwo am Land, in Pennsylvania lebt. Liest man zu Beginn noch vom typischen Teenageralltag, ändert sich dies schlagartig nach dem Impakt auf dem Mond.

Ich fand Life as we knew it wirklich spannend und habe von der ersten bis zur letzten Seite mitgefiebert und mitgefühlt. Mich hat die Lektüre tatsächlich zum Nachdenken animiert, denn es wird einem vor Augen gehalten wie abhängig wir Menschen mittlerweile von sämtlichen Luxusgütern sind und wie schwierig es uns fällt plötzlich am Existenzminimum zu leben bzw. zu überleben.
Wie viele von uns, vor allem Menschen in der Stadt, haben zum Beispiel noch Holzöfen? Wenn tatsächlich mal für längere Zeit komplett der Strom ausfällt, wie überlebt man da im Winter? Wenn man bedenkt, dass dies tatsächlich mal, aus welchen Gründen auch immer, der Fall sein könnte, wird einem da schon ein bisschen anders – man siehe z.B. aktuell die Geschehnisse in New York City, wegen Hurrikan Sandy.

Erschreckend fand ich auch die Darstellung der Menschen, also ihr Verhalten (obwohl schon in vielen anderen Büchern gelesen, in Filmen oder auch Nachrichten(!) gesehen). Wenn es ums Überleben geht sind die meisten Menschen tatsächlich alle Egoisten. Das kann man nicht mal jemanden vorwerfen, denn vermutlich würde ich genau so handeln. Meine Familie wäre mir dann das Wichtigste und wenn ich für ihr Überleben stehlen oder andere Dinge tun müsste, würde ich die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, ohne mit der Wimper zu zucken tun! Vor Angriffen, Überfällen und Raub ist da keiner mehr gefeit.

Ein bisschen schade finde ich, dass die Gefühlswelt um Miranda und ihrer Familie ein bisschen im Hintergrund steht. Es wird zwar sehr gut beschrieben, wie es ihnen ergeht und sie versuchen zu überleben, doch was sie wirklich denken und fühlen wird nicht detailliert beschrieben, sondern, zumindest meinem Empfinden nach, immer nur angedeutet. Zum Beispiel die erste Verliebtheit zwischen Miranda und Dan wird so ganz nebenbei erzählt, ohne genau darauf einzugehen.
Vielleicht aber auch ist dies alles nur ein weiteres Mittel um zu verdeutlichen, was bei so einer Katastrophe wirklich wichtig ist: nämlich das nackte Überleben, denn Verliebt sein alleine wärmt und ernährt dich nicht!

So, genug gefaselt! :zwinker:
Trotz kleiner Mängel finde ich die Geschichte wirklich sehr gelungen und werde bestimmt auch die Folgebände lesen.

 4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:
:leser:
Stephen King - The Long Walk
Graham Masterton - Prey
Victoria Schlederer - Des Teufels Maskerade
Josephine Angelini - Starcrossed

SuB: 259

 

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