Susan Beth Pfeffer – Life as we knew itInhalt:Ein riesiger Meteor trifft den Mond, woraufhin dieser aus seiner gewohnten in eine neue, der Erde viel, viel näheren Umlaufbahn geworfen wird – mit verheerenden Folgen für die Erdbewohner. Tsunamis, Erdbeben, Vulkanausbrüche und weitere Naturkatastrophen verändern das Leben auf der Erde für immer. Kein Strom, keine Nahrungsmittel und der gesamte Zusammenbruch der öffentlichen Versorgung machen die folgenden Monate zum nackten Überlebenskampf.
Meine Meinung:Die Geschichte wird in Form von Tagebucheinträgen erzählt, geschrieben von Miranda – einem sechzehnjährigen Mädchen, die zusammen mit ihrer Mutter und beiden Brüdern irgendwo am Land, in Pennsylvania lebt. Liest man zu Beginn noch vom typischen Teenageralltag, ändert sich dies schlagartig nach dem Impakt auf dem Mond.
Ich fand
Life as we knew it wirklich spannend und habe von der ersten bis zur letzten Seite mitgefiebert und mitgefühlt. Mich hat die Lektüre tatsächlich zum Nachdenken animiert, denn es wird einem vor Augen gehalten wie abhängig wir Menschen mittlerweile von sämtlichen Luxusgütern sind und wie schwierig es uns fällt plötzlich am Existenzminimum zu leben bzw. zu überleben.
Wie viele von uns, vor allem Menschen in der Stadt, haben zum Beispiel noch Holzöfen? Wenn tatsächlich mal für längere Zeit komplett der Strom ausfällt, wie überlebt man da im Winter? Wenn man bedenkt, dass dies tatsächlich mal, aus welchen Gründen auch immer, der Fall sein könnte, wird einem da schon ein bisschen anders – man siehe z.B. aktuell die Geschehnisse in New York City, wegen Hurrikan Sandy.
Erschreckend fand ich auch die Darstellung der Menschen, also ihr Verhalten (obwohl schon in vielen anderen Büchern gelesen, in Filmen oder auch Nachrichten(!) gesehen). Wenn es ums Überleben geht sind die meisten Menschen tatsächlich alle Egoisten. Das kann man nicht mal jemanden vorwerfen, denn vermutlich würde ich genau so handeln. Meine Familie wäre mir dann das Wichtigste und wenn ich für ihr Überleben stehlen oder andere Dinge tun müsste, würde ich die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, ohne mit der Wimper zu zucken tun! Vor Angriffen, Überfällen und Raub ist da keiner mehr gefeit.
Ein bisschen schade finde ich, dass die Gefühlswelt um Miranda und ihrer Familie ein bisschen im Hintergrund steht. Es wird zwar sehr gut beschrieben, wie es ihnen ergeht und sie versuchen zu überleben, doch was sie wirklich denken und fühlen wird nicht detailliert beschrieben, sondern, zumindest meinem Empfinden nach, immer nur angedeutet. Zum Beispiel die erste Verliebtheit zwischen Miranda und Dan wird so ganz nebenbei erzählt, ohne genau darauf einzugehen.
Vielleicht aber auch ist dies alles nur ein weiteres Mittel um zu verdeutlichen, was bei so einer Katastrophe wirklich wichtig ist: nämlich das nackte Überleben, denn Verliebt sein alleine wärmt und ernährt dich nicht!
So, genug gefaselt!
Trotz kleiner Mängel finde ich die Geschichte wirklich sehr gelungen und werde bestimmt auch die Folgebände lesen.
