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Autor Thema: Michael Böckler - Vino Criminale  (Gelesen 191 mal)

illy

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Michael Böckler - Vino Criminale
« am: 09. März 2011, 20:45:42 »



Hippolyt Hermanus war mal Polizeipsychologe und hat sich eine mittlerweile schon  längere Auszeit in seinem Häuschen in der Toskana genommen. Den Auftrag, für eine Versicherungsagentur in Sachen Weindiebstähle zu ermitteln, kann er erfolgreich abwehren, aber als ein alter Freund ihn bittet, sich um seine Tochter zu kümmern, die nach einem Autounfall im Krankenhaus liegt, kann er ihm das nicht abschlagen. Sabrina hat das Gedächtnis verloren, aber es stellt sich bald heraus, dass jemand sichergehen will, dass sie sich nie wieder an die Geschehnisse direkt vor dem Unfall erinnern kann und Hippolyt muss den Leibwächter spielen.

Es gibt für mich keinen Grund, warum der Autor seine Hauptfigur mit so einem ungewöhnlichen Namen ausgestattet hat und auch die äußere Beschreibung mit Zopf und Nickelbrille wirkt etwas zu klischeebeladen. Ansonsten zeichnen sich die Figuren eigentlich hauptsächlich durch ihr Verhältnis zu gutem Essen und Wein aus, andere Charakterzüge verblassen daneben. Die Krimihandlung war zwar von ein paar Zufällen zu viel geprägt, aber insgesamt noch recht interessant und ordentlich.

Gestört hat mich etwas anderes, grundsätzliches: In gewisser Weise empfinde ich das Buch als Mogelpackung. Von den insgesamt 430 Seiten sind nur 300 Seiten Krimi, die restlichen Seiten sind fast nur Weinbeschreibungen. Neben den ständigen Einschüben über Wein und Co im normalen Text enthalten sogar die Dialoge Sätze wie diesen: „Kein Wunder, nicht von ungefähr gilt die Franciacotta als die Champagne Italiens.“ Wenn ich einen Führer durch italienische Weinanbaugebiete haben möchte, kaufe ich mir einen Weinführer, hier stimmt einfach das Verhältnis nicht. Das waren mehr Informationen über Wein als ich jemals haben wollte und so werde ich den nächsten, in Frankreich spielenden Band, wohl kaum lesen – an detailverliebten Beschreibungen französischer Weine habe ich nämlich genauso wenig Interesse wie an den italienischen und nochmal falle ich nicht auf den Autor und sein übergroßes Mitteilungsbedürfnis herein.

3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:
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