C. J. Sansom – Der Anwalt des KönigsÜbersetzerin: Irmengard Gabler
Inhaltsangabe:Der Anwalt Matthew Shardlake reist im Auftrag des Erzbischofs Cranmer nach York, um einen gefangenen Aufständischen nach London zu bringen. Und der Gefangene muss am Leben bleiben, so lautet der unmissverständliche Befehl. Als Shardlake und sein Gehilfe Barak in York ankommen, geht es in der Stadt drunter und drüber, denn König Heinrich VIII und sein gesamter Hofstaat wird ebenfalls nach York kommen. Der tödliche Unfall eines Glasers wäre in dem Durcheinander gar nicht aufgefallen, wenn dieser nicht dem zufällig anwesenden Shardlake ein paar letzte Worte ins Ohr geflüstert hätte – Worte, die möglicherweise auf einen geplanten Hochverrat hindeuten. Shardlake gerät wieder einmal in die Mühlen der Politik – und nicht nur er, sondern auch der Gefangene, den Erzbischof Cranmer in London verhören möchte, wird Ziel von Anschlägen ...
Die Geschichte spielt im Jahr 1541.
Der erste Satz:„Es war dunkel zwischen den Bäumen, nur das Mondlicht sickerte fahl durch die nahezu kahlen Zweige.“
Meine Meinung zum Buch:Der Autor hat sich hier wieder einmal selbst übertroffen.

Aus der Reihe um Matthew Shardlake ist dies in meinen Augen bisher das beste Buch. Die Spannung ist durchgehend hoch und eine „was wäre, wenn“-Interpretation von Stammbäumen finde ich immer hochinteressant. Die hier erzählte Geschichte liegt also insgesamt voll auf meiner Linie.
Matthew Shardlake und seinen Gehilfen Barak kenne ich schon aus den Büchern vorher, und beide bleiben sich treu. Shardlake ist immer noch der Anwalt, der eigentlich viel lieber ruhig seiner Arbeit nachgehen würde, anstelle sich um die große Politik kümmern zu müssen. Mit seinen Gebrechen ist er ein Mensch ohne große körperlichen Kräfte, dies muss durch seinen Gehilfen Barak ausgeglichen werden, der auch vom Charakter her stürmischer ist als sein Chef. Beide agieren sehr glaubwürdig.
Die übrigen Figuren sind weniger tief charakterisiert, aber ihre Hintergründe werden deutlich genug erklärt, um ihre Motive verstehen zu können. Dies ist in dieser Geschichte besonders wichtig, denn außer den persönlichen Einstellungen und Wünsche sind für diese Zeit auch alle religiösen Ansichten Grundlage für das Handeln.
Ohne übertrieben bildhaft zu schreiben, lässt der Autor Bilder des alten England vor dem Auge des Lesers entstehen. Die Bilder erscheinen mir sehr realistisch und beschönigen nichts, Romantik sucht man vergebens.
Die Geschichte wird mich nicht so schnell loslassen, daher kann ich nur die volle Punktzahl geben. Und ich werde sicher nicht allzu lang warten, bis ich den nächsten Band lesen werde.
Meine Bewertung:

Viele Grüße von Annabas
