Nun hat man den Autor aber mal irgendwie erlebt - live, im Netz, im Interview etc. - und ihn als Mensch ganz furchtbar gefunden - ein echtes Ar***.
Würdet Ihr weiterhin Bücher dieses Autors lesen, oder hättet Ihr Gewissensbisse, weil ihr diesen Menschen damit ja unterstützt (falls Ihr die Bücher kauft)?
Die Bücher eines Autors sind sein Beruf, aber sein Charakter ist seine Privatangelegenheit. Und man unterstützt ja nicht den Charakter eines Menschen, wenn man seine Bücher kauft, sondern seine Tätigkeit als Autor.
Solange er jetzt nur unsympathisch ist, aber trotzdem gute Bücher schreibt, sehe ich da überhaupt keinen Hinderungsgrund; und Sympathie ist ja auch Ansichtssache.
In meinem Fall - Überlegung, ob ich bestimmte Bücher kaufen möchte - geht es um einen Autor, der eine große Internetcommunity hat und diese immer dreister, aus meiner Sicht, zur Werbung (und zum Kauf) - drängt, würde ich schon fast sagen.
Ich war in der Community mal Mitglied und habe mich nicht getraut, eine ehrliche = nicht Fünf-Sterne-Rezi mit ehrlich empfundenen Kritikpunkten am Buch zu veröffentlichen (umgekehrt haben die Mitglieder, die rezensiert haben, größtenteils nicht den Inhalt des Buches bei der Rezi erwähnt).
Unsympathisch ist mir in dem Fall nicht (nur) der Mensch, sondern die Tatsache, das ich dann jemanden unterstütze, der seine Bücher (zu) aggressiv bewirbt (Kommentare zu negativen = nicht Fünfsterne-Rezensionen von ihm & seiner "Anhängerschaft", und eben teils unterschwellige, teils offene Aufrufe, dass jedes Communitymitglied auch das neue Buch zu kaufen hätte, was dann von den Communitymitgliedern weitergegeben wurde an Neulinge...).
Vom Vorgehen her würde ich sagen, so etwas und so jemanden unterstütze ich nicht!!!
Rein vom Buch her würde ich sagen, och, das Buch hätte ich aber gern schon!

Ich weiß übriges nicht, ob das Vorgehen für Nischenautoren mit Werbebewusstsein und Netzpräsenz normal ist.
Vielleicht kommt es mir nur aufgrund von mangelndem Wissen über Werbung so vor?
Es wird ja keiner bedroht - es erinnerte mich aber an "The psychology of persuasion" - ich habe dir freiwillig etwas gegeben (freundliche Auskunft), nun, hier stehe ich mit meinem Eisstand, also bitte...!

LG,
Keshia
PS
Robert Cialdini: Influence - The psychology of persusion


gibt Beispiele für Mechanismen, auf die wir im Alltag hereinfallen - Bsp. man lässt Leute lieber in einer Schlange vor, wenn sie eine Begründung haben, selbst wenn diese am Kopierer nur lautet: "Darf ich vor,weil ich eine Kopie machen muss?" (Müssen die anderen Wartenden schließlich auch!)