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Autor Thema: Celia Friedman - Die Seelenjägerin  (Gelesen 473 mal)

Heimfinderin

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Celia Friedman - Die Seelenjägerin
« am: 05. März 2011, 14:07:09 »



Erster Satz: Als Imnea erwachte, spürte sie, dass der Tod bereits auf sie wartete.

Klappentext:
In einer Welt voller Gefahren und Geheimnisse hat Magie einen schrecklichen Preis - den eigenen Tod. Jeder Zauber entzieht der menschlichen Seele das Feuer. Doch die dunklen Magister haben andere Wege ersonnen: sie nähren sich von der Lebensenergie hilfloser Opfer. Die Novizin Kamala aber ist anders - sie ist nicht nur die einzige Frau unter den Zauberern, sondern verfolgt auch ihre ganz eigene Ziele. Ihr Weg führt sie an den Hof des Königs. Denn der Thronfolger ist von einer geheimnisvollen Krankheit befallen. Und der zwielichtige Gerion, neuer Berater am Hof, steht mit Feinden im Bund, die weitaus gefährlicher sind als jeder Magister ...


Ich habe gestern Abend mit dem Buch angefangen und konnte es schon schwer aus der Hand legen, was schon mal ein gutes Zeichen ist. Nach den ersten 60 Seiten gefällt mir die Geschichte schon richtig gut und auch der Schreibstil ist schön. Der Prolog zeigt gleich sehr eindringlich aus der Sicht einer der Hexen, die der Magie kundig ist, die Folgen der jahrelangen Anwendung zur Heilung vieler Menschen und zur Abwendung von Unglück. Sie ist erst 35 Jahre alt, aber zwei Jahrzehnte intensiver Gebrauch der Magie hat sie innerlich zu einer Greisin werden lassen. Sehr verständlich ist für mich ihr Wunsch, die letzten Monate ihres Lebens nur für sich selbst da zu sein. Ein recht trauriger und düsterer Einstieg, der aber gleich zeigt, dass eigene Opfer dazu gehören, wenn man mit der Magie anderen Gutes tun will und das auch von den Hexen in Kauf genommen wird.

Der krasse Gegensatz zu Beginn der eigentlichen Geschichte ist dann die Sicht des bisher etwas unheimlichen, wenn auch gar nicht gleich unsympathischen Magisters, der in die Stadt kommt und im Vorbeigehen ganz selbstverständlich Magie anwendet und dabei z. B. ein Huhn tötet, kurz bevor das Schlachtermesser schmerzhaft in die Kehle dringt, ein Musikinstrument stimmt, verdorbenes Obst erfrischt und das Geschwulst einer Frau verschwinden lässt. Alles ja nette aber z. T. nicht lebenswichtige Dinge und damit recht  verschwenderisch, wenn man später erfährt, dass die Kraft für diese Magie aus einem anderen Menschen gezogen wird. Hätte er sie selbst hergeben müssen, wie die Hexe aus dem Prolog, wäre er sicher nicht so freizügig gewesen. Ich bin trotzdem sehr gespannt, wie sich dieser Magister im weiteren Verlauf noch zeigt. Die Magister an sich wirken jedenfalls auf den ersten Blick alle sehr kaltblütig und rücksichtslos.

Kalt wirkt auch auf den ersten Blick das Mädchen Kamala, das unbedingt Magister werden will, obwohl dies für Frauen nicht vorgesehen ist, da Frauen Leben erschaffen und schützen, im Gegensatz zu Männern, die für den Krieg und damit Zerstörung, geboren werden.  Es scheint auf jeden Fall ein dringender Grund dahinter zu stecken, denn sie wirkt so als hätte sie schon Schlimmes erlebt. Allerdings wirkt sie damit auf mich bisher auch etwas beängstigend. Diese Kälte und diese Verbissenheit ... puh, mal gespannt, ob sie weiß, was der Preis für die Magie sein wird und wie sie das aufnimmt, wenn sie es bisher nicht wusste.

Das Buch wirkt auf mich bisher insgesamt sehr magisch und durch die folgenschwere Magie natürlich auch etwas düster, aber das gefällt mir bisher sehr gut, denn unerschöpfliche Magie ist auf Dauer auch langweilig und hier zeigt sich nun eben, dass es ein Geben und Nehmen ist. Die Charaktere sind bisher sehr gut ausgearbeitet. Obwohl ich noch nicht so viel von ihnen gelesen habe, haben sie schon einen starken Eindruck auf mich gemacht und ich bin nun sehr auf die weiteren Entwicklungen gespannt.
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Re: Celia Friedman - Die Seelenjägerin
« Antwort #1 am: 07. März 2011, 01:00:03 »

Ich habe mittlerweile die Hälfte gelesen und die Geschichte hat mich voll in ihren Bann gezogen. Die Figuren sind wirklich toll gezeichnet und wirken sehr lebendig. Einer der Magister wirkt dabei so bedrohlich, dass ich es fast spüren kann und es auch  mir, und nicht nur der Figur im Buch, richtig unangenehm in seiner Anwesenheit wird. Die Gefahr, die von ihm ausgeht und die Manipulationen, die er betreibt, wirken auf mich recht stark und lassen eine so bedrohliche Atmosphäre entstehen, dass ich mich richtig fürchte vor dem, was er wohl plant. So eine spürbar bedrohliche Stimmung, wegen der es mich fast graut, weiter von ihm und seiner Unheimlichkeit zu lesen, hatte ich schon länger nicht mehr. Manchmal hat man das ja, dass man sich kaum traut, weiterzulesen, weil einem die betroffenen  Figuren so leid tun,  aber man gar nicht anders kann, weil es so spannend ist. Hier hoffe ich einfach, dass sein momentanes "Opfer" doch noch genug Stärke hat, diesen fiesen Anschlag, der sich offensichtlich abzeichnet, irgendwie abzuwenden.

Denn gleichzeitig zum Abscheu, den man für gewisse Figuren entwickelt, stellte sich auch bei anderen gleich eine besondere Nähe ein. Die Autorin schafft es nach meinem Empfinden richtig gut, in die Figuren einzudringen. Man bekommt viele ihrer Gedanken und Gefühle mit und das bringt viel Nähe. Es ist aber nicht so, dass sie eindimensional sind, auch wenn die ein oder andere Figur für mich eindeutig zugeordnet wird. Kamala z. B. ist gar keine einfache Person. Es brauchte eine Zeit, bis ich mir ihr warm wurde und auch jetzt macht sie es einem nicht immer einfach. Aber gerade das ist toll, denn sie selbst macht es sich nicht einfach und genau das bekommt man als Leser zu spüren. Einerseits habe ich viel Mitleid mit ihr und verstehe ihren Antrieb und fiebere mit ihr, andererseits erschreckt mit auch ihre manchmal aufkommende Kaltblütigkeit und Machtgier, besonders wenn ich daran denke, wie sie mit ihrer Magie umgeht, obwohl sie weiß, was das kostet. Ihre Zerrissenheit und ihre Gedanken darüber zeigen mir aber auch wieder, dass sie auch als Magister (noch) menschlich ist und machen sie wieder sympathisch. Ich hoffe sehr auf eine weitere positive Entwicklung, auch wenn das wohl eigentlich nicht in der Natur eines Magisters liegt.

Spannend ist auch, dass man das "Opfer", aus dem die Kraft für die Magie gezogen wird, auch als Leser mit begleitet. Und es ist schlimm, mit anzusehen, wie dieses immer mehr Kraft verliert, auch wenn es dagegen angekämpft und einen Ausweg sucht. Man leidet richtig mit und entwickelt eine Wut auf die Magisterin, während man aber auch gleichzeitig mit der Magisterin bangt, während diese sich wiederum mithilfe eben dieser Kraft selbst Angriffen erwehren muss. Es ist wirklich ein Dilemma, in dem man als Leser steckt, aber das macht es auch um so spannender, denn man kann nicht nur auf einer Seite stehen und es gibt eben nicht nur weiß und schwarz.

Besonders gut gefallen mir auch die Beschreibungen, wenn es darum geht, dass Magie angewendet wird. Ob der Anwendende beschrieben wird, der dem sie entzogen wird oder der, gegen den sie in welcher Form und von wem auch immer, angewendet wird. Jedesmal wirken die damit zusammenhängenden Geschehnisse und Empfindungen auf mich sehr intensiv. Ich kann beim Lesen richtig schön in diese Szenen eintauchen. Und nicht nur in die magischen Szenen, auch die "normalen" Szenen und Emotionen machen mir das Eintauchen leicht.

So und nun werde ich noch ein Stückchen weiterlesen. Es graut mich etwas, denn böse Ahnungen kommen bei mir gerade auf, wenn ich an die eben erzählten alten Geschichten von Göttern und Dämonen denke. Ich bin sicher, dieser Magister wollte das nicht einfach so etwas genauer wissen ...  :entsetzt:
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Twiceybaby

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Re: Celia Friedman - Die Seelenjägerin
« Antwort #2 am: 07. März 2011, 10:34:03 »

Ich verfolge gespannt Deinen Bericht  :breitgrins: Dieses Buch steht nämlich ganz oben auf meiner Wunschliste.
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yanni

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Re: Celia Friedman - Die Seelenjägerin
« Antwort #3 am: 07. März 2011, 11:24:18 »

Die ausführlichen Beschreibungen deiner Eindrücke finde ich sehr spannend. Ich fühle mich dabei stets an meine eigenen erinnert, die ich beim Lesen ihrer Kaltfeuer-Bücher hatte. Celia Friedman versteht es den Lesern ihre fiktiven Welten und agierenden Personen nahe zu bringen.
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Heimfinderin

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Re: Celia Friedman - Die Seelenjägerin
« Antwort #4 am: 08. März 2011, 12:22:01 »

Dieses Buch steht nämlich ganz oben auf meiner Wunschliste.

So weit oben steht es zu Recht, würde ich sagen.  :zwinker:

Die ausführlichen Beschreibungen deiner Eindrücke finde ich sehr spannend. Ich fühle mich dabei stets an meine eigenen erinnert, die ich beim Lesen ihrer Kaltfeuer-Bücher hatte.

Schön, dass es auch anderen so geht.  :smile:  Die Kaltfeuer-Bücher sind natürlich mittlerweile auch auf meiner Wunschliste gelandet.


Ich habe noch ein bisschen weiterlesen können, wenn auch aus Zeitgründen leider nicht so viel. Es gab ein spannendes Zusammentreffen zwischen Kamala und einem Magister. Für Kamala ist es nicht einfach, ihre Fähigkeigten aus Sicherheitsgründen erst  mal geheim zu  halten. Es steckt so viel Wut in ihr, die sie nicht immer kontrollieren kann und ganz ehrlich, ich wurde auch ganz schön sauer.  :grmpf: So ein magischer Befreiungsschlag ist dann einfach klasse und als Leser wird man richtig mitgerissen, auch wenn man ja selbst die Nachteile davon kennt. Man kann als Leser dann auch nicht anders, als die Magie gemeinsam mit der Protagonisten zu entfesseln, um die Emotionen rauszulassen. Danach kommt dann aber die Traurigkeit, denn was die Aktion mit dem Magiespender angerichtet  hat, erfährt man dann bald hinterher. Ich leide so mit ihm und will nicht, dass er stirbt.  :heul: Sein Versuch, sein Leben irgendwie zu retten wird immer aussichtsloser, auch wenn er nicht aufgeben will. Ich finde es toll, wie die Autorin den Umgang mit der Magie beschreibt. Abgesehen von den tollen magischen Momenten wird eben auch die Kehrseite gezeigt. Und im Gegensatz zu Kamala, die oft noch "rücksichtsvoll" auch extra wenig Magie oder gar keine verwendet, um den Spender zu schonen, sieht das Verhalten der alteingesessenen Magister ganz anders aus. Aber nichtsdestotrotz wird der Spender benutzt und sein Tod in Kauf genommen und die Sorge über den Zeitpunkt und das rechtzeitige Finden eines neuen Spenders liegt auch bei Kamala im Vordergrund. Ich habe, glaube ich, noch keine Geschichte gelesen, die mich so hin- und her gerissen hat zwischen zwei voneinander abhängigen Schicksalen, wie gerade bei diesen beiden Charakteren und die Erzählweise aus unterschiedlichen Perspektiven fördert dies natürlich.

Aber es gibt natürlich noch weitere Perspektiven, die mich emotional genauso mitreißen. Zum einen die Frau des herrschsüchtigen Königs, der sich mit diesem unheimlichen Magister, von dem ich schon sprach, zusammengetan hat. Sie stammt aus einem Volk des Nordens, das besondere Verbindung zu den Göttern hat, die damals die Dämonen besiegt hatten. Ohne jetzt auf Details einzugehen, puhh, ihr Schicksal nimmt mich echt mit und nimmt eine beängstigende Wendung. Ich mag sie wirklich sehr und bin so wütend über das, was ihr angetan wurde und habe echt Angst vor dem, was nun wohl passieren wird.  :sauer:  :grmpf:

Wer nun auch wieder aufgetaucht ist, ist Colivar, der Magister vom Anfang, der mir gleich gar nicht so unsympathisch war. Auch er hat eine eigene Erzählperspektive und verfolgt offensichtlich eigene Pläne. Allerdings offenbarte er sie mir bisher noch nicht und er ist die geheimnisvollste Person für mich. Ich kann ihn noch gar nicht greifen, weiß nicht, ob er gut oder böse ist, auch wenn ich gefühlsmäßig eher zu gut tendiere, obwohl seine bisherigen Handlungen eher seinen eigenen Zwecken dienten. Aber ich bin erst mal vorsichtig, auch wenn ich mir bei ihm vorstellen kann, dass er eine Frau als Magister akzeptieren würde. Aber sein gutes Aussehen und seine Beliebtheit unter den Hexen sollte mich nicht einlullen lassen, also Vorsicht!  :breitgrins:

Schon wieder so viel geschrieben, aber es beschäftigt mich auch sehr dieses Buch...


edit: Name des Magisters eingefügt
« Letzte Änderung: 11. März 2011, 13:22:35 von Heimfinderin »
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Heimfinderin

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Re: Celia Friedman - Die Seelenjägerin
« Antwort #5 am: 11. März 2011, 13:15:46 »

So, ich bin fertig und leider habe ich den nächsten Band noch nicht vorliegen, denn ich könnte gerade gleich weiterlesen!

Abschließende Meinung
Wie gut mir die Atmosphäre und die Beschreibung der Figuren und der Magie gefallen haben, habe ich ja oben bereits ausführlich geschrieben, deshalb wiederhole ich mich jetzt nicht.
Das letzte Drittel bot wieder viel Spannung, aber auch zum ersten Mal ein paar kleine Längen, die aber nicht wirklich lange anhielten. Eher ein etwas zu langes Verweilen bei einzelnen Personen, nachdem man sie ja mittlerweile doch gut kennt. Aber das störte mich nicht sehr, denn mir gefällt es wirklich sehr, wie gut die Autorin die Figuren und die Welt aufbaut und dem Leser näherbringt. Dafür kann sie sich auch gerne mal etwas Zeit nehmen. Im Gegenzug kam mir die ein oder andere Erkenntnis oder Vermutung einzelner Charaktere zueinander sogar etwas zu plötzlich, wenn auch klar ist, dass dies nicht länger herausgezögert werden konnte.

Nach und nach gerät nun auch die Welt aus den Fugen, denn die Anzeichen, dass das finstere und überwunden geglaubte dämonische Zeitalter wieder kommen könnte, werden den Magistern immer deutlicher. Hier spürt man gut die Angst und den Schrecken derjenigen, die noch davon wissen und einige grausame Szenen machen auch dem Leser gleich deutlich, mit was man in Zukunft zu tun haben wird.

Eine neue Spannung entstand zwischen der Magisterin  Kamala und dem rätselhaften Magister Colivar, die noch einige  spannende Momente für den weiteren Verlauf der Geschichte verspricht. Ich bin nun sehr auf die weitere Entwicklung, besonders Kamalas, gespannt.

Das Buch endet mit einem spannenden und dramatischen Kampf, der zwar einige Dinge löst, aber zeigt, dass die quasi bereits gesäte böse Saat schon längst aufgegangen ist, ihren Weg in die Welt gefunden hat und zudem offensichtlich auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Eine Wendung am Schluss, die mich jetzt schon Böses ahnen lässt und auch gleichzeitig eine böse Überraschung für einige Protagonisten sein wird. Am Ende dieses Buches wird klar, dass der Kampf erst richtig losgeht!

 4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

« Letzte Änderung: 11. März 2011, 13:22:49 von Heimfinderin »
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illy

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Re: Celia Friedman - Die Seelenjägerin (Magistertrilogie 1)
« Antwort #6 am: 31. März 2011, 07:31:26 »

Das Leben einer Hexe ist nicht lang, denn jedes Mal wenn sie einen Zauber wirkt, muss sie dafür ihre eigene Lebenskraft opfern. Magister hingegen werden Hunderte von Jahren alt, ohne jemals zu altern. Dass es Frauen unmöglich ist, Magister zu werden, will Kamala nicht glauben und tatsächlich schafft sie das Unmögliche. Als Magister, so lernt sie am Ende ihrer Ausbildung, stiehlt man die Kraft für Zauber von Fremden, die man bis zu ihrem Tod aussaugt. Die Geschichte um Kamalas erste Zeit als Magister nimmt nur einen Strang der Geschichte ein, der andere beschäftigt sich mit dem König Danton, seiner Frau und vor allem der Rückkehr einer gefürchteten Spezies, der Seelenfresser, die einst fast die ganze Welt vernichtet hätten.

Das Magiesystem bzw. die Art magische Kräfte zu gewinnen, ist nicht so außergewöhnlich, allerdings gelingt es der Autorin dadurch, dass sie beide Seiten, den unfreiwilligen Spender und den Magienutzer zeigt, eine ganz besondere Stimmung aufzubauen, man weiß nicht, wem man eigentlich seine Sympathien schenken soll. Die Notwendigkeit für Zauber Menschenleben zu opfern steht im Konflikt mit Kamalas Darstellung als eigentlich recht positiver Figur, als Sympathieträgerin. Der Autorin ist der Spagat allerdings recht gut gelungen, auch indem sie Kamalas Skrupel aufzeigt, diese versucht sie zwar zu unterdrücken, in ihrer Jugend hat sie gelernt, dass Gefühlskälte überlebensnotwendig ist, aber ab und zu schimmert immer wieder ein Ansatz von Mitleidfähigkeit durch. Und auch wenn ich Celia Friedman keine besonders gute Figurenzeichnung zugestehen mag, dazu wirkt Kamala mir doch zu eindimensional, ist sie zumindest hervorragend in der Lage, dem Leser einen Sympathiekonflikt aufzuzwingen.

Natürlich kann „Die Seelenjägerin“ als erster Band einer Trilogie noch nicht viel aufdecken, allerdings wird hier schon recht viel an Geschehnissen angerissen und gerade zu Beginn fand ich zwar die einzelnen Handlungsstränge interessant, konnte aber keinen Zusammenhang erkennen und ein Rest von dem „Und worauf will die Autorin hinaus?“ – Gefühl ist auch bis zum Schluss geblieben. Ich hoffe darauf, dass der Folgeband strukturierter, linearer wird und die Aktionen der einzelnen Figuren stärker auf ein (gemeinsames) Ziel ausgerichtet sein werden, bislang wirken sie zumindest teilweise recht orientierungslos.

4ratten
« Letzte Änderung: 13. Mai 2011, 17:16:00 von illy »
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nimue

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Re: Celia Friedman - Die Seelenjägerin
« Antwort #7 am: 31. März 2011, 07:37:13 »

Vielen Dank für eure Meinungen zu dem Buch, denn auch auf meiner Wunschliste steht es ziemlich weit oben und ich hoffe, ich kann es bald mal bei Mein-Buch-Dein-Buch ergattern  :klatschen:
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Re: Celia Friedman - Die Seelenjägerin
« Antwort #8 am: 31. März 2011, 19:19:34 »

Ich hoffe darauf, dass der Folgeband strukturierter, linearer wird und die Aktionen der einzelnen Figuren stärker auf ein (gemeinsames) Ziel ausgerichtet sein werden, bislang wirken sie zumindest teilweise recht orientierungslos.

Ich finde das eigentlich ganz passend, denn sie haben ja tatsächlich die Orientierung (und auch ein gemeinsames Ziel) lange nicht wirklich herausgefunden. Das dann auch beim Lesen zu spüren hat mir gut gefallen. Ich hoffe aber auch, dass es dann im nächsten Teil einen Schritt weiter geht.
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HEIMFINDERIN